Ringwalle im Landkreis Kassel

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Ringwall auf dem Ahlberg

Zu den archäologischen Bodendenkmälern gehören frühgeschichtliche Ringwallanlagen, die auch an verschiedenen Orten im Landkreis Kassel zu finden sind.

Zu erwähnen sind insbesondere

Ringwall auf dem Ahlberg

Eco-Pfad Ahlberg-Mariendorf

Der Eco-Pfad zum Ringwall auf dem Ahlberg

Etwa zwei Kilometer östlich der Ortsmitte Mariendorfs erhebt sich der 394,6 Meter hohe Ahlberg, an dessen Westflanke die kleine Ahlberg-Siedlung liegt. Der Ahlberg liegt am Westrand des großen Waldgebietes des Gutsbezirkes Reinhardswald. Sein Plateau hat eine Größe von 1,25 Hektar und ist nach allen Seiten befestigt. Es wird von einem Wall mit vor gelagertem Graben umschlossen, der an der Nord- und Ostseite fast gradlinig, an der Süd- und Westseite jedoch leicht bogenförmig verläuft. An der Südwestseite befand sich früher eine Tongrube, deren Zufahrt Graben und Wall unterbricht. Einige andere muldenförmige Vertiefungen im Bereich um das Plateau sind ebenfalls auf diese Materialgewinnung zurückzuführen. Im Südost- und Ostverlauf sind Wall und Graben gut sichtbar erhalten.

Als ursprünglicher Aufbau der heute als Wälle sichtbaren Befestigung ist Mauerwerk anzunehmen, da an einigen Stellen der Außenseite des Walls erkennbare Steine auf eine Mauerfront hin deuten. Form und Ausführung der Gräben und Wälle lassen auf Reste einer frühmittelalterlichen Befestigung schließen, die eine ältere eisenzeitliche Anlage überlagert, was Funde aus dieser Zeit bezeugen. Inmitten der frühmittelalterlichen Wehranlage wurde im Spätmittelalter an der höchsten Stelle ein Wartturm, wahrscheinlich als Pendant zur in Sichtweite befindlichen Udenhausener Warte, errichtet. Vom Ahlberger Wartturm sind noch Teile eines mächtigen Mauerfundaments erhalten. Reste einer Ringmauer, die um den Turm herum eine Fläche mit einem Durchmesser von etwa 15 Metern umschloss, sind im Gelände erkennbar.

Ab Herbst 2007 führt ein Rundweg des EcoMuseums Reinhardswald unter der Bezeichnung „EcoPfad Ahlberg-Mariendorf“ über den Ahlberg. Zwei Schautafeln erläutern die geologischen und archäologischen Besonderheiten des Ahlbergs. Der Weg ist von der Bushaltestelle Ahlberg aus gut beschildert und problemlos begehbar.

Galerie

Literatur

  • Rolf Gensen, „Die Ringwallanlage auf dem Ahlberg bei Immenhausen-Mariendorf“ in: Stadt und Landkreis Kassel. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 7, Stuttgart 1986, S.129ff.
  • Jörg Lindenthal, „Kulturelle Endeckungen - Archäologische Denkmäler in Hessen“, Darmstadt 2004, S.95, ISBN 3-934377-734

Ringwall auf dem Hohen Dörnberg

Auf dem wenig bewaldeten Gipfelplateau des Dörnbergs ist noch heute deutlich sichtbar die Struktur eines mehrere hundert Meter langen, fast dreiecksförmigen Ringwalls zu erkennen. Sein Alter ist nicht zweifelsfrei geklärt, vermutlich stammt er bereits aus der Jungsteinzeit. Der Eco-Pfad Archäologie Dörnberg verläuft auch im Bereich dieser Wallanlagen.

Ebenso sind rund um die Basaltgruppe Helfenstein bei Zierenberg Bodenspuren unklaren Alters vorhanden.

Helfensteine bei Zierenberg

Funde aus vorgeschichtlicher Zeit belegen eine Besiedelung bereits zur Jungsteinzeit.

Eine Wallanlage bei dem größten Felsen der Helfensteine, mit einem künstlichen, etwa ca. 100 m langen Graben aus dem 12./ 13. Jahrhundert, deutet auf eine ehemalige hochmittelalterliche Burg hin.

Eberschützer Klippen

"Eberschützer Klippen" heißt ein steilansteigender Bergrücken südlich des Dorfs Eberschütz. Hier finden sich die Überreste einer alten frühgeschichtlichen Fluchtburg.

Nach der Legende soll hier der heilige Sturmius, ein Schüler von Bonifatius seine erste Missionspredigt gehalten haben.

Sieburg

Der Name Sieburg wurde offenbar nach einer im Osten oberhalb der Stadt auf etwa 270 m Höhe liegenden Hochfläche benannt. Vermutlich lag hier eine alte Fliehburg und frühmittelalterliche Wallanlage.

Startschuss für Eco-Pfad Sieburg

Archäologischer Weg soll Touristen anlocken

Bad Karlshafen. Auf der Sieburg, einer Hochfläche, nach der die Stadt Bad Karlshafen 1699 ihren ursprünglichen Namen erhielt, soll spätestens im nächsten Jahr ein weiterer archäologischer Wanderweg eröffnet werden. Er soll damit das größte hessische Bodendenkmal stärker in die Öffentlichkeit rücken und auch für ungeübte Spaziergänger gut aufbereitete Informationen zur Heimatgeschichte liefern. Um was es sich bei der Sieburg handelt, darüber sind sich die Forscher allerdings noch nicht einig.

Das Land Hessen hat für die Infotafeln, die Gestelle, die Hinweistafeln und das noch zu entwickelnde Informationsblatt knapp die Hälfte der 13.300 Euro Gesamtkosten bereitgestellt. Die übrigen fast 6.600 Euro zahlt der Kreis Kassel, um damit den regionalen Tourismus und die regionale Identität zu fördern, wie Landrat. Dr. Udo Schlitzberger am Freitagabend bei der Übergabe des Bescheides durch Peter Nissen vom Amt für Regionalentwicklung sagte.

Nach Nissens Worten sollen bis Ende 2009 insgesamt 15 archäolohgische Wanderwege im Kreis Kassel fertig sein. Eco bezieht sich auf die Idee des regionalen Eco-Museums, das aus vielen Bausteinen besteht.

Die vier schon existierenden Ecopfade Archäologie bei Helmarshausen, Gottsbüren, Mariendorf und am Dörnberg stoßen auf großes Interesse, sagte Schlitzberger. Es habe bereits einen spürbaren Zulauf von Geschichtsinteressierten gegeben. (tty)

(aus: HNA-online vom 6.1.2008)

siehe auch

Weblinks