Ottrau

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Ottrau
WappenOttrau.jpg
Wappen von Ottrau
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Einwohner: 2.314 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34633
Vorwahl: 06639
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeverwaltung: Neukirchener Straße 1
Website: www.ottrau.de
Bürgermeister: Norbert Miltz (parteilos)

Ottrau ist eine Gemeinde im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Geografie

Lage und Verkehr

Ottrau liegt ca. 10 km nördlich von Alsfeld an der Einmündung des Pfaffenbachs in die Otter. Im Norden des ursprünlichen Dorfes liegt ein Gutshof und eine ehemalige Burg.

Von Ottrau aus bestehen Straßenverbindungen nach Berfa, Immichenhain, Kleinropperhausen und Weißenborn.

1907 wird die Strecke der "Knüllwaldbahn" eingeweiht. Die Trasse führt von Treysa über Niederaula nach Bad Hersfeld. Etwa zwei Kilometer nordöstlich von Ottrau wird der Bahnhof-Ottrau an der Strecke eingerichtet. Der Personenverkehr wird am 1. Juni 1984, der Güterverkehr Ende 1995 eingestellt. Die Trasse wird danach gelegentlich durch eine Museumsbahn genutzt, nun wird sie abgebaut und in einen Radweg umgewandelt.

Der Ortsteil Ottrau hat ca. 730 Einwohner.

Nachbargemeinden

Im Norden grenzt Ottrau an die Stadt Neukirchen, im Nordosten an die Gemeinde Oberaula und im Südosten an die Gemeinde Breitenbach am Herzberg. Im Südwesten von Ottrau liegt die Stadt Alsfeld und im Westen die Gemeinde Schrecksbach.

Ortsteile

Die Gemeinde Ottrau besteht aus den sechs Ortsteilen Görzhain, Immichenhain, Kleinropperhausen, Schorbach und Weißenborn.

Geschichte

Blick auf den Ortsteil Görzhain

Ottrau wird erstmals im Jahr 775 urkundlich erwähnt, als dem Kloster Hersfeld von so genannten "liberi homines" unter anderem in Ottrau Ländereien übertragen werden.

1057 wird in Ottrau erstmals eine Kirche erwähnt, deren Patronat das Kloster Hersfeld inne hat. Die Kirche ist Sitz eines Erzpriestersprengels, zu dem die Pfarreien von Asbach, Hersfeld, Kirchheim, Niederaula, Obergeis, Eudorf, Ottrau, Schönberg und Schrecksbach gehören.

Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts wird der Sitz der Pfarrei Ottrau nach Neukirchen verlegt, die sodann dauerhaft die Nachfolge von Ottrau antrat.

Ottrau ist Mittelpunkt einer hersfeldischen Grundherrschaft. Diese umfasst in Jahren 1364 und 1367 Besitz und Einkünfte in den Dörfern Kleinropperhausen, Nausis, Niederberf, Ottrau, Riebelsdorf und den späteren Wüstungen Rommerode und Sachsenhausen. Aus der Grundherrschaft erwächst auch eine eigene Gerichtsherrschaft, welche in der Gründung eines Gerichts Ottrau mündet. Ab 1343 erhält die in Ottrau ansässige Adelsfamilie von Rückershausen ein Drittel des Gerichts in Ottrau zuerkannt. Ab 1366 ist das gesamte Gericht hersfeldisches Lehen der beiden Linien der Familie von Rückershausen.

Nach der Reformation wird in Ottrau 1535 eine neue Pfarrei für das zum Gericht Ottrau gehörige Gebiet eingerichtet. Mit Helwig von Rückershausen stirbt 1551 eine der beiden Linien der Familie von Rückershausen aus. 1552 erreicht sein Schwiegersohn Hartmann Schleier die Belehnung mit den Gütern und der Hälfte des Gerichts des Helwig von Rückershausen durch das Kloster Hersfeld. Das Gericht Ottrau umfasst 1569 die Dörfer Berfa, Kleinropperhausen, Konrode (später Wüstung) und Ottrau. Görzhain und Berfa werden im gleichen Jahr nach Ottrau eingepfarrt. 1576 stirbt auch die zweite Linie der Familie von Rückershausen im Mannesstamme aus. Die Belehnung geht auf seine Tochter und ihre Nachkommen, die Familie von Schwertzell, über. Ab 1579 gehören zum Gericht Ottrau auch die später wüst gefallenen Orte Sachsenhausen und Rommerode. 1585 wird Görzhain wieder als eigene Pfarrei bezeichnet. Ottrau gehört zum gleichnamigen Gericht und zum Amt Neukirchen und hat 45 Hausgesesse.

Die Klosterkirche Immichenhain.
(Archivfoto: © HNA/Grede)

Im Jahr 1606 verkauft Christian Schleier seine Gerichtshälfte an die hessischen Landgrafen. Bis dahin hatten die Schultheißen der Familie Schleier und von Schwertzell die Gerichtsbarkeit in Ottrau gemeinsam ausgeübt. Der Schultheiß der Schleier führt seine Funktion in hessischen Diensten weiter. Den Vorsitz des Gerichts hat er nun abwechselnd mit dem Schultheißen der Familie von Schwertzell inne. Ab 1632 wird das Gericht Ottrau vom Schultheißen des Amtes Neukirchen in Personalunion mitverwaltet. Im Jahr 1662 wird erstmals ein Jude in Ottrau erwähnt.

