Otto Heinrich Kühner

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Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner

Otto Heinrich Kühner wurde am 10. März 1921 im badischen Nimburg als Sohn des Pfarrers und späteren Theologieprofessors Gustav Kühner und dessen Frau Luise geboren. Er starb nach langer, schwerer Krankheit am 18.10.1996 in Kassel. Ebenso wie seine Ehefrau, die Schriftstellerin Christine Brückner wurde er auf dem Friedhof von Schmillinghausen bei Arolsen begraben.

Leben

- Von Friedrich W. Block -

aus: HNA vom 17.10.2006

Die Jahre gut verwendet

Der Schriftsteller und Maler Otto Heinrich Kühner starb heute vor einem Jahrzehnt im Alter von 75 Jahren in Kassel

"Geboren am 10. März 1603 / Aus einem zerbrochenen Kranichei", heißt es in Otto Heinrich Kühners Gedicht "Meine Biographie". Das Geburtsjahr stimmt nicht ganz (1921!), ein Sterbedatum verkünden die Verse nicht. Aber 1973 schreibt Kühner an seine Frau Christine Brückner: "Vielleicht lässt uns Gott zusammen 75 werden, miteinander." Dieser Wunsch wurde erhört, der Autor starb heute vor zehn Jahren, drei Monate vor seiner Frau, beide wurden 75 Jahre alt.

Auf dem Brückner-Kühner-Platz in Kassel: Glassteine mit Texten der Literaten

Kühner kam 1967 der Liebe wegen nach Kassel. Aus einem Pfarrhaus in Nimburg am Kaiserstuhl stammend, hatte er nach Krieg und Gefangenschaft zunächst in Heidelberg Philosophie, Literatur- und Musikwissenschaft studiert und ging dann als Dramaturg und Lektor an die Hörspielabteilung des Süddeutschen Rundfunks. 1950 erschien als Erstes sein erfolgreiches Hörspiel "Die Übungspatrone". Aus der Rundfunkarbeit gingen auch eine viel beachtete Dramaturgie ("Mein Zimmer grenzt an Babylon", 1954) und eine Darstellung des Zweiten Weltkriegs hervor ("Wahn und Untergang", 1956). Kühner war produktiv, es erschienen sechs Romane, "Nikolskoje" (1953) als bekanntester, Erzählbände, Dramen, Lyrik. Das Gesamtwerk beläuft sich auf gut 40 Titel. Er war Mitglied der Gruppe 47 und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Wappenring der Stadt Kassel.

In Kassel arbeitete Kühner verstärkt an komischen Gedichten, die ab 1966 zwei Jahrzehnte lang in großen deutschen Zeitungen wie der Süddeutschen, der ZEIT oder der Frankfurter Rundschau erschienen und den Querdenker "Pummerer" einem breiten Publikum bekannt machten.

Nachdem seit Mitte der 80er-Jahre eine schwere Krankheit seine Schreibkraft schwächte, trat Kühner auch als Maler hervor, unterstützt von Christine Brückner ("Deine Bilder, meine Worte", 1987). Mit ihr zusammen gründete er 1984 die Stiftung Brückner-Kühner, die seither alljährlich den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor vergibt und heute ein kleines, feines Literaturzentrum ist.

"Ich habe meine Jahre gut verwendet", endet das zitierte Gedicht, "Und die Zeit maßlos verschwendet".

(Dr. Friedrich W. Block ist geschäftsführender Kurator der Stiftung Brückner-Kühner.)

Werke

siehe auch

Weblinks