Obermöllrich

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Obermöllrich
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Stadt: Fritzlar
Einwohner: ca. 630
Vorwahl: 05622
Kfz-Kennzeichen: HR
Stadtverwaltung: Zwischen den Krämen 7
34560 Fritzlar
Website: www.obermoellrich.de
Bürgermeister: Hartmut Spogat (CDU)
Ortsvorsteher: Arnold Kolkhorst (SPD)

Obermöllrich ist ein Stadtteil der nordhessischen Domstadt Fritzlar im Schwalm-Eder-Kreis mit rund 610 Einwohnern. In Obermöllrich gibt es neun Vereine.

Lage und Gemarkung

Obermöllrich liegt etwa 2 km östlich der Fritzlarer Kernstadt. Im Osten liegt das Dorf Cappel, südlich der Waberner Ortsteil Zennern und im Norden liegt Werkel. Obermöllrich hat zu allen vier Orten eine Straßenverbindung. Im Süden des Ortes fließt die Eder vorbei.

Die Gemarkung Obermöllrich hat eine Fläche von ca. 494 Hektar.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Obermöllrich wird im Jahr 800 erstmals als "Melriche" in den "Traditiones Fuldenses" urkundlich erwähnt.

Als Obermöllrich wird der Ort im Güterverzeichnis der Fritzlarer Stifts erstmals im Jahr 1209 als "Melderiche superiori" urkundlich erwähnt. Am 1. November 1231 schenken Heinrich Raspe IV. und sein Bruder Konrad dem Deutschen Orden Güter zu "Meldrich". 1234 gibt das Kloster Ahnaberg seine Güter zu "Melderike" an den Deutschen Orden in Erbpacht. Der Besitz des Deutschen Ordens in Obermöllrich wurde durch weitere Schenkungen und Zukäufe erweitert, so dass schließlich 1258 eine Vogtei des Ordens in Obermöllrich eingerichtet wird. Außerdem beginnt der Orden mit einer Goldwäscherei an der Eder, die jedoch wenig ertragreich ist. Im Jahr 1277 wird erstmals ein Pfarrer erwähnt.

1305 wird letztmals die Komturei des Deutschen Ordens in Obermöllrich erwähnt, danach ist es eine Kastnerei. Von 1338 bis 1350 wird das Dorf Obermöllrich durch Landgraf Heinrich II. an seinen Bruder Hermann verpfändet. 1388 erbaut der Deutsche Orden eine Kapelle, die später zur Pfarrkirche und im 18. und 19. Jahrhundert deutlich erweitert wird. 1395 genehmigt Landgraf Hermann II. den Kauf des halben Dorfes Obermöllrich durch den Deutschen Orden in Marburg.

1428 wird Hermann Holzsadel mit der landgräflichen Hälfte des Dorfes Obermöllrich von Landgraf Ludwig I. belehnt. Im gleichen Jahr schließen die Holzsadel eine Erbverbrüderung mit den von Linne. Dadurch erhalten die von Linne Anteil an den Besitz der Holzsadel. Im Jahr 1453 wird erstmals ein Grebe genannt. Ab dem Jahr 1459 gehört das Dorf zum Amt Gudensberg. Landgraf Ludwig II. verleiht seinen Anteil am Dorf Obermöllrich 1469 an Thimo von Wildungen. 1471 wird Otto von Linne mit dem landgräflichen Besitz belehnt, es folgen Belehnungen bis 1594. Ab 1489 werden neben den von Linne, die von Wildungen bis in das Jahr 1590 mit Teilen von Obermöllrich belehnt. Ab 1493 wird die Gerichtsbarkeit je zur Hälfte durch die von Linne und den Landgraf ausgeübt.

1575 und 1585 werden in Obermöllrich 46 Hausgesesse gezählt. Das Dorf gehört zum Amt Gudensberg und das niedere und peinliche Gericht wird durch den Landgraf ausgeübt.

Im Dreißigjährigen Krieg erleidet die gesamte Region große Schäden und Not. Mehrfach ziehen Kriegsheere durch Niederhessen, die große Plünderungen und Zerstörungen anrichten. Obermöllrich wird hiervon kaum verschont geblieben sein. 1622 werden in Obermöllrich 40 Häuser gezählt, im Jahr 1647 lediglich noch 12 Personen und 12 Häuser. Bereits 1682 sind es wieder 40 Hausgesesse.

Im Jahr 1749 leben in Obermöllrich 240 Einwohner.

Im Königreich Westphalen bilden die Franzosen von 1807 bis 1813 das Kanton Felsberg, das zum Distrikt Cassel zählt. Hierzu gehört auch Obermöllrich. Nach der Wiedererrichtung des Kurfürstentums werden 1814 die bisherigen Ämter neu eingerichtet und Obermöllrich dem Amt Gudensberg zugeordnet. 1821 wird im Rahmen der Kurhessischen Verwaltungsreform in Gudensberg ein Justizamt eingerichtet, zu dem auch Obermöllrich gehört. Außerdem ist das Dorf seitdem Teil des neuen Kreises Fritzlar. 1834 hat das Dorf 485 Einwohner. Ab 1867 gehört Obermöllrich zum neuen Amtsgericht Gudensberg. Im Jahr 1885 leben in Obermöllrich 423 Menschen.

1932 wird die Gemeinde Obermöllrich Teil des neuen Kreises Fritzlar-Homberg, gebildet aus den Kreisen Fritzlar und Homberg. Im Jahr 1939 hat Obermöllrich 457 Einwohner.

1961 leben in Obermöllrich 634 Menschen.

Am 31. Dezember 1971 gibt die Gemeinde Obermöllrich ihre Selbständigkeit auf und das Dorf wird ein Ortsteil der benachbarten Stadt Fritzlar. Am 1. Januar 1974 wird aus den Kreisen Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain der Schwalm-Eder-Kreis gebildet, zu dem auch die Stadt Fritzlar und mit ihr Obermöllrich gehört.

Wussten Sie schon, ...

  • ... 1610 Landgraf Moritz den Vogtding/Gerichtsbarkeit neben der Fraumünsterkirche zu Obermöllrich von den durch wüstes Leben arm gewordenen von Falkenberg abkaufte? Einst war dieses Geschlecht eins der reichsten und mächtigsten in ganz Hessen.
    August Bollerhey, Wehren
  • ..., das Wilhelm Grimm zwischen 1826 und 1828 mehrmals in Fritzlar weilte? Er besuchte die Familie des Rittmeisters von Verschuer, der dem Kurhessischen Leibhusarenregiment angehörte. Grimm wohnte auf dem Rittergut von Oberst Karl von Baumbach in Obermöllrich.
    August Bollerhey, Wehren

Weblinks


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WappenFritzlar.jpg

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