1744 gibt es in Ottrau acht jüdische Familien. 1747 wird die Kirche von Kleinropperhausen nach Ottrau eingepfarrt. Im Jahr 1750 gib es in Ottrau zwei Maurer, vier Krämer, zwei Schreiner, zwei Zimmerleute, fünf Wagner, zwei Schmiede, zwei Ziegler, vier Schneider, 14 Leineweber, einen Wirt, zwei Branntweinbrenner, einen Bender, acht Tagelöhner und sieben Handelsjuden.

Im Königreich Westphalen bilden die Franzosen von 1807 bis 1813 das Kanton Oberaula, zu dem auch Ottrau zählt. Nach der Wiedererrichtung des Kurfürstentums kam Ottrau 1814 wieder zum Amt Neukirchen. 1821 wird Ottrau im Rahmen der Kurhessischen Verwaltungsreform dem Justizamt Neukirchen und dem neuen Kreis Ziegenhain zugeordnet. Im Jahr 1837 wird die Kirche von Berfa ausgepfarrt und die Kirche von Görzhain erneut nach Ottrau eingepfarrt. Ab 1867 gehört Ottrau zum neu gebildeten Amtsgericht Neukirchen.

1928 werden Teile der Gutsbezirke Forst Immichenhain und Ottrau eingemeindet. 1939 hat Ottrau 659 Einwohner, 1961 lebten hier 769 Menschen.

Am 1. April 1972 schlossen sich die Gemeinden Görzhain, Immichenhain, Kleinropperhausen, Ottrau, Schorbach und Weißenborn zur neuen Gemeinde Ottrau zusammen. Sitz der Gemeindeverwaltung wurde der Ortsteil Ottrau. Ab 1. Januar 1974 gehört die Gemeinde Ottrau zum neu gebildeten Schwalm-Eder-Kreis.

Persönlichkeiten

  • Wilhelm Schäfer (* 20. Januar 1868 in Ottrau, † 19. Januar 1952 in Überlingen am Bodensee), Schriftsteller

Politik

Bürgermeister und Gemeindevorstand

Der Gemeindevorstand der Gemeinde Ottrau besteht zur Zeit aus sechs ehrenamtlichen Mitgliedern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Den Vorsitz im Gemeindevorstand führt der Bürgermeister. Die ehrenamtlichen Mitglieder werden auf die Dauer von fünf Jahren gewählt.

Seit der Kommunalwahl 2006 stellen die CDU und die FWG jeweils zwei Mitglieder, die SPD und die UWG jeweils ein Mitglied des Gemeindevorstands. Erster Beigeordneter ist Markus Pollok (FWG).

Dem Gemeindevorstand obliegt als Verwaltungsbehörde die laufende Verwaltung der Gemeinde. Er führt die Entscheidungen der Gemeindevertretung und die ihm von ihr übertragenen Aufgaben aus.

Der Bürgermeister wird von der Bevölkerung der Gemeinde Ottrau für die Dauer von sechs Jahren gewählt.

Bürgermeister Heinz Grein (CDU) wurde am 20. Februar 2005 mit 52,94 % der Wählerstimmen gewählt.

Gemeindeparlament

Ergebnis der Kommunalwahl 2006 % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 40,7 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,2 4
FWG Freie Demokratische Partei Deutschlands 18,7 3
UWL Unabhängige Wählergemeinschaft 10,4 2

Die Gemeindeversammlung ist das höchste Organ der Gemeinde Ottrau. Sie trifft alle wichtigen Entscheidungen und erlässt die Satzungen ("Gesetze") der Gemeinde. Zur Vorbereitung dieser Entscheidungen bildet die Gemeindeversammlung verschiedene Ausschüsse in denen einzelne Themen vorbereitet werden, um sie dann der Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorlegen zu können.

Die Ottrauer Gemeindeversammlung hat 15 Mitglieder. Vorsitzender der Gemeindevertretung ist Norbert Milz (CDU).

Partnerschaft

Die Gemeinde Ottrau unterhält eine Partnerschaft mit der ungarischen Stadt Dravafok.

Wahlkreise

MdB: Dr. Edgar Franke

DR. Edgar Franke ist Bundestagsabgeordneter (SPD) für den Wahlkreis 171 Schwalm-Eder / Waldeck-Frankenberg

Dr. Edgar Franke (SPD) ist Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis 171 Schwalm-Eder / Waldeck-Frankenberg

Weitere Informationen über Dr. Edgar Franke HIER und auf der Internetseite des Abgeordneten: Dr. Edgar Franke (MdB)


MdL: Günter Rudolph

siehe auch

Wussten Sie schon, dass ... ?

Weblinks


Ortsteile der Gemeinde Ottrau
WappenOttrau.jpg

Görzhain | Immichenhain | Kleinropperhausen | Ottrau | Schorbach | Weißenborn


Städte und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis
WappenSchwalmEderKreis.jpg

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