Palmenbad

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1896 eröffnete Gustav Henkel neben seinem Elektrizitätswerk in der Hunrodstraße von 1893 das sogenannte Palmenbad, Kassels erstes Hallenbad.

Der Elektro-Henkel, wie er genannt wurde, setzte den mit Hilfe der Habichtswalder Braunkohle in seinem Werk gewonnen Strom in vielfältiger Weise ein.

Das Wasserbecken hatte eine Größe von 100 qm und wurde von der Abwärme des Elektrizitäswerkes beheizt. Es gab Abteilungen für Schwimmer und Nichtschwimmer sowie zwei Wände mit Umkleidekabinen. Das Wasser wurde durch ständigen Zulauf erneuert. Zum Bad gehörte ein Palmengarten mit exotischen Gewächsen.

Beliebt waren im Palmenbad die Schwimmkurse. Regelmäßig badeten hier die Mannschaften der III. reitenden Batterie des Artillerie-Regiments Nr. 11. Wenn im Sommer die kaiserliche Familie weilte, kamen die Prinzen zum Schwimmen ins Palmenbad.

Das Palmenbad wurde geschlossen, als 1918 das Henkelsche Elektrizitätswerk in den Besitz der Stadt kam. Die Stromerzeugung wurde eingestellt, das Bad konnte nicht mehr beheizt werden und weil es gerade Winter war, erfroren die Palmen.

Heute erinnert noch das wunderschöne Boutique-Hotel / Restaurant Palmenbad (www.palmenbad.de), welches liebevoll renoviert und saniert (11/2007) wieder eröffnet wurde, an die Existenz der Henkelschen Badeanstalt.

Gustav Henkel war auch der Gründer der heute nicht mehr existierenden Herkulesbahn. Sie transportierte ab 1902 die Braunkohle vom Habichtswald in das Tal und später (ab 1903) auch Fahrgäste.

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