Petrusgemeinde

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Selbständige Evangelisch Lutherische Kirche in Berge

Die Petrusgemeinde in Homberg (Efze) ist eine kleine lutherische Kirchengemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK).

Gottesdienste und Gemeindeleben

Zentrum des Gemeindelebens sind die Gottesdienste. Zu ihnen kommen nicht nur die Gemeindeglieder zusammen, sondern auch Gäste sind herzlich eingeladen. Besonders die Gruppen des Lutherischen Jugendgästehauses bereichern unsere Gottesdienste in vielfältiger Weise.

In der Regel wird der sonntägliche Gottesdienst nach der Ordnung der Lutherischen Messe gefeiert; diese geht in ihren Ursprüngen auf den Gottesdienst der frühen christlichen Kirche zurück. Daneben gibt es auch besonders musikalisch ausgestaltete Gottesdienste sowie Jugend- und Familiengottesdienste.

Parallel zu einigen Gottesdiensten (meist um 10.30 Uhr) wird im Gemeindesaal ein Kindergottesdienst gefeiert, damit den Jüngsten die biblische Botschaft in angemessener Form verkündigt wird.

Unter der Woche kommt die Gemeinde in den verschiedenen Kreisen zusammen, die sich zum Teil auch in die Gestaltung der Gottesdienste einbringen. Außerdem besteht so die Möglichkeit, sich über Fragen des Glaubens und des christlichen Lebens auszutauschen. Einer der Schwerpunkte in der Gemeinde - und damit in der Arbeit des Pfarrers - ist der Konfirmanden-Unterricht: Er dauert zwei Jahre und hat in großen Teilen den Kleinen Katechismus Dr. Martin Luthers zur Grundlage. Die Inhalte werden für die Kinder zeitgemäß und nachvollziehbar umgesetzt und nach Möglichkeit auch vertieft. Da die Größe der Gemeinde überschaubar ist, kennt der Pfarrer alle Gemeindeglieder persönlich und kann viele regelmäßig besuchen.

In den Gottesdiensten der Petrus-Gemeinde wird - wie in allen Gemeinden der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) - Jesus Christus als der einzige Weg zum ewigen Leben klar verkündigt. Die Gemeinde glaubt an den Dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Die Glieder der Petrus-Gemeinde leben davon, dass ihr Herr Jesus Christus durch die Predigt und die Sakramente in ihrer Mitte gegenwärtig ist und handelt: Sie leben aus der Kraft ihrer Taufe, in der Christus sie ohne ihr Zutun vom ewigen Tod gerettet und ihnen ein neues, unvergängliches Leben geschenkt hat. Von diesem Geschenk soll niemand ausgeschlossen sein. Darum wird die Taufe in der Petrus-Gemeinde in der Regel schon Säuglingen gespendet.

Im Heiligen Abendmahl schenkt Jesus Christus durch die Gabe seines wahren Leibes und Blutes in Brot und Wein Vergebung der Sünden und engste Gemeinschaft mit sich; so werden die Abendmahlsgäste im Glauben und in der Gemeinschaft gestärkt. Grundlage für alles Lehren und Handeln in der Gemeinde sind die Heilige Schrift (Altes und Neues Testament) und die lutherischen Bekenntnisse als deren gültige Auslegung (z.B. das Augsburgische Bekenntnis und die Katechismen Martin Luthers).

Altar in der Selbständigen Evangelisch Lutherischen Petruskirche

Geschichte

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden - wie in vielen anderen deutschen Ländern auch - unter dem Einfluss Preussens die lutherische und die reformierte Kirche vom Staat zwangsweise vereinigt. Bewusst lutherische Christen widersetzten sich dieser erzwungenen Union: Pastoren mit ihren Gemeinden, aber auch einzelne Gemeindeglieder und ganze Familien traten aus den evangelischen Landeskirchen aus, die Pastoren wurden ihrer Ämter enthoben und z.T. staatlich verfolgt.

