Rosenapotheke in Melsungen

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Stadtansicht mit Rosenapotheke

Die Rosenapotheke ist die älteste noch bestehende Apotheke in Melsungen. Sie ist die Keimzelle des Weltkonzerns B. Braun.

Geschichte

Per Urkunde vom 7. Oktober 1703 erlaubte Landgraf Carl dem Apotheker Georg Reinhardt Brambeer aus Felsberg - nach vielen Jahren vergeblicher Mühe - in Melsungen eine zweite Apotheke einzurichten. Da war er schon recht alt und übergab die Leitung seinem Sohn Johann Ernst Brambeer. Als der 1771 starb, ging die Apotheke an seinen Bruder Conrad über. Nachfolger wurde wiederum dessen Sohn Conrad Brambeer. Wie seine Vorfahren, hatte auch er ständig Ärger mit der Stadt, weil er das städtische Branntweinmonopol öfter verletzte.

Nach seinem Tod im Jahr 1813 war sein Sohn noch zu jung, um die Apotheke führen zu können. Sie wurde daher von einem Provisor verwaltet. 1827 bekam Karl-Theodor Brambeer die Leitung der Apotheke übertragen. Als er im Alter von 29 Jahren starb und keinen Erben hinterließ, der den Beruf des Apothekers erlernt hatte, musste die Apotheke verwaltet werden.

Die Ära Braun

Einer der Verwalter war Julius Wilhelm Braun aus Kassel, der sie 1839 als Besitzer übernahm. Unter seiner Leitung bekam die Rosenapotheke ein neues Gesicht: Er sammelte Pflanzen der heimischen Flora, trocknete und verkaufte sie. Dieser Handel wurde auch von seinem Sohn Bernhard übernommen. Daneben wurde von Bernhard Braun das galenische Programm (Herstellen von Medikamenten) so beträchtlich erweitert, dass 1867 eine Eintragung in das Handelsregister notwendig wurde. Da immer noch zwei Apotheken in Melsungen bestanden, die beide unter schwierigen finanziellen Bedingungen existierten, kam man überein, dass der Apotheker Helwig, Besitzer der Schwanen-Apotheke, sein Privileg an die Stadt zurückgab und dafür eine Konzession in Guxhagen erhielt.

1900 starb Bernhard Braun. Sein Sohn Carl übernahm Apotheke und Fabrik. Carl Braun legte den Grundstein für den Weltruhm der Firma Braun durch die Produktion von Steril-Katgut. Die Arbeit nahm überhand, Braun legte die Leitung der Apotheke in die Hände des Apothekers Werner Dabelow aus Magdeburg.

Weimarer Republik bis heute

1928 kaufte Dabelow die Apotheke samt dem Gebäude in der Brückenstraße 5. Er manövrierte die Apotheke geschickt durch die schwierigen Jahre der Weimarer Republik und den Zweiten Weltkrieg. Zur Seite stand ihm dabei sein Schwiegersohn Ludwig Schröder, der die Apotheke 1965 als Besitzer übernahm. Mittlerweile war die Rosenapotheke an den Marktplatz, den heutigen Standort, verlegt worden. 1985 stand der nächste Generationswechsel an: Sohn Joachim wurde Chef der Apotheke.

20 Jahre nach dem letzten Umbau stand 1999 eine Modernisierung an. 2002 erhielt die Apotheke das QMS-Zertifikat des TÜV-Cert Hessen.

Der älteste Sohn von Joachim Schröder, Alexander, trat in die Fußstapfen des Vaters, Großvaters und des Urgroßvaters und führt die Apotheke in der vierten Generation weiter.

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  • HNA-Artikel vom 3. November 2004: 300 Jahre für die Gesundheit


Weblinks