Obere Fuldagasse

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Die Obere Fuldagasse lag im Kern der Altstadt und führte vom Altmarkt hinunter zur Fulda und mündete in die Kettengasse / Die Schlagd. Ihre Bezeichnung war früher Mittlere Fuldagasse. Durch sie führte der Handelsverkehr, der von der Leipziger Straße über die Fuldabrücke kam. An ihrem Auslauf auf die Fuldabrücke befand sich das so genannte Brückentor. In den alten Plänen wird es dargestellt mit einem rundbogigen Durchgang und einem Aufbau aus Fachwerk. Zeitweise befand sich im Obergeschoß eine Schule. Das Brückentor wurde 1775 abgerissen.

Die Häuser in der Oberen Fuldagasse wurden im 2. Weltkrieg alle zerstört. Nach dem Krieg verschwand die Obere Fuldagasse aus dem Stadtbild.

Nr. 1: Eckhaus Brüderstraße. Wohnung des Malers Karl Euler. Früher Gasthaus "Zum schwarzen Adler".

Nr. 2: Eckhaus Brüderstraße. Hier wohnte der Bildhauer Echtermeyer.

Nr. 9: Hier befanden sich Räumlichkeiten des Vereins "Suppenanstalt". Dieser war gegründet worden, um „im Winter der drückenden Armut durch Verabreichung kräftiger warmer Mittagskost entgegenzuwirken“. Während des Sommers waren die Räume leer. Hier zog dann zunächst die Milchküche ein. Auf Dr. Felix Blumenfelds Initiative hin entstand die „Milchküche für Säuglinge“. Mütter, die aus sozialen oder gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage waren, ihre Kinder zu Stillen, bekamen hier Milch. Die Milchküche wurde 1904 eingerichtet und war die erste ihrer Art in Deutschland. 1905 zog sie in die Untere Fuldagasse um. Diese Anstalt wurde ein Vorbild für Einrichtungen ähnlicher Art. Am 21. August 1905 besichtigte die deutsche Kaiserin die Milchküche und lobte sie sehr. Besonders im 1. Weltkrieg war die Milchküche gefordert. Nach dem Krieg zog sie in die Obere Fuldagasse Nr. 16 / 18 um.

Nr. 16 – 18: Wimmelhaus / Milchküche / "Casseler Suppenanstalt".