Obere-Edertal-Bahn

Aus Regiowiki

Im Jahr 2000 bestand im Oberen Edertal seit 90 Jahren eine Eisenbahnstrecke wenn auch bei weitem nicht mehr in dem Umfang wie in früheren Zeiten. Wir wollen an die Geschichte dieser Trasse erinnern.


Inhaltsverzeichnis

Bauern wollten nichts abgeben

Am 1. Dezember 1908 wurde die Bahnlinie von Frankenberg nach Winterberg eröffnet. Sie führte an Röddenau, Haine, Rennertehausen, Allendorf, Osterfeld und Bromskirchen vorbei (Zwischen Allendorf und Bromskirchen wurde sie 1966 stillgelegt, abgebaut 1967). Und die Obere-Edertal-Bahn zwischen Allendorf und Hatzfeld konnte am 15. November 1910 feierlich in Betrieb genommen werden (Heute noch Güterbetrieb sowie in der Sommersaison sonntäglicher Personenzugverkehr mit Triebwagen der Baureihe VT 628 bis Battenberg, der Rest wurde stückchenweise abgebaut). Von der Eisenbahn versprach man sich einen starken Aufschwung für diese industriearme Gegend, die damals noch zum Kreis Biedenkopf gehörte. Die Bemühungen um den Bau der Bahn begannen deshalb auch schon Jahrzehnte vorher Lange hatte man sich bemüht, z. B. eine Verbindung von Münchhausen über Berghofen und Rennertehausen zu führen.

Bereits im Jahr 1869 sind viele allerdings erfolglose Verhandlungen wegen des Bahnbaues von Marburg über Frankenberg und Korbach nach Warburg und ebenso wegen einer Bahn von Marburg über Allendorf und Winterberg bis nach Bremen geführt worden. 1884 wurde die Burgwald-Bahn Sarnau Frankenberg vermessen. Infolge einer Eingabe an den zuständigen preußischen Minister hatte die Eisenbahn-Direktion verfügt, dass die Bahn auch von Münchhausen über Berghofen und Rennertehausen nach Frankenberg vermessen werden sollte. Diese erwünschte Vermessung gab es aber nicht. Schließlich war 1886 die Eisenbahn von Sarnau nach Frankenberg fest bestimmt und fertig vermessen (Die feierliche Einweihung der Burgwald-Bahn war am 30. Juni 1890. Und die Strecke zwischen Frankenberg und Korbach wurde ab dem 1.Mai 1900 befahren). Ende 1886 keimte die Hoffnung weiter, bald auch die Eisenbahn von Frankenberg durch das Obere Edertal nach Raumland bei Berleburg zu verwirklichen. Es fand eine Sitzung in Hatzfeld statt, in der sechs Mitglieder gewählt wurden, um die Sache in Fluss zu bringen. Mit Petitionen an die Communal- und Kreisstände in Berleburg, Wiesbaden und Kassel sollte erreicht werden, beim Minister eine sogenannte Bauprämie zu erwirken. Von der Kreiskasse des Kreises Biedenkopf waren bereits 50000 Mark für den Geländekauf bewilligt worden.

Aus Rennertehäuser Sicht war es schließlich eine Entscheidung von großer Tragweite, dass die Abzweigung und damit der große Bahnhof nach Allendorf kam. Die Planungen sahen hierfür Rennertehausen vor. Aber hier wurde negativ entschieden, weil die Bauern das gute Land uff de Hee nicht abgeben wollten. So erhielt Rennertehausen nur eine Haltestelle, an der anfangs nicht alle Züge hielten. Viele Benutzer der Eisenbahn aus Rennertehausen mussten zu Fuß nach Allendorf gehen. Alles Stückgut ging ebenfalls nur bis Allendorf und musste dort abgeholt werden. Beim Bau des Bahndammes waren sehr viele Österreicher, Italiener, Böhmen, Serben und Kroaten beschäftigt. Sie verdienten damals 0,20 bis 0,30 Mark pro Stunde. Viele waren in den umliegenden Orten untergebracht. Also hatte die Region damals schon Fremdarbeiter. Planung, Entwurf und Bauleitung dieses Bauabschnittes lag in Händen von Hans Reise, des späteren Jagdpächters von Rennertehausen.


