RegioTram

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RegioTram des NVV (RT 3) am Bahnhof Hofgeismar

Nach dem so genannten Karlsruher Modell wird auch in Nordhessen die RegioTram als Stadtbahnsystem für Kassel und Umgebung betrieben.

Neben den herkömmlichen Straßenbahnen in Kassel (Trams) befahren besondere Regiotram-Fahrzeuge sowohl das Schienennetz der Deutschen Bahn als auch das Straßenbahnnetz, so dass für die Fahrgäste ein Umsteigen entfällt.

Beginn

Ab dem 10. Juni 2001 fand auf der Strecke WarburgKassel Hbf ein Vorlaufbetrieb statt, bevor der Verkehr im Mai 2005 auf der Strecke Kassel – Hofgeismar – Warburg aufgenommen wurde. Seit Januar 2006 findet der Verkehr auf der Strecke KasselLossetal, seit Juni 2006 auf der Strecke KasselMelsungen und seit Januar 2007 auf der Strecke KasselWolfhagen statt.

Die erste reguläre Regiotram

Die erste reguläre Regiotram, als Mischung von Eisenbahn und Straßenbahn, rollte am 19. August 2007 durch den 170 Meter lange Tunnel unter dem Kasseler Kulturbahnhof hindurch bis in die Kasseler Innenstadt. Sie kam aus Wolfhagen. Einige tausend Menschen kamen an den neuen Bahnsteig des Bahnhofes, der unter der Oberfläche liegt, um das angebrochene Regiotram-Zeitalter zu feiern. Durch den Tunnel wird das Netz der Eisenbahn mit dem Netz der Straßenbahn verbunden.

Fahrgastentwicklung

Waren es zu Beginn - im Jahr 2007 - noch 1,8 Millionen auf allen Streckenästen, wurden 2008 bereits 3,1 Millionen Fahrgäste und im Jahr 2009 schon über 3,5 Millionen Fahrgäste gezählt.

Funktion

NVV-Zug.JPG

Mit besonderen Regiotram-Fahrzeugen werden durchgehende Fahrten zwischen dem Schienennetz der Deutschen Bahn und dem innerstädtischen Straßenbahnnetz angeboten, wodurch ein Umstieg vom Zug in die Straßenbahn entfallen kann.

Das Projekt wird unter anderem vom Nordhessischen Verkehrsverbund, der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft, deren Tochterunternehmen Regionalbahn Kassel (RBK) und der Deutschen Bahn betrieben.

Daneben verkehren herkömmliche Straßenbahnen in Kassel, deren Linien nach und nach ins Umland verlängert werden.

Geschichte

Von der Dampf-Straßenbahn zur KVG
Im Stadtbild sind die Straßenbahnen heute selbstverständlich, und ohne ihre Tram können sich die meisten Kassel nicht vorstellen. Aber bis zum modernen Schienenfahrzeug, wie es die Menschen in Kassel heute kennen, war es ein langer Weg.

Hauptbahnhof Kassel mit alter Straßenbahn nach einer Ansichtskarte
RT 4 in Richtung Wolfhagen am Bahnhof Zierenberg
RT 9: RegioTram-Haltestelle am Leipziger Platz in Bettenhausen.

Alles begann damit, dass, nachdem Kassel 1866 preußisch geworden war, in der Stadt so etwas wie Fremdenverkehr entstand. Der Bergpark Wilhelmshöhe, der Herkules, das Schloss Wilhelmshöhe waren attraktive Besuchsziele, da lohnte es sich bald, eine Transportmöglichkeit nach Wilhelmshöhe und zurück einzurichten.

Zunächst verband ein Pferdeomnibus die Innenstadt mit dem Bergpark, in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Dann nahm sich ein Kasseler Buchhändler, Georg Wiegand, der Sache an. Weil er in Deutschland weder einen Investor noch die nötigen Finanzmittel auftreiben konnte, wandte er sich an eine Londoner Firma, ihn beim Bau einer Straßenbahnverbindung zu unterstützen.

