SMA Solar Technology

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Der Hauptsitz der SMA Solar Technology AG in Niestetal bei Kassel. - Quelle: HNA

SMA Solar Technology AG ist ein weltweit agierender Hersteller von Wechselrichtern und Überwachungsysteme für Photovoltaikanlagen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Niestetal bei Kassel gilt als umsatzstärkster und bekanntester Produzent von Wechselrichtern. SMA hat mehr 5.000 Mitarbeiter und erzielte 2012 weltweit einen Umsatz von 1,5 Mrd. Euro.

Unternehmensgeschichte

  • 1981: SMA wird unter dem damaligen Namen System-,Mess- und Anlagentechnik, Regelsysteme (SMA) als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gegründet. Gründer (und Vorstandsmitglieder): Günther Cramer, Peter Drews und Reiner Wettlaufer. SMA beginnt mit sieben Mitarbeitern in den Räumen einer ehemaligen Bäckerei in der Kasseler Kohlenstraße.
  • 1982: Im Dezember zieht das Unternehmen um in die Hannoversche Straße in Niestetal
  • 1991: SMA fertigt den ersten Solar-Wechselrichter PV-WR 1500 in Serie
  • 1993: Die Solartechnik wird im Unternehmen ein eigener Geschäftsbereich.
  • 1995: SMA stellt die String-Technologie vor: Gleichstromverteilungen und -hauptleitungen sind nicht mehr erforderlich.
  • 2000: Die Internationalisierung der SMA mit der Gründung der SMA America beginnt.
  • 2003: Die Serienfertigung von Zentral-Wechselrichtern für solare Großanlagen beginnt
  • 2004: SMA Regelsysteme GmbH wird zu SMA Technologie AG
  • 2007: SMA eröffnet ein eigenes Testzentrum für Solartechnik
  • 2008: SMA Technologie AG wird zu SMA Solar Technology AG.
  • 2008: Seit dem 27. Juni 2008 ist SMA als erster Hersteller von Photovoltaik-Wechselrichtern im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Seit dem 22. September 2008 ist die Aktie im TecDax vertreten.
  • 2009: SMS eröffnet seine neue Produktionsanlage. Sie ist die nach Firmenangaben größte Fabrik der Welt für Wechselrichter an Solaranlagen. In der 18.500 Quadratmeter großen und 45 Millionen Euro teuren Halle sollen jedes Jahr Wechselrichter mit einer Produktionsleistung von vier Gigawatt für den Weltmarkt entstehen.
  • 2010: In Denver (USA) startet die erste SMA Auslandsproduktion. Eine weitere Produktion folgt in Ontario (Kanada). An beiden Standorten wird für den nordamerikanischen Markt produziert.
  • 2011: Die SMA-Gründer kündigen an, einen Teil ihres Privatvermögens in drei Stiftungen einzubringen. Diese sollen sozale, kulturelle und wissenschaftliche Projekte in der Region fördern. Der Grundstock des Stiftungsverbunds soll sechs Millionen Anteilsscheine halten, was im Mai 2011 einem theoretischen Wert von 457 Millionen Euro entsprach.
  • 2011: Nachdem Reiner Wettlaufer bereits 2009 vom Vorstand in den Aufsichtsrat gewechselt ist, folgen ihm Günther Cramer und Peter Drews in das Kontrollgremium. Finanzvorstand Pierre-Pascal Urbon löst Günther Cramer als Vorstandssprecher ab. Cramer wird zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt.
  • 2012: Die neue SMA-Logistikhalle im Güterverkehrszentrum geht in Betrieb. Auf 45.000 Quadratmetern hält SMA dort Bauteile bereit, die für die Herstellung seiner Wechselrichter benötigt.[1].
  • 2012: Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon gibt am 18. Oktober bekannt, sich von 600 Zeitarbeitern zu trennen sowie weltweit 450 der 5700 Stellen bei SMA abzubauen.
  • 2013: Im März erwirbt SMA die Mehrheitsbeteiligung von 72,5 Prozent an der Jiangsu Zeversolar New Energy Co., Ltd., einem führenden Wechselrichter-Hersteller in China. Mit der Transaktion sichert sich das Unternehmen den Zugang zum Wachstumsmarkt China.
  • 2013: Die Krise bei SMA schlägt voll auf die Finanzen von Niestetal durch: Für das laufende Jahr erwartet die Gemeinde nur Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von insgesamt 2,2 Mio. Euro. Im Boom-Jahr 2010 hatte der hohe Gewinn des Solartechnikherstellers noch 38 Mio. Euro in die Gemeindekasse gespült. Die Folgen des Absturzes sind dramatisch: Für 2013 rechnet Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) mit einem Fehlbetrag von 5,7 Mio. Euro.
  • 2013: Im Mai wird das Smart-Home-System von SMA mit dem Hessischen Staatspreis für Energie-Informations-Kommunikations-Technik ausgezeichnet. Mit dem System können Privatkunden selbst produzierten Solarstrom direkt im Haushalt verbrauchen.
  • 2014: Die Talfahrt des Niestetaler Solartechnik-Produzenten SMA hält an: In den ersten neun Monaten des Jahres brach der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 22,5 Prozent auf 549,3 Millionen Euro ein.
  • 2014: Anfang Dezember fällt die SMA-Aktie so tief wie noch nie: Das Unternehmen hat zum zweiten Mal in 2014 seine Umsatz- und Ergebnisprognose nach unten korrigiert. Der Wechselrichter-Hersteller rechnet mit einem Verlust von bis zu 115 Mio. Euro. Die SMA-Aktie brach daraufhin um gut 23 Prozent auf ein neues Tief von 15,36 Euro ein.
  • 2015: SMA hat einen neuen Vertriebsvorstand. Martin Kinne organisiert ab Januar den weltweiten Verkauf und Service. Er löst in dieser Funktion Pierre-Pascal Urbon ab, der dieses Mandat als Vorstandssprecher seit Juni 2014 kommissarisch ausübte.
  • 2015: Der SMA-Mitbegründer, Aufsichtsratsvorsitzende und langjährige Vorstandssprecher Günther Cramer ist tot. Er starb am 6. Januar nach einer schweren Krebserkrankung nur drei Wochen nach seinem 62. Geburtstag. Cramer war Elektro-Ingenieur und einer der Wegbereiter der Energiewende.
  • 2015: Am 26. Januar wird bekannt, dass SMA international 1600 Stellen abbauen will - rund 1300 davon in Niestetal.