In Niederhessen entstand diese "Renitenz" 1873 anlässlich eines Missionsfestes in Melsungen; 43 Pfarrer aus Niederhessen schlossen sich dieser Bewegung an. Als ihre Führer taten sich besonders Wilhelm Villmar aus Melsungen und Friedrich-Wilhelm Hoffmann aus Felsberg hervor. Letzter zog 1874 zwangsweise nach Homberg und sammelte hier und in der Umgebung eine kleine Gemeinde. 1878 schloss sich die Gemeinde der "Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in den hessischen Landen" (Hessen-Darmstadt) an.

Zunächst wurden die Gottesdienste in einem Privathaus gehalten, 1885 konnte die Gemeinde das große Haus in der Bergstr. 17 erwerben. Nach einer grundlegenden Renovierung ist das Fachwerkhaus, dessen ältester Teil 1508 erbaut wurde, seit 1985 "Lutherisches Jugendgästehaus" der SELK. (www.lutherisches-jugendgaestehaus.de)

Von 1911-47 wurde die Gemeinde von auswärtigen Pfarrern versorgt, besonders aus Breitungen in Thüringen. Als dies nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr möglich war, bekam die Gemeinde wieder einen eigenen Pfarrer.

1988/89 wurde die Homberger Kirche von Grund auf renoviert und erweitert. Nach dem Einbau von bunten Glasfenstern mit Szenen aus dem Leben des Apostels Petrus trägt sie den Namen "Petrus-Gemeinde".

1972 schlossen sich die verschiedenen freien (=selbstständigen) lutherischen Kirchen in der Bundesrepublik Deutschland zur "Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche" (SELK) zusammen. 1991 schloss sich ihr auch die Ev.-luth. (altluth.) Kirche der ehemaligen DDR an.

Die SELK ist Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie ist unabhängig vom Staat, d.h. z.B., dass die Gemeindeglieder an Stelle von Kirchensteuern die Arbeit ihrer Kirche und Gemeinden durch freiwillige Beiträge finanzieren.

Von Anfang an eng verbunden mit der Homberger Petrus-Gemeinde ist die Gemeinde Verna (Ortsteil von Frielendorf). Ihre Gemeindeglieder nehmen am Gemeindeleben in Homberg teil. In bestimmten Abständen finden im Gottesdienstraum in Verna (Salzmarkt 3) eigene Gottesdienste statt.

siehe auch

Zehntscheune in der Homberger Bergstraße

  • Die Zehntscheune an der Bergstaße in Homberg ist mehr als 500 Jahre alt. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gebaut, diente der kleine Speicher lange als Lager für den zehnten Teil der Ernte, den die Bauern an die Kirche abtreten mussten.
  • Nachdem kein Zehnt mehr gezahlt werden musste, verfiel die Scheune. Die Denkmalschutzbehörde verbot einen Abriss. Für eine Renovierung hatte der Evangelisch-Lutherische Jugendverein Homberg, dem das Gebäude gehört, kein Geld. In Vorbereitung auf den Hessentag 2008 wurde das Gebäude in das Förderprogramm Stadtumbau West aufgenommen und die Sanierung begann.
  • Nach drei Jahren Arbeit war die kleine Scheune 2011 fertig saniert. Sie hat einen einzigen großen Raum im ersten Stock. Sockelgeschoss und Dachboden dienen als Abstellräume. Im Inneren sind die Wände weiß gekalkt, die schiefen Balken liegen frei. Für Licht sorgen moderne Edelstahlleuchten.
  • Die Scheune steht nach der Sanierung dem Jugendverein und der Petrus-Gemeinde als Gruppen-, Sitzungs- und Veranstaltungsraum zur Verfügung. Allerdings nur während der warmen Monate. Im Winter wird es zu kalt in der Scheune. Das liegt daran, dass eine Heizung mit Wasserrohren aus Denkmalschutzgründen nicht eingebaut werden durfte.

Quelle: Artikel in HNA vom 25. Mai 2011: "Der Winzling kommt groß raus"

Weblinks