Die Cassel Tramway Company Ltd. wurde gegründet und die sechs Kilometer lange Strecke vom Königsplatz bis fast zum Schloss gebaut. Ab Juli 1877 verkehrte eine Dampf-Straßenbahn auf dieser Strecke.

Ein paar Jahre später richtete eine weitere Firma eine Straßenbahnverbindung ein: eine Pferdebahnstrecke, die den Hauptbahnhof berührte und in die Holländische Straße führte. 1897 übernahm die Große Casseler Straßenbahn AG, die Urgroßmutter der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG), den Straßenbahnbetrieb und baute ihn weiter aus.

Im ersten Halbjahr 1898 stellte sie den Betrieb der Dampf-Straßenbahnen ein, die Strecken wurden elektrifiziert.

Quelle: Uwe Feldner: Stadt-LEXIKON - (Fast) alles über KASSEL, erschienen im Herkules Verlag

Ergänzung: Die erste Straßenbahn Europas mit Dampfantrieb vom Königsplatz nach Wilhelmshöhe brauchte 1877 für 6 km Wegstrecke rund 30 Minuten. Der Fahrpreis betrug 30 Pfennig.


Die Straßenbahn rollt in die Nachbarstadt
Ein historischer Tag, wie alle Beteiligten betonten: Am Samstag, 28. Mai 1994, rollte erstmals eine Kasseler Straßenbahn "richtig" in die Nachbarstadt Baunatal (zuvor hatte es lediglich die Route zur Wendeschleife am VW-Werk gegeben). Eindrucksvoll durchstieß die Tram südlich vom Mattenberg ein Transparent, um dann bis zur vorläufigen Endstation Porschestraße (heute: VW-Werk) zu rollen.

Es sollte daraus eine so nicht zu ahnende Erfolgsgeschichte der Straßenbahn werden, die ein Jahr später durchstartete bis zum Bahnhof Großenritte. Die Baunatal-Linie übertraf alle Erwartungen, wegen der stetig wachsenden Kundschaft mußten bald mehr Wagen in kürzeren Zeittakten eingesetzt werden.

Und die Linie 5 sollte auch andere Trampläne anschieben: die Linie über Helleböhn / Brückenhof nach Mattenberg und die Regiotram ins Lossetal, der weitere Verbindungen aus der Stadt heraus folgen sollen.

Die Baunatal-Lösung schrieb in Hessen aber auch Geschichte, weil erstmals eine Straßenbahn auf Eisenbahngleisen rollte, nämlich ab dem VW-Werk auf der historischen Trasse der Naumburger Kleinbahn. Zugleich blieb dem Museumszug Hessencourrier sein altbewährter Schienenweg erhalten.

siehe auch

Leipziger Platz in Bettenhausen - Tram 8 in Richtung Kaufungen, Papierfabrik
Bahnhof Helsa (Tram 4)
Die am Eröffnungstag mit Blumen geschmückte Tram kommt in Vellmar an.

Verbindungen

(eine Auswahl - Stand 2012)

RegioTram


Tram


Regiotram-Verbindung nach Mitternacht

Ab Dezember 2013 bietet bietet der Nordhessische Verkerhsverbund (NVV) eine Regiotram-Verbindung nach Mitternacht sieben Tage die Woche an. Zudem sollen alle Regiotrams zwischen Kasel und Melsungen im Halbstundentakt rollen. Auch der Halt Rengershausen wird in den Takt mit eingebunden. Lediglich drei Züge halten dann nicht in Oberzwehren und Rengershausen. Es handelt sich um die Verbindungen von Melsungen aus ab 8.32 Uhr, ab 16.33 Uhr und ab 18.33 Uhr.


Abfahrtszeiten und Stationen des Mitternachtzuges

  • Start am Auestadion: 0.07 Uhr
  • Hauptbahnhof: 0.19 Uhr
  • Rengershausen: 0.31 Uhr
  • Guntershausen: 0.35 Uhr
  • Melsungen: 0.45 Uhr

Weblinks

RegioTram - RT 3 in der Nähe des Bahnhofs Hümme

Unterseiten

RT 3 (auch: RT3)

RT 4 (auch: RT4)

RT 5 (auch: RT5)

RT 9 (auch: RT9)