Süsterhaus

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Im Gegensatz zum "Fraterhaus" (Brüderhaus) das Schwesternhaus. Deshalb auch die Bezeichnung "süster": swëster, md. ndrh. gewöhnl. verschmolzen suster, süster, heute noch engl.: sister.

Der heutige Flurname "Süsterfeld" (Schwesternfeld) bewahrt die Erinnerung an alte Rechtsverhältnisse, denn von diesen Äckern bezogen die Schwestern des Konvents Abgaben.

Geschichte

Zur Geschichte vgl.: Kasseler Hospital 2 (2002) Nr. 3/4:

"Die drei Kasseler Stadtteile Altstadt, Unterneustadt und Freiheit blieben bis in das Jahr 1384 eigenständig mit eigener Verwaltung und eigenem Bürgermeister. Deshalb entstand für einheimische Kranke und Gebrechliche in jedem der drei Stadtteile ein Süsterhaus: 1340 das „Altstädter oder Große Süsterhaus“, das von Tertiarinnen geführt wurde und zwischen Mittelgasse, Ziegengasse, Oberster Gasse und Steinweg stand, also in unmittelbarer Nähe zum Elisabeth-Hospital. […]

Durch eine Stiftung der Bürger Gotze und Konrad aus Bettenhausen betrieben seit 1361 Reglerinnen am Holzmarkt 16 das Unterneustädter Süsterhaus. Durch Erwerb von benachbarten Häusern und Scheunen erweiterten die Schwestern 1474 das Anwesen und gestalteten Gärten in der Umgebung des Hospitals. Die Stiftung ging gleichfalls in den städtischen Kirchenkasten für Armenzwecke über. 1662 erweiterte das benachbarte Süsterhaus an der Christophstraße 17 die Unterneustädter Einrichtung um 20 bis 24 Pflegeplätze. 1671 entstand ein viertes Süsterhaus am Steinweg, dem Elisabeth-Hospital gegenüber."