Oktogon

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Oktogon (gr.-nlat.) bedeutet "Achteck" und verweist im Weiteren auf Gebäude mit achteckigen Grundrissen. Der Kasseler Oktogon samt Pyramide und Herkulesstatue wird im Volksmund nur noch Herkules genannt. Landgraf Karl von Hessen-Kassel ließ 1700 bis 1717 durch den italienischen Architekten Giovanni Francesco Guerniero das Oktogon (“Riesenschloss”) mit der Figur des Herkules als krönenden Abschluss der 1,5 Kilometer langen Kaskadenanlage errichten.

Bauform

Helmut Sander, von 1950 bis 1971 Bauleiter am Herkules, weist in seinem Buch "Das Herkules-Bauwerk" (Verlag Thiele & Schwarz) nach, dass das Oktogon (Achteck) eine der beliebtesten Baufiguren seit der Antike ist. Wahrscheinlich wird es als Grundform für Türme und Kirchen so gern gewählt, weil es, ausgehend vom Quadrat, zur Windrose und zum griechischen Kreuz ebenso führt wie zum Kreis. Auf Grund seiner Nähe zum Kreis ist das Oktogon gern als Basis für runde Kuppelbauten eingesetzt worden.

Zu den bedeutenden Oktogon-Bauten zählen das Pantheon in Rom und der Felsendom in Jerusalem. Das Aachener Münster und die Krukenburg bei Karlshafen basieren ebenfalls auf Oktogon-Konstruktionen. Kein Wunder, dass auch Giovanni Francesco Guerniero diese Idealform wählte. In der Gesamtkonzeption des Karlsbergs stellt das Oktogon den "Palast der Riesen" dar, mit Herkules als Triumphator auf der Spitze der nachträglich hinzugefügten Pyramide.

Oktogon-Projekt Bodes

Der Herkules am 13.11.2011.
Foto: Günther Pöpperl

Kurz vor seinem Tod versuchte Arnold Bode 1977 noch einmal seinen Traum, den er seit Jahren hegte, in die Wirklichkeit umsetzen. Er wollte zu einer documenta eine Ausstellung im Oktogonschloss unter dem Herkules realisieren. Für sein Oktogon-Projekt hatte Bode bereits eine Künstlerliste aufgestellt, die Finanzierung durchgerechnet. Er sah das Ziel vor Augen, musste dann aber doch kapitulieren. Vor allem fehlte das Geld. Selbst wenn er das Geld zusammenbekommen hätte, hätten die Schwierigkeiten erst begonnen, denn diese Kunstschau wäre eine Art Gegen-documenta geworden, weil sie nicht aus dem Team von Manfred Schneckenburger vorbereitet worden wäre, sondern von dem nahezu ausgebooteten documenta-Gründer. Bodes Vision wartet bis heute auf ihre Umsetzung.[1]

siehe auch


Weblinks und Quellen

  1. Aus documentaforum.de vom 23. Februar 2011: Oktogon-Projekt von Heiner Georgsdorf