Sababurg

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Sababurg
Sababurg Ansicht.jpg
Die Sababurg im Reinhardswald

Die Sababurg (nahe der Stadt Hofgeismar) entstand auf den Ruinen der vom Mainzer Erzbischof 1334 erbauten "Zapfenburg" und wurde von Landgraf Wilhelm II. zu Beginn des 16. Jahrhunderts als Jagdschloss im Reinhardswald wieder errichtet. Die Burg erhebt sich auf einem 346 m hohen Basaltkegel etwa 4 km östlich von Beberbeck und 5 km südöstlich von Gottsbüren entfernt.

Im Jahr 1571 gründete Landgraf Wilhelm IV. am Fuße der Burg den Tierpark Sababurg, einen der ersten in Europa. Der Tierpark wurde im Jahre 1971 wieder eingerichtet und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. In der Nähe befindet sich im Reinhardswald der Urwald Sababurg.

Auch das Schloss Sababurg wird heute gern besucht. Nach dem Siebenjährigen Krieg (bis 1763) verfiel das Schloss zunächst und 1826 wurden drei Flügel der Burg abgerissen. 1959 wurde dann die Ruine zu einem Hotel umgebaut. Erhalten sind die Wallgräben, der östliche Treppenturm sowie Teile der Ringmauern mit den Flankentürmen.

Inhaltsverzeichnis

Dornröschenschloss Sababurg

Dornröschen

Sababurg - Ansicht

Nicht nur für die Tourismus-Werbung ist der Reinhardswald ein Märchenwald, wie man ihn schöner kaum träumen kann.

Entsprechend gibt sich Nordhessen zwischen Weser und Diemel ganz märchenhaft.

Hier, inmitten der deutschen Märchenstraße, schlief Dornröschen auf der Sababurg, warf Rapunzel (auf der Burg Trendelburg) ihr Haar herab und trieben Riesen, Kobolde und Trolle ihr Unwesen.

Über 200 Kinder- und Hausmärchen trugen die Gebrüder Grimm zusammen, darunter auch das Märchen von Dornröschen.

Hundert Jahre soll Dornröschen auf der Sababurg verschlafen haben, die inzwischen zu einem Hotel und Restaurant ausgebaut wurde.

Dornröschen ist wahrscheinlich das bekannteste Grimmsche Märchen. Ihm wurde von einer bösen Fee prophezeit, es werde sich an seinem 15. Geburtstag an einer Spindel stechen und in einen todesähnlichen Schlaf fallen. Und so geschah es, bis ihr Prinz kam und sie wach küsste.

Sammlung Dornröschenschloss Sababurg

Aus der HNA - Ausgabe Hofgeismar vom 5. Mai 2007 (Autorin: Antje Thon):

2007: Dornröschen Jenny Range und Hotelinhaber Günter Koseck

Es ist ein kleiner Schatz, der hinter den Mauern der Sababurg schlummert. Alles, was irgendwie mit Dornröschen zu tun hat, bewahrt Günther Koseck in Stahlschränken auf. Eine Sammlung, die bislang noch niemand in ihrer ganzen Breite zu Gesicht bekommen hat. Ausstellungen scheiterten bislang an geeigneten Räumen für eine Präsentation.

1990 sei damit begonnen worden, Material rund um die weltweit bekannteste Märchenfigur der Grimms systematisch aufzubewahren, sagt Koseck, Inhaber des Dornröschenschlosses Sababurg. Inzwischen kann der 39-Jährige allein auf 250 Bücher verweisen, die sich mit der schönen Königstochter befassen. Bei den Büchern handelt es sich oft um Originale. Werke, die vergriffen sind und nicht mehr verlegt werden, liegen als Kopien vor.

Wissenschaftliche Arbeiten und märchenpsychologische Deutungen komplettieren die Sammlung ebenso wie Gesamtausgaben, Bilder, Ansichtskarten, Plakate, Programmhefte, Münzen und Briefmarken. Selbst Kataloge von Kostümherstellern bewahrt Koseck auf und, wie er sagt, der Vollständigkeit halber auch allen Kitsch. Zwischen 1000 und 1200 Exponate, schätzt Koseck, seien bisher zusammengetragen worden. Deren Wert beziffert er vorsichtig mit 35 000 Euro.

