Oelshausen

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Oelshausen
Kirche-Oelshausen.JPG
Kirche in Oelshausen
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Stadt: Zierenberg
Eingemeindung: 1971
Geografische Lage: 51° 12′ N, 08° 56′ O
Höhe: 339 m über NN.
Einwohner: 532 (2015)
Postleitzahl: 34289
Vorwahl: 05606
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Poststraße 20
34289 Zierenberg
Website: www.zierenberg.org
Politik
Ortsvorsteher: Johannes Schwarz

Oelshausen ist ein Fachwerk-Haufendorf und Stadtteil der Stadt Zierenberg im Landkreis Kassel in Hessen.


Geografie

Oelshausen liegt 18 km westlich von Kassel im Naturpark Habichtswald zwischen dem Habichtswalder Ortsteil Ehlen im Osten und dem Wolfhager Stadtteil Istha im Westen.

Der von der Bundesstraße B 251 tangierte Ort wird vom Oberlauf der Erpe durchflossen und von Hundsberg (497 m ü. NN) und Wattenberg (516 m ü. NN) umrahmt.

Die Auffahrt Zierenberg, der Bundesautobahn A 44 (Kassel - Dortmund) ist 2 km in Richtung Osten entfernt.

Südlich von Oelshausen entspringt die Erpe am Westrand des Naturparks Habichtswald. Das Quellgebiet, das aus 5 Quellbächen gespeist wird, liegt an den nordwestlichen Hängen des Wattenbergs und des Hundsbergs.


Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Zum ersten Mal wird das Dorf „Hosicheshusun“ 1074 in der Gründungsurkunde Hasungens erwähnt. Der Ritter Gumbert schenkte das Dorf dem Kloster Hasungen 1074. Als Nachweis einer frühen Besiedlung wird die zugemauerte Rechtecktür mit Tympanon (im Kirchenbau des Mittelalters das Bogenfeld über dem Türsturz) an der Nordwand der Kirche angesehen. Gleichzeitig war es die Zeit des Auftretens des heiligen Heimerad und noch vor der eigentlichen Gründung des Klosters Hasungen.

Im 15. Jahrhundert war das Dorf unbewohnt.

Das Schicksal des Ortes war eng mit dem Kloster Hasungen verknüpft, welches mit der Säkularisation (außergewöhnlich, weltlich - ganz im Gegensatz zu geistlich) während der Reformation ca. 1540 endete.

Im 30jährigen Krieg, und insbesondere unter den Truppen des Heerführers Tilly, wurde das Dorf Oelshausen ca. 1624 geplündert, die Häuser und ihre Bewohner ausgeraubt und das Mobiliar zerschlagen.

Im 7jährigen Krieg 1758/ 59 wiederholten sich die Plünderungen bis die Franzosen, die in den Wäldern um Oelshausen lagen, abzogen.

Auch die nachfolgenden Kriege hinterließen ihre Spuren im Dorf. 1921 wurde das Ehrenmal neben der Kirche zum Gedenken der im 1. Weltkrieg gefallenen Männer, errichtet und nach dem 2. Weltkrieg mit Gedenktafeln für die zahlreich Gefallenen aus der Gemeinde ergänzt.

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform schlossen sich 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Oberelsungen, Burghasungen, Oelshausen, Escheberg, Laar und Hohenborn mit der Stadt Zierenberg zusammen.


Zur Entstehung des Ortsnamens

Frühere Namen: [1]

Hosicheshusun 1074 (UA Hasungen)
Osicheshusen 1123 (UA Hasungen)
Hoshusen 1240 (UA Hasungen)
Oshusen 1241 (UA Hasungen)
Oyshusen 1328 (UA Hasungen)
Oenshusen 1368 (UA Hasungen)
Oelshusen 1429 (als Familienname in einer Hasunger Urkunde)
Olshusen 1510 (Hasunger Güterregister)
Ulshausen 1525 (UA Hasungen)
Ellshausen 1747 (DB)

Entstehung des Ortsnamens (Märchen)


Entwicklung der Einwohnerzahlen

Die Entwicklung der in Oelshausen mit Hauptwohnsitz gemeldeten Einwohner [2]

Jahr Einwohner
1585 32 Haushalte
1747 48 Haushalte
1834 456
1840 451
1846 451
Jahr Einwohner
1852 459
1858 405
1864 413
1871 428
1875 427
Jahr Einwohner
1885 419
1895 404
1905 362
1910 357
1925 347
Jahr Einwohner
1933 338
1939 364
1946 566
1950 525
1956 462
Jahr Einwohner
1961 428
1967 459
1970 476
1975 495
1980 510
Jahr Einwohner
1985 516
1990 511
1995 562
2000 550
2005 559
Jahr Einwohner
2007 547
2015 532




Politik

Erg Ortsb Oelshausen.jpg

Die Kommunalwahlen hatten folgende Ergebnisse:

06.03.2016 27.03.2011 26.03.2006
Parteien und Wählergemeinschaften % Sitze % Sitze % Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 66,1 6 65,0 6 58,5 5
CDU Christlich Demokratische Union 29,4 3 29,3 3 32,6 3
UFW Unabhängige Freie Wählergemeinschaft 4,5 0 5,7 0 8,9 1
gesamt 100,0 9 100,0 9 100,0 9


Kirche

Die Oelshäuser Kirche [3] befindet sich in der Ortsmitte. Der Steinbau mit Fachwerkoberoberbau ist als Saalkirche angelegt.