Festjungfrauen bei der Einweihung

Nach der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Frankenberg-Allendorf-Bromskirchen-Winterberg am 1. Dezember 1908 wollte man auch im Oberen Edertal eine Bahn haben. Nach mehreren Eingaben entschied sich die Königliche Eisenbahn-Direktion Cassel zum Bau einer weiteren Nebenbahn vom Bahnhof Allendorf über Battenberg, Hatzfeld nach Berleburg im westfälischen Wittgenstein. Die Strecke sollte dem Verlauf der Eder folgen und auch Dodenau und Arfeld berühren. Am 15. November 1910 war die Bahn bis Hatzfeld befahrbar, die erste Teilstrecke eröffnet. Große Schwierigkeiten bereitete der Bau nicht, sieht man vom 325 Meter langen Dodenauer Tunnel oder von den Ederbrücken zwischen Battenfeld und Battenberg sowie zwischen Reddighausen und Holzhausen ab.

Am 1. April 1911 wurde dann der Streckenteil Hatzfeld Arfeld eröffnet. Bei Arfeld war der Bau einer großen Eisenbrücke über das Edertal notwendig geworden, die polizeiliche Abnahme dieses Bauwerks erfolgte im Februar 1911. Etwas größere Erdbewegungen erforderte der folgende Abschnitt von Arfeld bis zur Abzweigung Hörre an die kurz zuvor eröffnete Strecke Erndtebrück-Berleburg. Am 15. August 1911 schließlich fuhr der erste von einer Dampflok T9.3 gezogene Zug von Frankenberg bis Berleburg durch. Berleburg hatte schon im Jahr zuvor seine Bahn erhalten, und zwar aus Richtung Erndtebrück. Obwohl bereits am 15.Juni 1890 die Strecke Erndtebrück-Raumland (Markhausen) vor den Toren Berleburgs eröffnet worden war, sollte es noch 20 Jahre bis 1910 dauern, bis der Schienenweg in die Stadt der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein gebaut werden konnte. Erst hatte man in Berleburg überhaupt keine Eisenbahn haben wollen und ließ dann die Züge in Raumland-Markhausen enden, nannte aber diesen Endbahnhof wie selbstverständlich Raumland-Berleburg!

