Oberzwehren

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Oberzwehren ist ein Stadtteil der Stadt Kassel.

Bevölkerung

(Stand: 31. Dezember)

  • 2010: 12807 Einwohner (Ausländeranteil: 1998 Einwohner = 15,6 Prozent)

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Der Erzbischof Conrad von Mainz schreibt am 24. September 1196 in einer Urkunde von "Thveren Superior" (heute Oberzwehren). Laut diesem Schreiben übergibt der Erzbischof dem Kloster Weißenstein den Zehnt zu Dudenhausen (eine Wüstung zwischen dem heutigen Kirchditmold und Harleshausen), wofür ihm das Kloster vier Hufen Land zu Oberzwehren (ein Hufen umfasst einen Bauernhof mit Haus, Scheune, Stallung und 30 Acker Land) und eine halbe Hufe in Nordshausen hinterlässt.

Wie man weiter aus dem Schriftstück entnehmen kann, hat der Ort Oberzwehren schon vor dem Jahr 1196 bestanden.

Quelle: Kurt Becker: Gesammelte Daten von Oberzwehren und Kurhessen, früher auch Niederhessen oder Hessen-Cassel genannt (bis Dez. 1997)

Eingemeindung

Herbert Minkel wohnt heute noch in Oberzwehren und spielte früher beim TSV Fußball. Als der TSV Oberzwehren im Mai 1956 nach einem 2:0 über den SV Weimar Gruppensieger wurde, lichtete der damalige Zeitungsfotograf Hans-Joachim Baron die Mannschaft ab. Das Foto zeigt (hinten von links) Spartenleiter Hans Wolf, Gerhard Umbach, Alfred Conrad, Helmut Butte, Herbert Minkel, Peter Scholz, Willi Specht, Horst Meibert, Karl Hoffesommer, Trainer Hans Kistner, (vorn) Hans Umbach, Werner Strickrodt, Hans Münstedt, Hans-Werner Schüller und Helmut Burba.

Am 1. Oktober 1936 wurde Oberzwehren mit den Dörfern Harleshausen, Waldau, Niederzwehren, Wolfsanger und Nordshausen nach Kassel eingemeindet.

Wenn man heute von Oberzwehren spricht, kann keine Rede mehr von einem homogenen Stadtteil sein. Neben dem Ortskern gibt es die Keilsbergsiedlung und den Schenkelsberg. Am Mattenberg leben hauptsächlich Menschen türkischer Herkunft. Von daher ist es auch kein Zufall, dass an der Mattenbergstraße eine Moschee mit Kuppel und Minarett gebaut wird. Ein Bauprojekt, das vor vielen Jahren noch für Konfrontationen im Stadtteil gesorgt hat. Mittlerweile scheint die deutsche Bevölkerung mit dee Moschee keine großen Probleme mehr zu haben. Das mag auch an der Offenheit der Türkisch-Islamischen Gemeinde liegen.

In der Brückenhofsiedlung leben über 50 Nationen, das Gros der Bevölkerung machen hier Russlanddeutsche aus. Am Brückenhof und Mattenberg ist mit Hilfe des Bund-Länder-Programms „Stadtumbau West“ und das Engagement der Wohnungsbaugesellschaften GWH und GWG in den vergangenen Jahren viel in das Wohnumfeld investiert worden. Eine intensive Vernetzung von Schulen, Kitas, Kirchen, Vereinen und anderen Einrichtungen im Stadtteil hat dazu geführt, dass ärmere Familien vielfältig unterstützt werden. Dieses Engagement kann aber nicht verhindern, dass es auch zu Ghettoisierungen innerhalb des Stadtteils kommt und dass sich viele Anwohner vor der damit einhergehenden Kriminalität fürchten.

Historischer Ortskern

Der Dorfkern von Oberzwehren erstreckt sich insbesondere entlang der Altenbaunaer Straße. Im historischen Dorfkern - im "Unnerdorf" (so der Volksmund) - steht auch die im Jahre 1821 erbaute Thomaskirche.

Altenbaunaer strasse.gif

Ganz im Süden von Kassel zieht sich die Altenbaunaer Straße von der Stadtgrenze am Rand von Oberzwehren bis zur Frankfurter Straße in Niederzwehren. Sie zählt zu den ältesten Straßenzügen unserer Region. In alten Adressbüchern ist von einem schlichten Örtlichkeitsnamen die Rede, weil sie „nach dem Dorfe Altenbauna südlich von Kassel hin“ führt.

Doch weit gefehlt: Chronisten der Dorfgeschichte von Oberzwehren wissen, dass vermutlich schon der heilige Bonifatius auf seinen Reisen zur Verbreitung der christlichen Lehre durchs „Altenbäuner Feld“ wandelte. Das müsste dann so um 700 nach Christus gewesen sein. Und es lag daran, dass sich hier in einem Eselsgraben die alte Poststraße von Frankfurt am Main über Gudensberg und Besse nach Kassel mit dem Straßenzug von Kassel über Korbach nach Köln kreuzte. An eben dieser Straßengabel, der „alten Straße“ oder auch „Eselsstraße“, soll auch eine vorgeschichtliche Siedlung gelegen haben - also der Steinzeit-Vorgänger des alten Dorfs Oberzwehren.

Der frühe Ruhm eines Hauptverkehrswegs verblasste über die Jahrhunderte. Die Altenbaunaer Straße blieb aber immer Hauptzugangsweg zu den südwestlich von Kassel gelegenen Dörfern. Ursprünglich ein Schotterweg, wurde sie etwa 1928 gepflastert, ehe 1962 aus den inzwischen geteerten 2,8 Kilometern eine Schnellstraße zum VW-Werk wurde - sehr zum Leidwesen der Anwohner. Das Tempo wird heute durch Rückbauten, Ampeln und Verkehrsinseln zwar wieder etwas gebremst, doch die Hauptstraße des Stadtteils bleibt stark befahren.

Innerhalb von Oberzwehren war die Altenbaunaer Straße früher zu beiden Seiten mit Obstbäumen bepflanzt, die von den Anwohnern gepachtet werden konnten. Von Westen her war das auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch so. Auf der anderen Seite steht seit 1905 ein stadtteilprägendes Gebäude: das Auguste Förster-Haus.

Die Patriziertochter aus Braunschweig ließ es als wirtschaftliche Frauenschule für junge Mädchen errichten. 1921 hieß das Haus dann Haushaltungsschule, unter den Nazis ab 1934 Landfrauenschule, von 1951 bis 1980 war es Volksschule, 1984 diente es der Awo für die Schulsozialarbeit, heute ist ein Kinderhaus dort untergebracht. Doch im Volksmund ist und bleibt der im Denkmalbuch des Landes Hessen als Kulturdenkmal ausgewiesene Bau die Kochschule.

Hinweise zu einzelnen Häusern enthält der ausführliche Artikel zur Altenbaunaer Straße.

Wohnsiedlungen

Größere Wohnsiedlungen in Oberzwehren sind die Keilsbergsiedlung, die Mattenbergsiedlung und der Brückenhof.

Kirche

Polizeirevier Südwest

Parteien

siehe auch

Straßenverzeichnis

siehe dazu: Straßennamen aus Kassel-Oberzwehren und frühere Straßennamen

Vereine

Historisches Sportfoto: Handballer aus Oberzwehren

Weblinks




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