Oberlistingen

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An der Kirche in Oberlistingen

Oberlistingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Breuna im Landkreis Kassel in Nordhessenmit 756 Einwohnern. Ortsvorsteher ist Frank Trampedach.

Geschichte

Schon im Jahre 1956 wurde in Oberlistingen das 1100-jährige Bestehen gefeiert. In den Corveyer Traditionen zwischen 856 und 866 erscheint der Ort Listingen. Die beiden Orte Ober- und Niederlistingen feierten im Jahr 2006 gemeinsam das 1150-jährige Bestehen.

Die beiden Dörfer Oberlistingen und Niederlistingen wurden erstmals im Calenberger Lehensrevers von 1341 erwähnt, weiterhin ist im Mittelalter die Grundherrschaft des Klosters Hilwartshausen genannt. Vögte waren die Grafen von Rheinhausen, später die Grafen von Northeim. 1535 ging der Ort an die Herren von der Malsburg, das Patronat hatten die Spiegel von Desenberg.

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform schlossen sich im Jahre 1972 die bis dahin selbständigen Gemeinden Breuna, Wettesingen, Oberlistingen und Niederlistingen zusammen; schon zuvor bildeten Breuna und der Ortsteil Rhöda eine Verwaltungsgemeinschaft.

siehe auch: Informationen zur Geschichte von Breuna und seinen Ortsteilen

Kirche

In Oberlistingen gab es bereits im Mittelalter eine Kirche, von der heute noch der Wehrturm erhalten ist.

Öffentliche Einrichtungen

Kindergarten

Im Kindergarten Regenbogen, dem ersten Kindergarten in der Gemeinde Breuna, können 45 Kinder im Alter von zwei bis 14 Jahren das pädagogische Angebot nutzen. 2007 wurde eine altersübergreifende "Familiengruppe" ins Leben gerufen, die auch Schulkinder zur Hausaufgabenbetreuung besuchen können. Seit diesem Zeitpunkt besteht eine Ganztagsöffnung. Zum Personal zählen unter anderem fünf pädagogische Mitarbeiterinnen. Die Leitung des Kindergartens hat Christa Rüddenklau inne.

Vereine

In Oberlistingen gibt es insgesamt sechs Vereine. Das musikalische Aushängeschild des Ortsteiles ist der Spielmannszug Oberlistingen , welcher im April 1956 gegründet wurde und der jährlich rund 35 Auftritte in der Region absolviert. Drei der 21 Gründungsmitglieder sind noch heute aktiv. Insgesamt spielen derzeit 60 Musikerinnen und Musiker für den Spielmannszug. Stabführer ist Ortsvorsteher Frank Trampedach, dessen Vater zu den Gründern gehörte.

Im Sportbereich besteht seit 1923 der TSV Oberlistingen. Er ist mit 320 Sportlern und Förderern der größte Verein.

Zusätzlich gibt es in Oberlistingen einen Gesangverein, eine Feuerwehr, die Theatergruppe ListDinger, die Landfrauen sowie einen Kirmesclub. Alle zwei Jahre veranstalten die Vereine und der Kirmesclub rund um das alte Rathaus ein großes Dorffest. Der nächste Termin ist für das Jahr 2012 angesetzt.

Legenden rund um Oberlistingen

Am 8. August 1720, so eine Überlieferung, geschah in der Oberlistinger Gemarkung mitder Bezeichnung „Das Gericht“(an der heutigen Bundesstraße 7) Furchtbares: Die letzte Hinrichtung soll an dieser Stelle vollzogen worden sein, an einer 21-jährigenFrau. Ihr wurde vorgeworfen, ihren Ehemann durch Gift ermordetzu haben. Vor mehreren tausend Schaulustigen solldie junge Frau durch einen Schwerthieb enthauptet worden sein.

Mehr Glück war dagegen offenbar einer schönen Jungfrau hold, die der Legende nach im frühen 9.Jahrhundert zur Zeit der Christianisierung von noch ungläubigen Sachsen zu Ehren ihrer alten Götter geopfert werden sollte. In der Gemarkung „am hohen Stein“, der angestammten Opferstätte ihres Volkes, sollte die Tochter eines sächsischen Stammesedlen den Flammentod auf dem Scheiterhaufen sterben. Ein Trupp fränkischer Krieger - die Frankenhatten das Land erobert und schickten nun zum Unwillen der Altsachsen Missionarsmöncheaus - kam gerade noch rechtzeitig, die Jungfrau zu retten. Der Frankenführer nahm die Schöne zur Frau. Bei einem späteren Ritt entdeckte er an der Stelle des Feuerstoßes einen Rosenbuschmit drei weißen Blüten, die er seiner Gemahlin mitbrachte. Die Gerettete heftete sich die weißen Blüten an ihr blaues Kleid. Drei weiße Rosen auf blauem Grund: Sie finden sichbis heute im Wappen des hiesigen Geschlechts der Malsburger - und in dem des Spielmannszuges Oberlistingen.

Sagen

Sagen zu Oberlistingen und seinem Sagenkreise finden sich bei Heinrich Rohde, Weserwellen und Diemelgrand - Geschichten und Sagen aus dem Gebiete der oberen Weser, der Diemel und der Esse, 5. Auflage aus Anlaß seines 50. Todestages, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Micha Röhring, Hofgeismar 1995, S. 60 ff.

siehe auch

Weblinks




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