Am 15. November 1910 war die feierliche Einweihung der Oberen-Edertal-Bahn auf dem Streckenabschnitt zwischen Allendorf und Hatzfeld. Lassen wir nachfolgend einen Chronisten sprechen, der vor 90 Jahren in einem damaligen Lokalblatt über die Einweihungsfahrt schrieb. Er schildert anschaulich die feierliche und erwartungsvolle Atmosphäre, die seinerzeit allerorten herrschte: Ein Fest- und Freudentag war der vergangene Dienstag für die Bewohner des Oberen Edertales von Allendorf bis Hatzfeld; ging doch an ihm ein lang gehegter Wunsch einer von dem großen Verkehrsnetz seither abgeschlossenen Bevölkerung in Erfüllung. Zum erstenmale sollte das Dampfross hier seine hohe Mission erfüllen, Menschen, Städte und Dörfer einander näher zu bringen. Auf besonderen Wunsch hatte die Eisenbahn-Direktion zur Feier der Eröffnung einen Sonderzug genehmigt, welcher vormittags ½ 10 Uhr in Allendorf zur freien Beförderung der Festteilnehmer bereit stand. Mit Guirlanden bekränzt harrte die Lokomotive ihrer ersten Fahrt. Eine stattliche Menschenmenge, die Schulen und der Kriegerverein von Allendorf hatten sich auf dem festlich geschmückten Bahnhofe versammelt. Die verschiedenen Behörden und Corporationen hatten ihre Vertreter entsandt. Neben dem Landrat des Kreises Biedenkopf, Herrn Daniels, war auch der um den Bahnbau verdiente frühere Landrat Kammerherr von Heimburg erschienen. Nachdem das von den Schulkindern gesungene Lied verklungen, ergriff Herr Lehrer Becker (Allendorf) das Wort, um die Festgäste zu begrüßen und den Dank der Einwohnerschaft zum Ausdruck zu bringen. In sinnigen Worten wies er auf die kulturelle Bedeutung des Schienenstranges hin, der aber auch dadurch, dass er die der heimatlichen Scholle entfremdeten ausgewanderten Angehörigen dem Elternhause wieder näher bringe, die Liebe zur Heimat belebe und fördere. Mit einem Kaiserhoch, das begeisterte Zustimmung fand, endete die Ansprache, welche von dem Vertreter der Königlichen Eisenbahn-Inspektion Cassel, Herrn Regierungsrat Estkowski, erwidert wurde. Letzterer brachte ein Hoch auf Allendorf aus. Nachdem die zwölf Wagen des Sonderzuges die Fahrgäste aufgenommen, setzte sich der Zug in Bewegung. Nach kurzer Fahrt, auf welcher der Ederfluss überquert wurde, war Station Battenberg erreicht. Dasselbe festfreudige Bild bot sich auch hier. Mit Musik wurde der Zug empfangen und der Gesangverein brachte die Freude im Lied zum Ausdruck. Herr Bürgermeister Schmidt hielt die Begrüßungsansprache. In seiner Gegenrede wünschte Herr Regierungsrat E., dass nun noch die Verbindung des Bahnhofs Battenberg mit der Stadt eine befriedigende Lösung finden möge. Sein Hoch galt der Stadt Battenberg. Wiederum setzte sich der Zug nach Aufnahme der Musikkapelle und zahlreicher Fahrgäste in Bewegung.

Wir passieren die ehemals als Zigeunerkolonie bekannte Ansiedlung Kröge, dann den Auhammer des Herrn Drewermann und finden wieder freudigen Willkomm auf Bahnhof Dodenau. Weißgekleidete Festjungfrauen und schmucke Turner bereichern hier das festliche Bild. Der dargereichte Imbiss nebst einem stärkenden Trunk lassen auf besondere Gastfreundlichkeit der Bewohner schließen. Weiter geht die Fahrt zunächst durch einen 325 Meter langen Tunnel und dann gelangen wir zum Bahnhof Reddighausen, der sich allerdings erst aus einem Viehwagen zu einem solchen entwickeln soll. Wieder werden wir auf der Fahrt durch Böllerschüsse auf eine gewerbliche Anlage, dem Reddighäuser Hammer, aufmerksam gemacht. Alsbald darauf übersetzen wir kurz nacheinander zwei Mal auf eisernen Brücken den Ederfluss, um dann in dem mit landschaftlichen Reizen ausgestatteten Edertale wieder dem Ziele zuzustreben. Doch zuvor haben wir noch zwei Stationen, den Bahnhof Holzhausen, in dessen Nähe die Papierfabrik Friedenthal liegt, und die Haltestelle Eifa zu passieren.

Kleine Entfernungen von 15 resp. 20 Minuten haben die zugehörigen Orte in Kauf nehmen müssen. Auch hier dieselbe freudige Begrüßung des neuen Verkehrsmittels. Endlich ist das romantisch gelegene Städtchen Hatzfeld erreicht. Ein buntes Menschengedränge umgibt den an seinem vorläufigen Endpunkt angelangten Zug. Herr Pfarrer Meckel feierte das für die Bewohner des Oberen Edertales so bedeutsame Ereignis mit wohldurchdachten Worten, die in einem Hoch auf den Kaiser gipfelten. Herr Regierungsrat E. erwähnte in seiner Erwiderung, dass in etwa einem halben Jahre die Eröffnung der ganzen Strecke erfolgen werde.Nach etwa halbstündigem Aufenthalt wurde die Rückfahrt nach Battenberg angetreten, wo sich für die offiziellen Teilnehmer ein Festessen im Hotel Rohde anschloss. Nachmittags brachte der Sonderzug die auswärtigen Gäste nach Hatzfeld und über Allendorf-Frankenberg nach Münchhausen.


