Rundgang 5, Station 7

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Rundgang 1: Stationen der Ausstellung "Verlorene Stadt"
Station 1: Wilhelmsstraße | Station 2: Engelsburg | Station 3: Wolfsschlucht 5-11 | Station 4: Opernstraße 15 | Station 5: Gnadengässchen | Station 6: Theaterstraße | Station 7: Wolfsschlucht 19-21 | Station 8: Theaterstraße 4 und 2 | Station 9: Blick auf das Friedrichsgymnasium | Station 10: Wolfsschlucht / Kölnische Straße
Rundgang 2: Stationen der Ausstellung "Verlorene Stadt"
Station 11: Obere Karlsstraße 32 | Station 12: Obere Karlsstraße 26-28 | Station 13: Obere Karlsstraße bis Friedrichsplatz | Station 14: Obere Karlsstraße bis Weinbergstraße | Station 15: Hercules Bierbrauerei | Station 16: Karlskirche | Station 17: Wilhelmsstraße 15 | Station 18: Stadtpark | Station 19: Garde-du-Corps-Straße | Station 20: Garde-du-Corps-Platz
Rundgang 3: Stationen der Ausstellung "Verlorene Stadt"
Station 1: Karl Bernhardi Straße | Station 2: Dock 4 auf der Seite Oberste Gasse | Station 3: Porzellanhaus Hornschu in der Obersten Gasse 5 - Teil 1 | Station 4: Porzellanhaus Hornschu in der Obersten Gasse 5 - Teil 2 | Station 5: Fingerz Kleidung & Accessoires Entenanger 2 | Station 6: Jugendbücherei Oberste Gasse 24 - Teil 1 | Station 7: Jugendbücherei Oberste Gasse 24 - Teil 2 | Station 8: Hochzeitsatelier Oberste Gasse 30 | Station 9: Druselplatz 3 | Station 10: Reformhaus Kräuterhilde Martinsplatz 1
Rundgang 4: Stationen der Ausstellung "Verlorene Stadt"
Station 1: Martinsplatz | Station 2: Martinsplatz nach dem Abbruch des Tuchhauses | Station 3: Das Säulenportal am Martinsplatz | Station 4: Mittelgasse | Station 5: Das Grimmsche Märchenhaus | Station 6: Barockhaus von Oberst Georg du Mont | Station 7: Der Freiheiter Durchbruch | Station 8: Laubengänge am Freiheiter Durchbruch | Station 9: Kassels erste Fußgängerzone | Station 10: Der untere Abschnitt der Marktgasse
Rundgang 6: Stationen der Ausstellung "Verlorene Stadt"
Station 1: Café Nenninger, Friedrichsplatz 8 | Station 2: Brillen Vesper, Friedrichsplatz 6 | Station 3: Köhler Herrenbekleidung, Obere Königsstraße 37 (I) | Station 4: Köhler Herrenbekleidung, Obere Königsstraße 37 (II) | Station 5: Sinn Leffers, Friedrichsplatz 19-20 (I) | Station 6: Sinn Leffers, Friedrichsplatz 19-20 (II) | Station 7: AOK Geschäftsstelle, Friedrichsplatz 14 (I) | Station 8: AOK Geschäftsstelle, Friedrichsplatz 14 (II) | Station 9: Laufladen, Friedrichsplatz 12 (I) | Station 10: Laufladen, Friedrichsplatz 12 (II)
Rundgang 7: Stationen der Ausstellung "Verlorene Stadt"
Station 1: Haus Königsstraße 45 | Station 2: Lyceum Fridericianum, Am Friedrichsplatz 19-20 | Station 3: Das Palais der Landgrafen von Hessen Rotenburg um 1910 | Station 4: Der Königsplatz nach Nordosten 1820, ehem. Kaskade | Station 5: Brühlsches Haus um 1890 | Station 6: Obere Königsstraße und Kölnische Straße, um 1898–1905 | Station 7: Königsplatz 34 und Königsstraße 32, um 1905–1911 | Station 8: Die Baugruppe Nr. 38–46, um 1888–1890 | Station 9: Die Baugruppe Königsplatz 57–59, vor 1898 | Station 10: Das Posthaus am Königsplatz vor 1878


Blick durch den Freiheiter Durchbruch zum Altmarkt, mit Wildemannsgasse und Nebenfront des Marstalls, 1936; im Hintergrund von links die Rückfront des Hauses Brüderstraße 23, die Neubauten Freiheiter Durchbruch 12 (Glasermeister Hundertmark) und Wildemannsgasse 14 (GWG), das Haus Wildemannsgasse 12 (GWG) und die schmale Einmündung der Kettengasse

Station 7: Der Freiheiter Durchbruch

Als der Freiheiter Durchbruch 1936 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet wurde, war damit endlich eine zeitgemäße Verkehrsverbindung zwischen Altmarkt und Martinsplatz hergestellt. Die neue Durchbruchsstraße hatte den Vorteil, dass insgesamt nur 10 historische Bürgerhäuser abgebrochen werden mussten, von denen man sogar drei an anderen Standorten wieder aufbaute. Im Vergleich war dies eine recht geringer Eingriff: Zuvor war geplant gewesen, die Marktgasse zu verbreitern und dafür die bedeutende Randbebauung größtenteils zu opfern. Der Grundstückserwerb für den Durchbruch wurde zudem dadurch vereinfacht, dass man einen Teil des Marstallkomplexes durchschnitt; auf diesem nachträglich hinzugezogenen Areal hatten vor allem eine Reithalle und Wagenhallen gestanden – Fachwerkbauten von 1827. Die neue Randbebauung wurde behutsam in ihre Umgebung eingefügt. Dabei griff man architektonische Konzepte auf, die das Stadtbauamt bereits 20 Jahre zuvor entwickelt hatte: Die Häuser knüpften mit ihren Giebeln und den dichten Fensterreihungen an Bauformen der Altstadt an, ohne im Detail bestimmte Baustile nachzuahmen; ihre Schlichtheit erinnerte an verputzte Fachwerkbauten und entsprach der zeitgemäßen Architektur der späten 20er und der 30er Jahre. Am Hause Hundertmark wurde außerdem ein Renaissanceportal wiederverwendet, das einige Jahrzehnte zuvor am Martinsplatz abgebaut und magaziniert worden war. Im Zweiten Weltkrieg blieb nur das Haus Freiheiter Durchbruch 12 unbeschädigt; Nr. 14 brannte 1943 ab, wurde aber wiederhergestellt. So überliefern beide Bauten bis heute die Maßstäblichkeit der untergegangenen Altstadt. An der Stelle des ausgebrannten Marstalls wurde 1963/64 die Markthalle neu gebaut.

siehe auch