Aus dem 11. Jahrhundert stammt eine vermauerte Rechtecktür und das romanische Tympanon, ein reliefartig geschmücktes Giebelfeld. Die Türe befindet sich an der Nordwand unter der Turmmitte.

1241 gliederte der Erzbischof von Mainz die Kirche an das Kloster Hasungen an.

Im Zuge der Reformation war Oelshausen seit 1585 Filial von Ehlen (Hochhuth, S. 245) [4]. Das Patronat war im Besitz des Klosters Hasungen.

Die evangelische Kirchengemeinde Oelshausen gehört heute zum Kirchspiel Istha.


Tradition


Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr Oelshausen
  • Gemischter Chor Oelshausen e. V.
  • Musikfreunde Altenhasungen - Oelshausen
  • Oelshäuser-Carnevals-Verein (ÖCV) e. V. | Link
  • SG Altenhasungen/ Oelshausen/ Istha | Link
  • Sportverein SV-Oelshausen 1946 e. V.
  • VDK Ortsverband Oelshausen
  • DORF-eigen-ART e. V. | Link

Die DORF-eigen-ART e.V. stellt Werke von Künstlern in den Privatwohnungen der Oelshäuser aus. Im Turnus von vier Jahren wird diese Ausstellung in der ersten Septemberwoche realisiert. Für dieses besondere Bürger-Engagement sind die Oelshäuser bereits ausgezeichnet worden. Künstlern wird entsprechend öffentlichkeitswirksames Veranstaltungsmanagement garantiert. Künstler haben die Möglichkeit sich zu bewerben. Eine Fachjury wählt die Künstler aus den Bewerbungen aus und teilt eine ausstellende Familie zu.


Wirtschaft und Infrastruktur

Betriebe und Dienstleistungen

In Oelshausen bestehen derzeit ca. 15 Betriebe im Handwerk bzw. produzierenden Gewerbe in der Größenordnung zwischen 1 und 20 Beschäftigten. Dabei handelt es sich überwiegend um Handwerksbetriebe im Bauhaupt- und Nebengewerbe, die teilweise schon über Jahrzehnte als Familienbetriebe existieren. Von den insgesamt über 100 Beschäftigten im Ort sind 60 % Einwohner aus Oelshausen.

Infrastruktur

Das Dorfgemeinschaftshaus mit einer Kegelbahn ist direkt neben dem Sportplatz angesiedelt. Außerdem sind ein Spielplatz, Wanderwege und eine Grillhütte vorhanden.

Weiterhin gibt es Gaststätten und Pensionen.

Verkehrsanbindung


Wandern

Habichtswaldsteig

Zum Vergrößern anklicken: Streckenverlauf des Habichtswaldsteiges

Der Habichtswaldsteig ist ein 85 Kilometer langer Wanderweg in Nordhessen. Der Premium-Wanderweg führt vom Edersee vorbei an Naumburg, Wolfhagen, Bad Emstal, Niedenstein und Schauenburg, vorbei am Kasseler Herkules nach Habichtswald und Zierenberg.


Sehenswürdigkeiten

Lokale Sehenswürdigkeiten

  • Die Oelshäuser Kirche in der Ortsmitte, ein Steinbau mit Fachwerkoberoberbau.
  • Das Museum Kloster Hasungen im benachbarten Burghasungen erinnert an das ehemalige Kloster Hasungen, ein Benediktinerkloster auf dem Hasunger Berg und eines der reichsten und schönsten Klöster in Hessen. Anlaß zur Gründung des Stifts Hasungen und des späteren Klosters war das Grab des heiligen Heimerad, der auf dem Berg wirkte. Nach seinem Tod entwickelte sich im Mittelalter ein bekannter Wallfahrtsort. Hier ließ Erzbischof Siegfried I. von Mainz neben dem Grab ein Kanonikerstift gründen und eine Kirche erbauen, die im Jahre 1074 eingeweiht wurde.

Sehenswürdigkeiten in der weiteren Umgebung


siehe auch

Landschaft am Hohen Dörnberg


Literatur

  • Carl Wilhelm Hermann Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche im Regierungsbezirk Cassel - Provinz Hessen-Nassau - Königreich Preußen, 1872, S. 245
  • Heinrich Reimer, Historisches Ortslexikon für Kurhessen, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 14, 1926, S. 359
  • Historisches Ortslexikon auf lagis.online.uni-marburg.de

Weblinks und Quellen


Stadtteile der Stadt Zierenberg



  1. Historisches Ortslexikon auf lagis.online.uni-marburg.de
  2. Historisches Ortslexikon auf lagis.online.uni-marburg.de
  3. Zur Geschichte der evangelischen Kirche in Oelshausen
  4. Carl Wilhelm Hermann Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche im Regierungsbezirk Cassel - Provinz Hessen-Nassau - Königreich Preußen, 1872, S. 245