Bomber trugen den Tod nach Rennertehausen

Als Manfred Clemens 15 Jahre alt war, schrieb er eine Schularbeit über den alliierten Bomberangriff auf Rennertehausen am 6.Oktober 1944. Der Battenberger Realschüler besuchte für seine Abschlussarbeit Zeitzeugen und führte Interviews mit ihnen. Das war 1966. Für seine Arbeit erhielt Manfred Clemens die Note 2+. Die Befragten leben heute nicht mehr. Manfred Clemens stammt aus Rennertehausen, wohnt jetzt aber in Bad Salzdetfurth bei Hildesheim. In unserer Serie über das 90-jährige Bestehen der Oberen-Edertal-Bahn zwischen Allendorf und Hatzfeld wollen wir an die Zeitzeugen von damals erinnern und sie an dieser Stelle im Original-Ton zu Wort kommen lassen. Das Leben an einer Bahn-Strecke brachte für Rennertehausen nicht nur den Anschluss an die großen Industrieregionen Deutschlands und mehr Wohlstand, sondern durch einen Angriff gegnerischer Bomber im Zweiten Weltkrieg Tote, Trauer und Leid.

Wir beginnen mit der Schilderung von Konrad Hofmann: Feindliche Flieger wollten einen Personenzug angreifen. Als der Zug an der hiesigen Haltestelle hielt, griffen sie ihn im Tiefflug an. Von Norden her griffen die Flieger an und schossen mit Bordwaffen in Richtung Dorf. In der Nähe des Haltepunktes hatten dieselben zwei Bomben abgeworfen, die drei Wohnhäuser und drei Scheunen vernichteten. Menschen starben. Einige davon sind auf dem hiesigen Friedhof beerdigt worden. Ein solches Chaos in diesem Ausmaß hatte das Dorf noch nicht erlebt. Es waren kaum ausgebildete Feuerwehrleute da. Auch mangelte es an ausreichendem Wasser. Deshalb wurden die in der Nähe des Unfallortes liegenden Jauchelöcher leergepumpt. Später kamen noch die Feuerwehren der Muna und der Stadt Frankenberg zu Hilfe. Diese beiden Wehren wurden von der Eder gespeist. Während das Feuer bekämpft wurde, fingen andere an, die Toten zu bergen. Von der Familie Dauber waren es allein drei Tote. Die alte Frau war in dem zusammengestürzten Haus umgekommen. In der Kirche wurden die Gefallenen untergebracht. Sie waren auf Wagenleitern, die über die Kirchenbänke gelegt worden waren, aufgebahrt.