Vor allem Studenten, Volkskundler, Märchen- und Sprachforscher schätzen die Sammlung. Sie klopfen bei Koseck an, um zwischen all den Stücken auf die Suche nach interessanten Details zu gehen. Schulbuchverlage rufen an und fragen nach Illustrationen für ihre Lehrbücher. "Mir ist ein Dornröschen in einem Schulbuch lieber als irgendeine andere Märchenfigur", sagt Koseck.

Inzwischen denkt der Geschäftsführer des Hauses darüber nach, die Sammlung einer größeren Öffentlichkeit zu zeigen. Ein Datum hierfür hat er bereits im Blick. Denn im kommenden Jahr feiert Dornröschen ihren 200. Geburtstag. Bis dahin muss allerding ein Ausstellungsraum gefunden sein. Der Gewölbekeller, den Koseck ursprünglich vorgesehen hatte, ist zu feucht. Und das Land Hessen hat sich bis jetzt nicht bereit erklärt, sich an den Kosten für die Trockenlegung zu beteiligen.


Das Ruine kann von März bis Oktober besichtigt werden. - Kontakt: Tel. 05671 / 8080.

Galerie

Geschichte und Geschichten

Statue der "Saba" am Fusse der Sababurg
Burgtürme
Burgtor
Aufgang

Längst nicht zu allen Zeiten galt die Sababurg als Dornröschenschloss. Am Fusse der Sababurg erinnert eine aus Holz gefertigte Statue an die Riesin „Saba" als Namensgeberin der Burg. Sie war eine Schwester der Riesin „Trendula“ (von der benachbarten Burg Trendelburg), die der Sage nach von einem Blitz auf freiem Feld erschlagen wurde, nachdem sie ihren Schwestern „Saba" und „Brama" (von der Bramburg) stark zugesetzt hatte. Alle drei sollen im übrigen von der nahegelegenen Burg des Riesen Kruko, der Krukenburg stammen.

Für weniger phantasievolle Zeitgenossen wurde mit dem Bau der Sababurg am 19. April des Jahres 1334 begonnen, zur Zeit der Herrschaft des Erzbischofs von Mainz. Nachdem in den Jahren 1330/ 1331 eine Wallfahrtskirche im benachbarten Gottsbüren entstanden war, diente die Burg insbesondere zum Schutz des Wallfahrtsorts und der zahlreichen Pilger und wurde 1336 dem Ritter Arnold von Portenhagen "zur Verwahrung anvertraut".

Die Burg entstand allerdings gegen den erheblichen Protest des damaligen Landgrafen von Hessen, des Herzogs von Braunschweig und des Bischofs von Paderborn, auf deren Boden der Bau errichtet worden war. Bei der folgenden kriegerischen Auseinandersetzung unterlagen die Truppen des Erzbischofs von Mainz und die Burg gelangte zur Hälfte an den Landgrafen von Hessen. Die Pfandschaft über die weitere Hälfte fiel später vorübergehend an die Edelherren von Schoeneberg. Als der letzte der Herren von Schoeneberg 1428 ohne männliche Erben verstarb, wurde die Pfandschaft im Jahre 1429 an Hessen verkauft.

Nachdem die politische Bedeutung des "Vorpostens" im Reinhardswald entfallen war, verfiel die Burg zunehmend und lag bereits im Jahre 1455 nach einem Bericht im Trendelburger Salbuch "wüst".

Erst unter den Landgrafen Wilhelm I. und Wilhelm II. von Hessen entstand in den Jahren 1490 bis 1492 wieder ein befestigtes Haus, in späteren Jahren - etwa ab 1508 - dann ein Jagdschloss, das erst unter der Herrschaft von Landgraf Philipp I. von Hessen, fertiggestellt wurde. Unter seiner Regentschaft entstand auch 1516 bei dem Jagdschloss im Donnebachtal eine kleine Wassermühle (vgl. Egon Haake, Landgräfliche Wassermühle zu Sababurg, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 200, S. 31).

