Oscar Robert Henschel

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Oscar Robert Henschel

Oscar Robert Henschel (1899 - 1982), Sohn von Karl Anton Theodor Henschel, war Leiter der Firma Henschel in den Jahren 1924 bis 1957.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Oscar Robert Henschel war der Sohn von Karl Anton Theodor Henschel.

Er erweitert in den Standorten Kassel die Produktionsbereiche um Lastwagen- und Omnibus- sowie Panzerbau.

Oskar Robert Henschel (1899 bis 1982) übernahm die Firma in Zeiten der Inflation

Henschelstern auf dem Kühler

Artikel in HNA-online vom 7.6.2010 von Thomas Siemon

Kassel. Seit den Anfängen der Firma Henschel im Jahr 1810 war es trotz einiger Rückschläge immer bergauf gegangen. Die Entwicklung mit dem Aufstieg zu Europas größtem Hersteller von Lokomotiven schien unaufhaltsam. Bis zum Jahr 1922 stieg die Zahl der Mitarbeiter auf 10 700 an. Doch mit der Inflation, die ein Jahr später ihren Höhepunkt erreichte, wurde diese Entwicklung jäh gestoppt.

Entlassungen und Notgeld
Als mit Oskar Robert Henschel 1924 die sechste Generation aus der Familie die Leitung übernahm, war in erster Linie Krisenmanagement gefragt. Selbst die stolzen Henschelaner, die immer mehr Geld in der Lohntüte und bessere Sozialleistungen als andere hatten, mussten um ihren Arbeitsplatz bangen. Innerhalb von vier Monaten zu Beginn des Jahres 1924 kündigte Henschel 3300 Mitarbeitern.

Das Geld hatte in einer galoppierenden Inflation dramatisch an Wert verloren. Innerhalb kurzer Zeit stieg der Preis für ein Roggenbrot auf 136 Mark (Januar 1923), auf 555 Mark (Juni) und im November des Jahres auf unfassbare 192 Milliarden Mark. Große Firmen wie Henschel brachten Notgeld heraus. Erst mit der Einführung der Reichsmark war die Zeit der vielen Nullen vorbei.

Die wirtschaftliche Lage blieb aber weiter angespannt. Das machte sich auch bei den Bestellungen für Lokomotiven dramatisch bemerkbar. Die Deutsche Reichsbahn, bislang der größte und zuverlässigste Kunde von Henschel, reduzierte ihre Bestellungen um 90 Prozent. Im ersten Geschäftsjahr mit Oskar Robert Henschel an der Spitze gab es nicht eine einzige Bestellung. Der Markt für Lokomotiven war so schlecht wie nie zuvor.

Aus der Not heraus forcierte Henschel die Aktivitäten in anderen Geschäftsfeldern. Der erste in Kassel produzierte Lkw aus dem Jahr 1925 hatte 50 PS, fünf Jahre später baute Henschel den mit 250 PS stärksten Nutzfahrzeugmotor auf dem Markt. Im Jahr 1926 nahm die deutsche Reichspost die ersten drei Henschel-Omnibusse in Betrieb.

Die Abteilung Straßenbaumaschinen ging 1924 an den Start. Hier wurden unter anderem Dampfwalzen, Teerkocher, Teertankwagen sowie Wohn- und Gerätewagen hergestellt. Versucht hat Henschel damals einiges. Zu den Produkten, die schnell wieder verworfen wurden, gehörten auch die so genannten Caffix-Maschinen. Mit Heißdampf betrieben, sollte dieser Vorläufer heutiger Espresso-Maschinen in der Gastronomie eingesetzt werden. Da war Henschel wohl seiner Zeit zu weit voraus.

Der Bau von Bussen und Lkw wurde ab 1925 zum wichtigen Standbein, der sechsstrahlige Stern auf der Kühlerhaube zum Markenzeichen.

Zweiter Weltkrieg

In die Zeit der Kriegsjahre fiel der Einsatz von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Allein bei Henschel wurden 1942 in der Rüstungsproduktion über 6000 Zwangsarbeiter eingesetzt. Insgesamt waren es in Kassel bis zu 30 000 ausländische Arbeitskräfte, es gab Massenquartiere in der Nordstadt, am Mattenberg und in Waldau. Hinzu kamen rund 200 kleinere Lager und Unterkünfte.

Jeder zweite Rüstungsarbeiter in Kassel war Ausländer. Sie alle schufteten unter oft menschenunwürdigen Bedingungen, die Kasseler Rüstungsschmieden liefen rund um die Uhr.

Nach dem Krieg betrieb Oscar R. Henschel den Wiederaufbau der Firma.

siehe auch

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