Katharine Hofmann sah die Flugzeuge aus Richtung Haine kommen: Wir befanden uns auf dem Feld und machten Rüben aus. Wir waren nördlich der Angriffsstelle. Während der Arbeit hörten wir auf einmal Flieger. Wir bekamen Angst und versteckten uns zwischen den Rübenreihen. Die Flugzeuge kreisten mehrmals. Sie kamen über dem Wald aus Richtung Industriehof hervor, flogen über Haine, Rennertehausen und Berghofen und verschwanden dann wieder. Diesen Kreis flogen sie mehrmals. Von Haine her verfolgten sie dann auch den Zug, der 500 bis 600 Meter vor der Haltestelle halten musste. Aber aus unbekannten Gründen schossen die Angreifer nicht. So konnte der Zug bis zur Haltestelle weiterfahren. Als dieser hielt, kamen die Flieger wieder aus Richtung Haine. Da ahnten wir etwas Schlimmes und bekamen Angst. Dazu kam auch noch, dass unser Sohn zusammen mit einem Kriegsgefangenen mit einem Wagen Rüben in unmittelbarer Gefahrenzone war. Wir sahen nur noch, wie dieser mit dem Gehilfen 100 Meter oberhalb der Haltestelle am Bahndamm lag. Dann fielen die Bomben. Das Haus von Dauber fiel in einer schwarzen Rauchwolke in sich zusammen. Das Gehöft von Konrad Holzapfel und das Haus von Wilhelm Holzapfel sowie die Scheune von Heinrich Wickenhöfer brannten. Währenddessen beschossen die Flieger den Zug noch mit Bordwaffen. Kurz danach warfen dieselben noch einige Bomben auf den Bahnhof Allendorf. Aber diese verfehlten ihr Ziel. Im Dorf war großes Geschrei. Wir sind schnell nach Hause geeilt. Die Flieger kreisten dann noch mehrmals über dem Dorf.

Auch Otto Hofmann hatte auf dem Feld zu tun: Ich kam mit einem Wagen Rüben vom Feld. Auf halbem Wege brach ein Brett, und es musste repariert werden. Bei der Weiterfahrt sollte ein russischer Gefangener die Bremse andrehen. Dies hätte ich eigentlich machen müssen, aber er hatte eine Hand gebrochen und so musste ich den Wagen lenken. Als dann die Flieger kamen, wollte ich versuchen, die Kühe festzuhalten. Der Gefangene bekam Angst und lief zurück zu meiner Familie, die einige 100 Meter weiter auf einem Acker Rüben erntete. Die Kühe wurden wild und rannten weg. Aber in einem tiefen Graben blieb der Wagen hängen. Jetzt stand ich ganz allein da. In demselben Augenblick kam ein Soldat von unserem Feld und rief mir zu, ich solle mich in den Graben werfen und den Mund aufmachen, sonst könne die Lunge platzen. Dies tat ich auch. Da sah ich, wie die erste Bombe fiel. Ich sah nur, wie ein Körper, der vorne eine Spitze und hinten vier Zacken hatte, auf das Haus von der Familie Dauber fiel. Dies brach in sich zusammen; alle vier Wände stürzten nach innen. Als bei dem zweiten Bombenabwurf die Betonplatte der Fahrkartenausgabe, welches an dem Haus Dauber stand, getroffen wurde, flog ich etwa 30 Zentimeter in die Luft. Die Flieger warfen die Bomben ab und flogen dann über dem Dorf wieder hoch. Die dritte Bombe fiel in die Nähe der Kirchhofsgrenze. Als das Haus von Dauber zusammengestürzt war, fing die Scheune an zu brennen. Dann schossen die Flieger noch mit Bordwaffen. Es kam mir vor, als wenn übergroße Eier auf das Gehöft von Konrad Holzapfel fielen. Dieses fing an mehreren Stellen aus dem Dachfirst heraus an zu brennen. Ebenso die beiden Scheunen von Karl Hill und Heinrich Wickenhöfer. Währenddessen flogen mir die Patronenhülsen um den Kopf. Nachdem wir uns vom ersten Schreck erholt hatten, scherten wir die Kühe aus und führten sie 200 Meter oberhalb der Unglücksstelle über den Bahndamm. Als wir in der Mitte des Dorfes waren, kamen die Flieger noch einmal. In den Straßen war ein großes Durcheinander. Zu Hause fragte uns meine Tante, wo es eigentlich brenne; sie meinte, das Nachbarhaus wäre getroffen, so laut seien die Aufschläge der Bomben gewesen. Außerdem hatte eine andere Tante von mir gesehen, wie die Schaffnerin Elisabeth Henkel aus dem Zug gesprungen ist und dann getroffen wurde.