Vorstand

Aufsichtsrat

Günther Cramer (†) (Vorsitzender), Oliver Dietzel, Peter Drews, Dr. Erik Ehrentraut (Stellvertreter), Dr. Günther Häckl, Johannes Häde, Dr. Winfried Hoffmann, Prof. (em.) Dr. Werner Kleinkauf, Alexander Naujoks, Joachim Schlosser, Reiner Wettlaufer, Mirko Zeidler

  • Präsidialausschuss:

Günther Cramer (†) (Vorsitzender), Dr. Erik Ehrentraut, Dr. Günther Häckl, Mirko Zeidler.

  • Prüfungsausschuss:

Dr. Erik Ehrentraut (Vorsitzender), Johannes Häde, Alexander Naujoks, Reiner Wettlaufer.

  • Nominierungsausschuss:

Peter Drews (Vorsitz), Dr. Erik Ehrentraut, Prof. (em.) Dr.-Ing. Werner Kleinkauf.

  • Vermittlungsausschuss:

Dr. Günther Häckl (Vorsitzender), Günther Cramer, Dr. Erik Ehrentraut, Joachim Schlosser.

Profil

Servicecenter am Sandershäuser Berg

SMA beschäftigt mehr als 5000 Mitarbeiter inklusive Zeitarbeiter. Die Firma stellt damit eine wichtige Wirtschaftsgröße in Nordhessen und Deutschland dar. Das Unternehmen ist zudem in 21 Ländern präsent:

