Oedelsheim

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St. Martinskirche in Oedelsheim

Der Luftkurort Oedelsheim ist ein Ortsteil der Gemeinde Oberweser mit etwa 1.000 Einwohnern.

Fähre

In Oedelsheim wird seit 1934 eine Wagen-Fähre über die Weser, eine erste Fähre über die Weser wird an dieser Stelle aber schon 1288 erwähnt.

Im Jahre 1934 wurde hier nach dem Ausbau der neuen Fährstelle eine Gierseilfähre angeschafft und inzwischen eine neue Fähre in Dienst gestellt.

Geografie

Oedelsheim liegt im nordhessischen Weserbergland an den Ausläufern des Bramwalds etwa 3 km östlich von Gieselwerder, dem Hauptort der Gemeinde Oberweser.

Der Ort befindet liegt am rechten Ufer der Weser, gegenüber am linken Weserufer erstreckt sich der Reinhardswald.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Oedelsheim - Ortsansicht

Bereits um das Jahr 1078 (nach anderer Darstellung: im Jahre 1084) wurde das ehemalige Flößer- und Fischerdorf erstmals urkundlich erwähnt; der Ort - einstmals als Kirchdorf gegründet - ist aber älter.

Die ehemalige Kirche in Oedelsheim ist vermutlich schon um 800 errichtet worden.

Auch in der Lippoldsberger Klosterchronik von 1551 wird der Ort "Othelesheim" genannt.

Mit dem Bau der heutigen Kirche St. Martin wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts, im Jahre 1828 begonnen.

Eco-Pfad Kulturgeschichte

Im Jahr 2000 feierte Oedelsheim sein 1200-jährige Bestehen. Die zu diesem Anlass erstellte Chronik zeichnete die kulturgeschichtliche Entwicklung eines bedeutenden Dorfs an der Oberweser und am Bramwald auf, das bis zum Ende des 11. Jahrhunderts auch der Sitz eines Erzpriesters war.

Der Eco-Pfad Kulturgeschichte Oedelsheim bietet Besuchern einen spannenden Streifzug durch die Ortsgeschichte, die Geschichte seiner Kirche, seiner Anbindung an die Weser und seiner alten Fährverbindung (bereits 1288 wird eine Fähre am Ort erwähnt). Er führt zu besonderen Fachwerkhäusern im Ort, das Älteste aus dem Jahr 1650. Auch das Dorfmuseum in Oedelsheim (Göttinger Str. 8) ist in einem 1656 erbauten diemelsächsisches Fachwerkhaus untergebracht.

Der Eco-Pfad erinnert schließlich an eine Mühle, die urkundlich bereits im Jahre 1570 erwähnt wurde. Als Ort der Deutschen Märchenstraße und der Grimm-Heimat Nordhessen ist Oedelsheim auch das Dorf des Gestiefelten Katers und die Mühle am Ort könnte durchaus seine „Heimstatt“ gewesen sein, bevor der Kater im Märchen der Brüder Grimm dem armen Müllerssohn zu herrschaftlichen Ehren verhalf. Eine übermannsgroße Holzskulptur begrüßt am Parkplatz zum Dorfmuseum Oedelsheim die Gäste.

siehe dazu auch:

Gebietsreform in 1971

Die ehemals eigenständige Gemeinde Oedelsheim schloss sich im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 1. Februar 1971 mit den Gemeinden Arenborn, Gewissenruh, Gieselwerder und Gottstreu zur neuen Gesamtgemeinde Oberweser zusammen. Am 1. August 1972 kam Heisebeck hinzu.

Kirchen

Katholische Kirche St. Johannes Nepumuk
Oedelsheim - Fähre
Oedelsheim - Fährhaus

Literatur

  • Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011

Museum

Das Dorfmuseum in Oedelsheim (Göttinger Str. 8) wurde in einem 1656 erbauten diemelsächsischen Fachwerkhaus untergebracht mit Stall, Kellerhaus, Backhaus und kleinem Garten. Im Jahre 1992 erfolgte der Umbau zum Dorfmuseum.