Mit eintretender Dunkelheit verließen die meisten Bewohner das Dorf. Man befürchtete, das Licht der noch brennenden Gebäude könnte Ziel eines erneuten Angriffs sein. Südlich der Eder waren zahlreiche Familien bis spät in die Nacht mit der notwendigsten Habe versammelt. Damals war ich zwölf Jahre alt. Ich war so schockiert, dass ich Tage danach bei irgendwelchem Brummen alles stehen und liegen ließ und in den Keller rannte. Ich erinnere mich, das vor dem Angriff ein einzelner Flieger über dem Dorf kreiste. Die Todesopfer: Frieda Maria Andreß, geborene Müller, aus Bromskirchen, geboren 8. 6. 1915; Fritz Brandl, aus Wien, geboren 19. 4. 1944; Helene Dauber, geborene Jakobi, aus Rennertehausen, geboren 18. 2. 1871; Louise Dauber, aus Rennertehausen, geboren 24. 2. 1923; Elisabeth Dauber, aus Rennertehausen, geboren 7. 9. 1942; Johannette Feisel, aus Reddighausen, geboren 2. 12. 1909; Katharine Hampel, aus Eifa, geboren 7. 2. 1916; Elisabeth Henkel, aus Rennertehausen, geboren 16. 7. 1920;Emilie Venhof, geborene Boos, aus Herne (Westfalen), geboren 24. 1. 1888. Anmerkung: Teils aus militärischen, teils aus persönlichen Sicherheitsgründen wurden im Zweiten Weltkrieg große Teile der städtischen Bevölkerung aus allen Gegenden Deutschlands in ländliche, vermeintlich ungefährdete Landesteile evakuiert.

Zu einer vor Bombenangriffen sicher geltenden Gegend zählte damals auch der Kreis Frankenberg. Das sonst so ruhige Rennertehausen bekam durch den Zuzug von vorerst rund 270 Personen ein lebhafteres Straßenbild. (Walter Sellmann in 700 Jahre Rennertehausen 1974)


Im Wartesaal nach der Mundharmonika getanzt

Der Bahnhof Holzhausen war nicht der Mittelpunkt des Dorfes, wie dies in manchen Städten der Fall ist, dazu war er zu weit vom Ort entfernt (rund einen Kilometer vom letzten Haus). Für viele war er jedoch das Tor zur weiten Welt. Das Besondere an der Eisenbahnstrecke von Holzhausen nach Reddighausen war die Streckenführung. Sie führte in einem großen Bogen über zwei Ederbrücken und durch den Einschnitt zwischen Helgerschberg und Böge. Dieser Einschnitt wurde in Handarbeit, mit Hacke, Schaufel und Lore, zumeist von ausländischen Gastarbeitern abgetragen. Das Material wurde zum Aufschütten des Bahndamms genutzt. Im Zweiten Weltkrieg standen in dem Einschnitt öfters Munitionszüge von der Munitionsanstalt (Muna) bei Frankenberg. Sie hatten da etwas Sichtschutz vor den Tieffliegern. Die Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern hatte jedoch große Angst, dass einmal ein Munitionszug von einer Bombe getroffen würde. Das hätte bestimmt verheerende Folgen gehabt. Gegen Ende des Krieges warfen die Engländer auch über Holzhausen Flugblätter ab, mit der Aufschrift Muna im Wald, wir finden dich bald. Damit sollten die Arbeiter dort eingeschüchtert werden.

