Die Bundeswehr in Wolfhagen 1959-2008

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Luftbild von Gasterfeld

Im Rahmen des Aufbaus der Bundeswehr entstand in Wolfhagen die Pommernkaserne 1958/1959 im Gasterfelder Holz. Truppenstandorte wurden in der Nähe der Grenze zur DDR aufgebaut.

Geschichte

Am 5. April 1960 erfolgte die Übergabe des Kasernenkomplexes durch Generalmajor Herrmann. Zu dieser Feier waren die Panzersoldaten in Formation angetreten. Der General schritt die Front der Soldaten ab. Ehrengäste waren zur Feier geladen. Ansprachen hielten damals der General, Landrat Alexander von Mielecki und Bürgermeister Berthold Kommalein. Der 1. Kommandeur des neuen Wolfhager Panzerbataillons 54 war damals Major Weidemann. Unter den angetretenen Soldaten befanden sich damals auch eine größere Anzahl Rekruten.

Er begann mit Gottesdiensten für die beiden Konfessionen. Diese wurden durch Standortpfarrer M. Hedderich und Bundeswehrpfarrer R. Kohnen ausgerichtet. Der Abend dieses Tages stand auch unter dem Motto des Neubeginns. Auf dem Gelände An der Limecke entfaltete die Truppe das Zeremoniell des Großen Zapfenstreiches, ausgeführt durch das Musikkorps der 2. Panzergrenadierdivision. Erstmals konnten die Bürger der Stadt Wolfhagen und angrenzender Gemeinden diesen militärischen feierlichen Musikablauf erleben. An jenem Abend standen mehr als tausend Menschen auf dem Sportplatzgelände. Im Anschluss an die musikalische Darbietung gab es einen besonderen Empfang der geladenen Ehrengäste im Sitzungssaal des alten ehrwürdigen Rathauses durch Bürgermeister Kommalein.

Deutschland besaß damals keine eigene Waffenproduktion. Die Soldaten des neuen Panzerbataillons wurden daher mit amerikanischen Panzern der Typen M41, M47 und M48 ausgestattet. Die „Wölfe“, wie sich die Truppe nannte (Zeichen: Springender Wolf im Hufeisen) konnten sehr bald beweisen, dass sie gut ausgebildet wurden. In den nachfolgenden Jahren wurden die alten M48 durch die Panzer Leopard 1 und 2 ersetzt. Die ebenfalls in Wolfhagen liegende Panzerjägerkompanie 50 ersetzte ihre M48 durch den Kanonenjagdpanzer.

Dass die Truppe sehr gut war bewies sie auch, indem hier polnische Soldaten ausgebildet werden konnten (auch aus anderen Ländern kamen Soldaten). Der Staat sorgte durch Neubauten dafür, dass die hauptberuflichen Soldaten in Wolfhagen Wohnungen fanden. 1960 wurde in Wolfhagen das Richtfest für 18 Häuser gefeiert (Hessische Heimstätte).

Das Jahr 2008 beendete infolge weltpolitischer Veränderungen den Standort Wolfhagen. Für die Stadt war dies ein einschneidender Vorgang.

Aus für den Standort

Nach den Ämterschließungen kam das Aus auch für den Bundeswehrstandort Wolfhagen. Die Pommernkaserne wurde im Jahr 2006 geschlossen. Zur Pommernkaserne gehörte damals das Panzerbataillon 62, mit 570 Soldaten und 29 zivilen Mitarbeitern; in anderen Bereichen gab es weitere 200 Soldaten und 60 Zivilangestellte. Das Kasernengelände hatte eine Fläche von 42 Hektar, der Standortübungsplatz 307 Hektar.

Betroffen von der Auflösung des Bundeswehrstandorts Wolfhagen wwar auch das Soldatenheim Haus Gasterfeld, Begegnungsstätte mit Szenekneipe für Soldaten und Wolfhager Bevölkerung gleichermaßen. </div>

siehe auch

Weblinks und Quellen