Söhrebahn

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Letzte Fahrt der Söhrebahn: Große Verabschiedung am 30. September 1966 am Bahnhof Bettenhausen mit viel Prominenz und dem Musikzug Wellerode

Die Söhrebahn AG wurde 1910 von den drei Söhregemeinden und den wichtigsten Hauptaktionären Casseler Basaltindustrie (CBI), Hessische Braunkohle (HBZ) und Henschel und Sohn gegründet. Auch die Stadt Kassel besaß Anteile.

Ab 1912 wurde eine normalspurige Bahn vom Bahnhof Kassel-Bettenhausen bis Wellerode-Wald auf einer 10,6 km langen Strecke betrieben.

Vordergründiger Anlass für den Bau, war wohl das Ziel die Braunkohle, die am Stellberg gefördert wurde, zu den Abnehmern nach Kassel zu transportieren. Aber auch zahlreiche andere Betriebe siedelten sich längs der Strecke an und bekamen Anschlussgleise.

Auch der Personenverkehr wurde für die Menschen in den Söhredörfern, die ihre Arbeitsstellen in Kassel bislang nur beschwerlich erreichen konnten, zu einer erheblichen Erleichterung.

Die wirtschaftliche Entwicklung führte am 1. September 1966 zur Einstellung des Personenverkehrs und eines Teils des Güterverkehrs. Nachdem die Basalt- und Braunkohlenindustrie das Interesse an der Bahn verloren hatte, übernahm die Deutsche Bundesbahn am 1. Januar 1970 den restlichen Güterverkehr. Dieser ging in den folgenden Jahren auf neu errichtete Anschlussbahnen und andere Verkehrsträger.

Die Firma Söhrebahn GmbH ist 1970 erloschen.

L. R.

Geschichte

Soehrebahn letzte.jpg

Die Söhrebahn wurde 1912 eröffnet. Sie war eine Privatbahn und beförderte in den folgenden 54 Jahren rund 50 Millionen Fahrgäste.

Anfang des letzten Jahrhunderts hatte sich der Kasseler Kreistag für eine Kleinbahnverbindung zwischen Bettenhausen und Wellerode stark gemacht, schon wegen der Braunkohlevorkommen in der Söhre, aber auch um die südöstlich des Zentrums liegenden Ortschaften an die Kreisstadt anzubinden. Das Grundkapital von 450000 Mark brachten die anliegenden Gemeinden und einige Einzelpersonen in die AG ein. Am 22. August 1912 wurde die 10,5 km lange Strecke in Betrieb genommen. In der Zeitung stand: „Unter dem Jubel der zahlreichen Schaulustigen setzte sich die Henschel-Lokomotive von Bettenhausen aus über die Stationen Eisenhammer, Ochshausen-Crumbach, Vollmarshausen und Wellerode in Bewegung. Endstation war „Wellerode-Wald.“

Die Bahn transportierte vor allem Arbeitskräfte sowie Basaltsteine, Splitt, Kohlen und Ziegelsteine von Wellerode nach Kassel, aber auch Schulkinder und Marktleute. Am Wochenende nutzten Ausflügler, die in der Söhre wandern wollten, gerne diese Bahn. Fünf bis sieben Züge fuhren täglich die einspurige Strecke hin und zurück, am Wochenende sechs. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern schaffte sie die Strecke in einer knappen halben Stunde und überwand einen Höhenunterschied von 180 m. Die früheren Passagiere konnten zwischen der 2. bis 4. Klasse wählen. 1983 fuhr der letzte Güterzug auf dieser Strecke. Es dauerte lange, bis alle Schienen abgebaut waren. Das Grundstück auf Kasseler Gebiet wurde an die Stadt Kassel verkauft, die es aber für eine geplante „Regio-Tram“ frei halten muss. Im Augenblick hat sich ein schönes Biotop gebildet; z. T. wurde die Trasse mit Mitteln des Ortsbeirates in einen Rad- und Wanderweg umgebaut.

1912 wurden zwei Henschel-Lokomotiven (Bt) angeschafft, 1916 wieder eine verkauft, eine andere schied 1935 aus. Kurz nach 1912 wurden zwei weitere Loks (Dn2t) von Henschel gekauft und später umgebaut (Dh2t). Eine weitere Dh2t wurde 1965 erworben. 1970 wurden dann noch einmal zwei Diesselloks (D-dh) von Henschel angeschafft, von denen im Kahr 2000 noch eine bei der Kleinbahn Butzbach und eine andere in Italien bei ACT Reggio Emilia noch im Einsatz sein sollen.

siehe auch

Die heutige Verbindung: RegioTram-Haltestelle in Bettenhausen

Weblinks