Regierungspräsidium

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Regierungspräsdium.jpg

Das Regierungspräsidum in Kassel entstand in den Jahren 1957 - 60 nach den Plänen von Walter Freiwald an der Stelle des ehemaligen Regierungsgebäudes aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, das im Zweiten Weltkrieg 1943 ausgebrannt war.

Geschichte

Ob am hohen Ufer der Fulda tatsächlich der ehemalige fränkische Königshof aus dem Jahr 913 stand, ist nicht verbürgt. Historiker vermuten, dass der Hof neben der frühen Marktsiedlung Chassalla genau an jener Stelle gelegen war, wo heute das Kasseler Regierungspräsidium steht. Doch Belege dafür wurden bei Ausgrabungen bisher nicht gefunden.

Fundamente und Kellergewölbe der alten Landgrafenburg aus dem 14. und 15. Jahrhundert wurden aber schon 1935 auf dem RP-Gelände freigelegt, das jetzt verkauft werden soll. „Die wichtigste historische bauliche Stätte in Kassel ist dort, wo sich heute der Regierungs- und Justizpalast befindet“, so die Kasseler Neuesten Nachrichten im September 1935 über die Ausgrabungen. In historischen Quellen finden sich Hinweise, dass seit 1277 hoch über der Fulda die Residenz der hessischen Fürsten stand. In strategisch günstiger Lage konnte so der Flussübergang für die Fernstraßen gesichert werden.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Umwehrung der Burg erneuert. Von 1523 an ließ Landgraf Philipp I. Kassel in eine neuzeitliche Festung mit Bastionen umbauen. Auch die mehrfach um- und ausgebaute Burg ließ Landgraf Philipp I. schließlich abreißen und ab 1556 ein Landgrafenschloss im Renaissancestil errichten, das weit gehend unverändert bis zum Jahre 1811 dem hessischen Fürstenhaus als Residenz diente.

Nach der französischen Invasion wurde das Stadtschloss von Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte, dem damaligen König des Königreichs Westphalen, bewohnt. Die Franzosen hatten im Schloss eine Heizung einbauen lassen, die vermutlich die Ursache für einen Brand im November 1811 war. Das Feuer zerstörte den nordwestlichen Flügel völlig.

Kurfürst Wilhelm I., ließ im Dezember 1816 die ebenfalls beschädigten, aber noch stehenden weiteren drei Schlossflügel abreißen. Im Juni 1817 begannen die Arbeiten an einer monumentalen Chattenburg, die nie vollendet wurde. Nach Wilhelms Tod 1821 wurden die Arbeiten an dem klassizistischen Bau eingestellt. Wilhelm II. zog das Residenzpalais am Friedrichsplatz vor. Von diesem so genannten „Roten Palais“ steht heute nur noch der Portikus (am Textilkaufhaus Leffers). Die Steine der unvollendet gebliebenen Chattenburg wurden für den Bau der Neuen Galerie 1871 bis 1874 verwendet.

Ab 1875 entstand, ebenfalls unter preußischer Regie, das 1882 fertig gestellte Regierungsgebäude auf den Grundmauern der Chattenburg. Die neuen Landesherrn benötigten keine Residenz mehr, sondern einen Verwaltungsbau für die Königlich Preußische Regierung zu Cassel - die Keimzelle des späteren Regierungspräsidiums. Das Verwaltungs- und Justizzentrum wurde bei der Bombardierung Kassels im Oktober 1943 völlig zerstört, die Ruine von 1949 bis 1953 abgetragen. In den Jahren 1957 bis 1960 wurde das heutige Bürohochhaus gebaut.

Das Regierungspräsidium ging aus der preußischen Verwaltung hervor. Erster Regierungspräsident war Eduard von Moeller, der diese Tätigkeit von 1867 bis 1872 ausübte. Er sollte bis heute 24 Nachfolger haben.

Zunächst hatte das Palais Hessen-Rotenburg am Königsplatz als Dienstgebäude gedient. Später wechselte der Sitz des Regierungspräsidenten in ein Gebäude auf dem Areal des ehemaligen Stadtschlosses. Im Zweiten Weltkrieg wurde dieses Gebäude jedoch zerstört, nach dem Krieg nahm das Regierungspräsidium Ausweichquartiere in der Region in Anspruch.

1957 begannen die Bauarbeiten für den Neubau am Steinweg. Erster Regierungspräsident darin war Dr. Fritz Hoch. 1991 zog mit Ilse Stiewitt die erste Regierungspräsidentin in das Gebäude.

Regierungspräsidenten in Kassel nach dem Zweiten Weltkrieg

Die ehemalige Regierungspräsidentin Oda Scheibelhuber bei der 850-Jahr-Feier von Melgershausen im Jahr 2001

siehe auch

Weblinks