Mit dem Bahnhof waren Freude und Glück, aber auch Trauer und Leid gleichermaßen verbunden. Für alle, die mit dem Zug nach längerer Reise nach Hause kamen und schon während der Einfahrt zum Bahnhof ihr Heimatdörfchen sehen konnten, war es eine Freude, in Holzhausen anzukommen. Viele wurden aber auch am Bahnhof verabschiedet, insbesondere in den beiden Kriegen. Sie verließen schweren Herzens und oft auch unter Tränen Holzhausen, und nicht alle kamen wieder zurück. Die Angehörigen begleiteten sie bis zum Bahnhof und winkten, bis der Zug im Einschnitt verschwunden war. Bevor das Auto mehr und mehr Einzug in unseren Dörfern hielt, war die Eisenbahn die einzige Verbindung zur Außenwelt über Frankenberg nach Marburg oder über Berleburg bzw. Raumland nach Siegen durch das Edertal gewesen. Der Bahnhof war auch ein beliebtes Ziel für die Jugend des Dorfes, wenn auch die jeweiligen Bahnhofsbeamten oder Bahnhofsvorsteher dies nicht immer gerne sahen. Da der Wartesaal ganztags geöffnet war, lernten dort die Mädchen und Jungen nach der Mundharmonika tanzen. Manche Liebesbeziehung nahm dort ihren Anfang. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen Hamsterer aus dem Siegerland mit dem Zug nach Holzhausen und wanderten dann weiter in das Hessenland, um Butter, Eier, Speck, Wurst und Fett zu hamstern. Es gab aber auch Polizeikontrollen, und der Hatzfelder Polizist Raschke stellte öfters Hamstergut sicher. Unter anderem auch von Frau Johanna Schmitt aus Kombach, die die Butter im Unterrock eingenäht hatte. Diese Waren wurden beim Bürgermeister Krumm auf dem Dachboden gelagert und sind zum Teil auch dort verdorben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen zwischen 1945 und 1948 am Wochenende (hauptsächlich sonntags) richtige Hamsterkolonnen vom Siegerland und aus Westfalen mit dem Zug nach Holzhausen. Der Zug kam gegen 9Uhr an. Vom Bahnhof zogen sie mit Handkarren, Kinderwagen und Rucksäcken durch Holzhausen. Wir konnten sehen, wie sie dann durch das Feld weiter nach Frohnhausen und Oberasphe zogen, um dort Obst, Butter oder Speck einzutauschen oder zu hamstern. Ein Mann kam immer zu meinem Großvater, um Kautabak zu holen. Was er dafür mitbrachte, weiß ich leider nicht mehr. Als Schüler und Jugendlicher brachte ich viele Stunden am Bahnhof zu, da ich einige Jahre die Zeitung austrug und ich diese nachmittags am Bahnhof abholen musste. Sie kam gegen 16Uhr, und ich musste sie am Zug in Empfang nehmen. Wenn er Verspätung hatte, stand ich öfters untätig am Bahnhof herum und konnte das rege Treiben beobachten. Später fuhr ich auch einige Jahre mit dem Zug nach Marburg und Frankenberg zur Schule. Am Bahnhof waren Beamte als Stationsvorsteher und Stellvertreter beschäftigt, und ich kannte die Herren Karl Petri und August Zissel aus Holzhausen sowie Herrn Schaper recht gut. Sie regelten den Personen- und Güterverkehr, gaben Fahrkarten aus, stellten Frachtpapiere aus, kassierten, stellten die Weichen und gaben den Zügen das Abfahrtssignal mit der Kelle. Sie arbeiteten zum Teil im Schichtdienst.

Im Bahnhof wohnte die Familie Leopold. Herr Leopold war bei der Rotte als Streckenarbeiter tätig und außerdem noch Hausmeister. Er hatte eine Ziegenherde, die immer in der Nähe am Grasen war. Die Arbeiter und Schüler, die nach Berleburg oder Frankenberg wollten, mussten früh aufstehen. Der erste Zug fuhr schon vor 6 Uhr, und der Weg von Holzhausen zum Bahnhof war rund einen Kilometer lang. Die Holzhäuser Bürger am Ende des Dorfes nach Reddighausen zu hatten es zum Reddighäuser Hammer nicht weiter als zum Bahnhof Holzhausen. An die Dampfloks, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Strecke durch das Edertal schnauften, kann ich mich noch gut erinnern. Sie mussten in Holzhausen oftmals Kohlen nachladen und Wasser fassen. Das dauerte einige Zeit. Über dem Bahnhof im Wald, links an der Straße nach Hatzfeld, war ein Hochbehälter. Dieser wurde über eine Pumpstation aus einem Tiefbrunnen am Bahnhofsvorplatz gefüllt. Vom Hochbehälter wurde das Wasser über eine Leitung zu einem Turm mit schwenkbarem Rohr geführt und in die Wasserbehälter der Loks gefüllt. Später kamen Dieselloks und Triebwagen, die Zeit der Dampfloks war in der Region am 20. Mai 1966 vorbei.