Im 16. Jahrhundert begann dann ein großer Zeitabschnitt für die Burg, die auch von den Gästen des Kasseler Hofes zu Jagden besucht wurde.

Und 1571 entstand unter der Herrschaft des Landgrafen Wilhelm IV. in unmittelbarer Nähe der Burg ein über 500 Morgen großer Tierpark, einer der ersten in Europa.

Eine frühe Pferdezucht (der "Sababurger Wilden") gab dem Landgrafen offenbar Anlaß zur Gründung des Tiergartens unterhalb der Sababurg, um eine wertvolle Stutenherde, die in der warmen Jahreszeit im Freien gehalten wurde, einigermaßen sicher unterzubringen. Für Landgraf Wilhelm IV. war die Anlage aber auch ein Ort zur Erforschung unbekannter Tierarten. Fremde Tiere bis hin zu Rentieren wurden eingeführt, nicht immer mit Erfolg.

Als im Dreißigjährigen Krieg 1623 das Heer des Generals Johann t'Serclaes Graf von Tilly in Hessen einfiel, wurde auch die Sababurg besetzt und geplündert und die Zuchtpferde des Gestüts wurden erbeutet.

Erst ab dem Jahre 1651 wurde unter der Herrschaft des Landgrafen Wilhelm VI. mit dem Wiederaufbau begonnen, bevor die Burg dann im Siebenjährigen Krieg wieder starke Beschädigungen durch Plünderungen und Zerstörungen erfuhr.

Die Sababurg wurde anschließend nur noch wenige Jahre als landgräfliches Jagdschloss genutzt, nachdem sie unter Landgraf Friedrich II. noch einmal gründlich erneuert worden war.

Bereits im Jahre 1724 wurde unter Landgraf Karl von Hessen-Kassel die Pferdeherde aus dem Sababurger Mauerpark herausgenommen und fand im ehemaligen Klosterhof zu Beberbeck (ehemals im Eigentum des Klosters Lippoldsberg) eine neue Unterkunft.

Danach verfiel das heutige "Dornröschenschloss" offenbar in einen mehr als 100-jährigen Schlaf.

Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts wird ein Hotel und Restaurant auf der Sababurg betrieben. Und an Dornröschen erinnern heute nicht zuletzt die wilden Rosen, die auf der Sababurg wachsen, etwa die historischen Sorten Ayshire Queen, Malvina oder Duchesse de Bragance.

Historische Wasserleitung nach Sababurg

Über 4,8 km führte einst die historische Wasserleitung vom Oedelsheimer Born zur Sababurg. Die Wasserleitung verlief u. a. zwischen den Erhebungen des Langenberg und des Hahneberg. Sie bestand aus konischen - in Großalmerode hergestellten - Tonröhren und übernahm ab 1592 die Wasserversorgung der Burg.

Literatur

Tor zur Sababurg

Märchenrundgang Dornröschen

Ein modernes Denkmal für die Brüder Grimm im Rosengarten der Sababurg - zahlreiche Stahlschnitte von Alfons Holtgreve zeigt der Märchenrundgang "Dornröschen" auf der Burg.
Stahlschnitt auf dem Märchenrundgang
Ansicht vom Rosengarten der Sababurg

Zahlreiche Stahlschnitte des Künstlers Alfons Holtgreve zeigt der Märchenrundgang "Dornröschen" auf Burg Sababurg, darunter auch ein modern gestaltetes Denkmal für die Brüder Grimm im Burggarten.

siehe auch

Wandern

Märchenlandweg

Etappe 25 des Märchenlandwegs verläuft von Hofgeismar über Schöneberg, Carlsdorf und Hombressen zur Sababurg im Reinhardswald.

Etappe 26 des Märchenlandwegs verläuft von der Sababurg über Gottsbüren nach Bad Karlshafen.

Weblinks

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