Familie von Pappenheim

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Stammvater des Geschlechts war der Ritter Rabe von Pappenheim, Truchsess des Klosters Corvey, der zu Beginn des 12. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt wird. Die Familie besaß zahlreiche Güter um Warburg sowie die Burggrafschaft über die Stadt.

Die Linie zu Liebenau und Stammen gehört der noch heute bestehenden Althessischen Ritterschaft an.

Das Geschlecht ist stammesgleich mit den Herren von Canstein und den Herren von Calenberg, die auch dasselbe Wappen führen. Eine um 1250 gegründete Nebenlinie benannte sich nach ihrem Besitz bei Volkmarsen Rabe von Coglenberg (auch Kugelsburg), ein weiterer Zweig wurde im Jahre 1307 von Bischof Otto von Paderborn mit der Burg Calenberg auf dem Calenberg bei Warburg belehnt und nannte sich Rabe von Calenberg. Diese beiden Linien sind inzwischen erloschen.

Liebenau und Stammen

Das Herrenhaus in Liebenau

Die Geschichte der Rabe von Pappenheim und die Geschichte der Stadt Liebenau im Landkreis Kassel sind eng verbunden. 1293 wurde das Städtchen im heutigen Landkreis Kassel erstmals erwähnt und gelangte 100 Jahre später in den Mitbesitz derer von Pappenheim.

Im Jahre 1429 wurde die im Diemelgebiet ansässige Familie auch Lehnsherr von Stammen und übte dort auch die so genannte niedere Gerichtsbarkeit aus. Das ehemalige Rittergut in Stammen erinnert bis heute an die wechselvolle Geschichte des Dorfs.

Das im 18. Jahrhundert errichtete Herrenhaus in Stammen entstand im Jahre 1770 zur Zeit der Sophie Florentine Anna von Pappenheims und ihres Ehemannes Christoph von Pappenheim. Sohn Wilhelm Maximilian Rabe von Pappenheim, damals noch Kammerherr des Herzogs Karl August von Weimar, heiratete im Jahre 1806 die 20 Jahre jüngere Diana Rabe von Pappenheim, geborene Gräfin Waldner von Freundstein. Mit ihr hatte er zwei Söhne, Gottfried und Alfred. 1808, zur Zeit des Königreichs Westphalen musste von Pappenheim Weimar verlassen und wurde, wie andere lokale Landadelige, an den Hof von Kassel beordert. Diana wurde dort Kammerzofe der Königin Katharina und später die Geliebte von König Jérôme Bonaparte.

Aus einem Artikel der HNA vom 11. Juli 2007:

Herbold von Pappenheim erzählte zum letzten Mal Geschichte und Geschichten über Liebenau

Liebenau. Das Interesse an dem pikantesten Detail in der Familiengeschichte derer von Pappenheim war zu erwarten. Ob denn die schöne Diana (1788-1844), die Ehefrau des Wilhelm Rabe von Pappenheim und Geliebte des Königs von Westfalen Jérôme Bonaparte, eine Verwandte sei, so die Frage. "Sie war meine Ur-Urgroßmutter und sie hatte zwei Töchter mit Jerôme", sagte Herbold Rabe von Pappenheim, der mehr als 30 Menschen durch die Stadt führte, die sich für die Geschichte Liebenaus interessieren.

Der Name Rabe von Pappenheim und die Geschichte der Stadt Liebenau seien eng verbunden, erfuhren die Zuhörer vor der Kulisse des Herrenhauses. Veranschaulicht durch Kopien historischer Stiche und für die spätere Zeit mit Fotos dokumentiert, erzählte der Gutsherr aus der Geschichte einer Stadt, die 1293 erstmals erwähnt wurde, 100 Jahre später in den Mitbesitz derer von Pappenheim gelangte und mehrmals während kriegerischer Auseinandersetzungen zerstört oder stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Vorbei an den wenigen erhaltenen Resten der Stadtmauer, deren andere Steine heute als Bestandteil später erbauter Gebäude zu sehen sind, der alten Schule, die ursprünglich ein kaiserliches Postamt war und der Albrechtschen Hofreite, die heute Standort des städtischen Bauhofs ist, führte der Weg durch enge Straßen mit den, bis auf wenige Ausnahmen, typisch kleinen Fachwerkhäusern einer ehemaligen Leineweberstadt.

(ziv)

siehe auch

Das ehemalige Herrenhaus in Stammen.

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