  • Deutschland (Hauptsitz - Vertrieb, Service, Produktion; SMA Railway Technology)
  • USA (Vertrieb, Service Produktion)
  • Kanada (Produktion)
  • Großbritannien (Vertrieb, Service)
  • Frankreich (Vertrieb, Service)
  • Italien (Vertrieb, Service)
  • Spanien (Vertrieb, Service)
  • Portugal (Service)
  • Belgien (Vertrieb, Service)
  • Tschechische Republik (Vertrieb, Service)
  • Griechenland (Vertrieb, Service)
  • Vereinigte Arabische Emirate (Vertrieb, Service)
  • Indien (Vertrieb, Service)
  • Thailand (Vertrieb, Service)
  • China (Vertrieb, Service)
  • Korea (Vertrieb, Service)
  • Australien (Vertrieb, Service)
  • Japan (Vertrieb, Service)
  • Polen (Transformatoren und Drosseln)
  • Chile (Vertrieb, Service)
  • Südafrika (Vertrieb, Service)

Produktpalette

SMA verfügt über eine breite Produktpalette an Wechselrichtern. Sie werden für verschiedene Modultypen und Leistungsgrößen angeboten: für kleine Hausdachanlagen, große Solarparks, netzgekoppelte Anlagen sowie Insel- und Backup-Systeme. Zudem bietet SMA Produkte zur Anlagenüberwachung und -visualisierung sowie Energiemanagementlösungen an. SMA bietet im Rahmen der SMA Solar Academy Schulungen an.

Stellenstreichungen

2012

SMA hat am 18. Oktober 2012 bekannt gegeben, dass es im Jahr 2013 mit einem Umsatzeinbruch um bis 40 Prozent rechnet. Das entspricht 900 Millionen bis 1,3 Milliarden Euro. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Beschäftigten. Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon kündigte an, sich von den verbliebenden 600 Zeitarbeitern zu trennen sowie weltweit 450 der 5700 Stellen abzubauen.[2] Der Stellenabbau trifft vor allem Niestetal und den Standort Kassel. Insgesamt sollen in Nordhessen 750 Jobs wegfallen.[3]

Als Grund für diese Entwicklung führte Urbon die massive Solarförderkürzung in Deutschland und Europa sowie den zunehmenden Preisdruck auch im Bereich der Wechselrichter an. Infolge der Umsatz- und Gewinnwarnung sind die Aktienkurse des Solartechnikherstellers abgestürzt. Die Papiere sind am 19. Oktober 2012 zeitweise um 23,47 Prozent auf 19,93 Euro eingebrochen.[4]

2014

Der Solartechnik-Spezialist aus Niestetal hat am 30. Juli 2014 mitgeteilt, dass im Jahr 2015 600 Stellen abgebaut werden sollen. Laut Umsatz- und Ergebnisprognose erwartet SMA für 2014 einen Umsatz von 850 Millionen bis 950 Millionen Euro und schließt einen Verlust nicht mehr aus. SMA begründete die Senkung der Prognose mit der Stagnation auf den Solarmärkten. Insbesondere in den Kernmärkten Europas sei die Nachfrage wegen weiterer Förderkürzungen stärker als erwartet eingebrochen. [5]

Panorama-Bild vom Solar Park in Baunatal-Hertingshausen

Panorama-Bild vom Solarpark in Hertingshausen. Der Solarpark besteht aus 21 Nachführ-Einheiten, mit je 48 Solarmodulen insgesamt 1008 Solarmodule, oder auch Photovoltaikmodule.Foto: Adam Ritze


2015

Am 26. Januar 2015 wurde bekannt, dass SMA international 1600 Stellen abbauen will - rund 1300 davon in Niestetal. Zu diesem Zeitpunkt waren etwa 4700 Menschen beim Konzern beschäftigt.

siehe auch

Quellen und Links

Quellen

  1. Aus HNA.de vom 24. April 2012: SMA-Logistikhalle im Güterverkehrszentrum geht in Betrieb
  2. Aus HNA.de vom 18. Oktober 2012: Krise erreicht SMA: 1000 Mitarbeiter müssen gehen
  3. Aus HNA.de vom 19. Oktober 2012: Stellenabbau bei SMA: "nicht leicht" -Aktie stürzt ab
  4. Aus HNA.de vom 19. Oktober 2012: Nach Umsatz- und Gewinnwarnung: Aktien von SMA Solar abgestürzt
  5. Aus HNA.de vom 30. Juli 2014: SMA schließt Verlust nicht mehr aus und entlässt Mitarbeiter

Weblinks