Sälber Tor

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"Sälber Tor"

Der Weg in die historische Altstadt von Hofgeismar führte aus allen vier Himmelrichtungen durch Stadttore, das Kasseler Tor im Süden, das Sälber Tor im Westen, das Schöneberger Tor im Norden und das Mühlentor im Osten. Auch auf einer historischen Karte aus der Mitte des 18. Jahrhunderts sind diese Stadtein- und ausgänge in der Stadtmauer noch vermerkt.

Im Westen der Stadt, in der Nähe der Altstädter Kirche, befand sich das "Sälber Tor". Hier an der Keimzelle der Stadt Hofgeismar, betrat man offenbar schon die Stadt, als im Jahre 1223 der Siedlung „Hove Geismari“ durch den Mainzer Erzbischof Siegfried II. Stadtrechte verliehen wurden und sich der Ort zum Mittelpunkt eines Kirchsprengels entwickelt hatte.

Von hier führte der Weg in die Stadt zur Altstädter Kirche. Geschichtliche Urkunden erwähnen seit dem 13. Jahrhundert einen Archidiakonatssitz an der Altstädter Liebfrauenkirche, die der Gottesmutter Maria geweiht worden war. Angegliedert war ein Chorherrenstift, das bereits im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Die Archidiakonate waren Verwaltungsbezirke im Erzbistum Mainz, denen Pröpste vorstanden. Diese verwalteten nicht nur das Kirchengut sondern übten auch die geistliche Gerichtsbarkeit aus. Etwa 30 Pfarreien gehörten bis zur Reformation zu diesem Kirchensprengel.

Friedhof am Sälber Tor

Offenbar schon im 15. Jahrhundert, sicher aber im 16. Jahrhundert entstand vor dem Sälber Tor der heutige Friedhof der Stadt Hofgeismar. Im ältesten Teil des Friedhofs sind zahlreiche historische Grabmale erhalten geblieben, Zeugnisse einer Friedhofskultur zwischen 1800 und 1900, die von Gerhard Selb im Jahrbuch des Landkreises Kassel 2009, S. 43 ff. vorgestellt wurden.

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