Auf einer Fläche von rund 160 qm - verteilt auf drei Etagen - befinden sich etwa 650 Exponate zur Ortsgeschichte, zum traditionellen Handwerk, zur Textilherstellung, zur Flößerei im Weserraum oder zur Schifffahrt auf der Weser.

Im Sommer 2007 erwarb der Heimat- und Verkehrsverein einen 2000 Quadratmeter großen Platz hinter dem Museum samt Scheune, auf dem die Sparte Historische Agrartechnik ihren Platz fand.

Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten am Ort

  • Am Ort sind alte Fachwerkhäuser erhalten geblieben, darunter barocke Fachwerkhäuser an der Kampstr. 2 (aus dem 17. Jahrhundert mit reichem Schnitzwerk - Fische und Fabelwesen), an der Weserstr. 11 (mit reich verzierter Fassade) und an der Mündener Str. 7 (erbaut 1690).
  • Das Dorfmuseum in Oedelsheim (Göttinger Str. 8) ist in einem 1656 erbauten diemelsächsisches Fachwerkhaus untergebracht.
  • Der "Alte Krug" (Göttinger Str. 1), erbaut 1650, wurde einst als Brauhaus der Gemeinde errichtet.
  • Die evangelische Martinskirche wurde 1830 als klassizistischer Saalbau erbaut.
  • Seit 1834 wird in Oedelsheim eine Fähre über die Weser betrieben (nach anderer Darstellung wird bereits 1288 eine Fähre erwähnt).

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

siehe auch

Übernachtungsmöglichkeiten

Vereine

Schützenverein Oedelsheim

aus: HNA-online vom 30.7.2008:

Schützen gibt es seit 1605

Verein ist 364 Jahre älter als gedacht - Schützenwehr war Reaktion auf Fischereikrieg

Oedelsheim. Monatelange Recherchen von Vereinsmitglied Peter Schräder machten aus der Vermutung des Vorsitzenden Hans Joachim Lenz eine Tatsache: Der Schützenverein von 1969 Oedelsheim ist 364 Jahre älter als gedacht.

In einer 19 Seiten umfassenden Dokumentation erbrachte Schräder den Nachweis, dass es bereits 1605 in Oedelsheim eine Schützengruppe gab. ...

Nach Fertigstellung der umfangreichen Dokumentation beschloss der Verein, beim Amtsgericht Hofgeismar die Umbenennung in "Schützenverein von 1605 Oedelsheim e.V." zu beantragen. Nach genauer Prüfung wurde nun dem Antrag stattgegeben.

Oedelsheim, heute Teil der Gemeinde Oberweser, lag und liegt im nordhessischen Grenzland, damals war das Nachbarland Braunschweig, heute ist es Niedersachsen.

Wie Schräder herausfand, gab es früher immer wieder mächtigen Streit um die Fischereirechte in der Weser, der in wahre Kriege ausuferte. Als am 1. September 1598 die "Hessen" bei Veckerhagen ein widerrechtlich errichtetes "Fischwehr der Braunschweiger" zerstört hatten, holten diese zu einem Gegenschlag bei Oedelsheim aus.

Um gegen weitere Attacken dieser Art besser gerüstet zu sein, wurde 1605 eine Schützenwehr gegründet. In einer Liste aus dem Jahr 1607 sind namentlich erwähnt: Jörg Lohmann, Stoffel Koch, Melchior Tellermann, Hans Westermann, Jacob Lange, Stoffel Buchschatz und auch Stoffel Dietrich.

Im Detail sind die Recherchen von Schräder auf der Internetseite der Schützen (www.schuetzen-oedelsheim.de) nachzulesen. Auf dieser Seite kann man sich auch über alle weiteren Aktivitäten des derzeit 115 Mitglieder großen Vereins informieren. (zhb)

Tuspo 1904

Wandern

Weblinks

Hubertusjagd bei Oedelsheim
FOTO: BOGUMIL