Obermühle in Vollmarshausen

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Die Obermühle in Vollmarshausen (Welleröder Straße 42) wurde im frühen 14. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt.

Die Wassermühle war eine ehemalige Fronmühle des Klosters Kaufungen. Im 17. und 18. Jahrhundert beherbergte sie eine Waffenschmiede zur Herstellung von Jagdgewehren ("Müllerbüchsen").

Mehlstaub und Bleikugeln

Die Obermühle in Vollmarshausen feiert am Sonntag ihren 700. Geburtstag

Lohfelden. Das Klappern des letzten Mühlrades ist lange verstummt. Aber die Obermühle in Vollmarshausen steht noch. Die erste urkundliche Erwähnung der Mühle geht auf den 28. September 1308 zurück. Exakt an ihrem 700. Geburtstag findet am Sonntag von 10 bis 17 Uhr auf dem Anwesen der Obermühle in der Welleröder Straße 42 ein "Tag des offenen Denkmals" statt.

Mitarbeiter der Geschichtswerkstatt der Gemeinde Lohfelden nehmen die Besucher in halbstündlichen Führungen mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit des heute als Pferdehof genutzten Baudenkmals.

Gleichzeitig wird eine Dokumentation über die wechselvolle Geschichte der Mühle vorgelegt. In der Obermühle wurde nicht immer nur Korn gemahlen. Ihre eigentliche Berühmtheit hat sie den Müllern und Büchsenmachern Lagemann und Nähler zu verdanken. Sie machten die Mühle im 17. und 18. Jahrhundert zu einer ersten Adresse für die Herstellung von Jagdgewehren. Die "Müllerbüchsen" aus Vollmarshausen durften in keiner vornehmen Büchsenkammer fehlen.

Zwei der wertvollen, reich verzierten Gewehre können am Sonntag bestaunt werden. Eines stammt aus dem Museum im thüringischen Suhl, das andere aus dem Privatbesitz von Ernst Schäfer, der in der Obermühle aufgewachsen ist. Der Mühlenbetrieb als solcher wurde schon 1924 eingestellt. Danach ist die Obermühle nur noch für den Eigenbedarf des landwirtschaftlichen Betriebes in Gang gesetzt worden, bis das zerbrochene Wasserrad in den Fünfzigerjahren abgebaut werden musste. "Hier im Mahlraum habe ich meinem Vater geholfen, die Holzeinsätze an der Zahnung der Getrieberäder zu erneuern", sagt Ernst Schäfer bei einem Rundgang.

Eine Holztreppe höher erinnert der Unterstein eines Mahlganges an die alte Mühle. Die Mitarbeiter der Geschichtswerkstatt haben viel Zeit investiert, um die früheren Mahlräume aufzuräumen und zu säubern. Auch der historisch bedeutsame, dunkle Gewölbekeller musste wieder zugänglich gemacht werden. Verhandelte hier der fürstliche Büchsenmacher mit den Boten seiner adeligen Kunden? "Wir wissen es nicht", sagt der Leiter der Geschichtswerkstatt der Gemeinde Lohfelden, Walter Reuter. Die Initialen des Müllers Hans Lagemann über dem Kellereingang könnten für eine solche These sprechen.

Heute gehört die Obermühle Jutta Bierwirt, die in den Stallungen etwa 30 Turnierpferde versorgen lässt. Walter Reuter freut sich, dass auch in der Zukunft Führungen durch die beiden Mahlräume und den Gewölbekeller der Obermühle möglich sind. Dies habe die Eigentümerin der Gemeinde Lohfelden verbindlich zugesagt. (ppw)

Quelle: Artikel in der HNA zum Tag des offenen Denkmals am 14.9.2008

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