Am Bahnhof von Holzhausen lagerte Altpapier für die Papiermühle am Friedenthal. Es kamen auch Güterwagen mit Kohlen und Briketts für die Kohlenhandlung Mankel oder Düngemittel für Raiffeisen an. Darüber hinaus wurde Grubenholz für die Kohlengruben im Ruhrgebiet abgefahren. Am Holzhäuser Bahnhof lagen die Waren für Holzhausen, aber auch für Laisa und Frohnhausen. Die Fuhrwerke mit Kühen und Wagen standen oft vom Bahnhof bis zum Dorf und warteten geduldig fast einen ganzen Tag, bis jeder Einzelne seine vorbestellten Waren bekommen hatte. Natürlich musste immer einer bei den Kühen stehen, da dies für die Tiere auch zu einem Geduldspiel wurde und schon mal ab und zu ein Gespann auszubrechen versuchte.


14-Jähriger ging ab Eifa auf Hamsterfahrt

In den von Bomben zerstörten deutschen Häusern und Straßen gab es nach dem Zweiten Weltkrieg wenig Kartoffeln, Butter, Eier, Speck, Wurst, Fisch, Gemüse, Milch oder Fett nicht selten auch gar nichts. Der Schwarzmarkt schaffte da in den Städten nur wenig Linderung. In den Dörfern hingegen ging es den Menschen meist ein wenig besser. Wer aus der Stadt kam und in die Provinz etwas zum Tauschen mitbrachte, konnte dort Nahrungsmittel hamstern. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen bis zur Währungsreform im Jahr 1948 am Wochenende (hauptsächlich sonntags) regelrechte Hamsterkolonnen überwiegend vom Siegerland und aus Westfalen mit der Eisenbahn in das Frankenberger Land. Die Züge waren vollgestopft mit Menschen. Nicht selten fuhren Leute auf den Trittbrettern mit. Dass aber nicht nur Städter weite Wege auf sich nahmen, um Essen zu organisieren, beweist nachfolgende Geschichte vom Herbst 1945. Sie stammt von Alfred Becker aus Eifa. Als 14-jähriger Junge war er mit der Eisenbahn weit unterwegs gewesen, um Obst für die Familie zu ergattern.

Er war am Bahn-Haltepunkt von Eifa eingestiegen. Dieser befand sich rund drei Kilometer vom Dorf entfernt, unterhalb des Straßenabzweigs Hatzfeld-Holzhausen. Alfred Becker ist vor wenigen Jahren gestorben. Sein Erlebnis hatte er aber noch schriftlich festgehalten. Hier nun seine abenteuerliche Geschichte: Im Dorf hatten wir gehört, dass es in der Wetterau Äpfel und Zwetschgen in Hülle und Fülle gebe. Mein Vater war noch irgendwo in Italien in Gefangenschaft. Dies hofften wir wenigstens. Über ein Jahr hatten wir von ihm nichts mehr gehört. Ich war 14 Jahre alt, meine Schwester war zwei Jahre älter. Sie und ihre Freundin Luise, die auch erst 16 Jahre alt war, überredete ich, mit mir einmal auf Hamstertour zu fahren. Ja, wo wollen wir denn hin? fragten sie. Zunächst fahren wir mal nach Gießen. Dann schauen wir uns um und gucken, wo die meisten Leute aussteigen. Dort steigen wir auch aus, sagte ich etwas großspurig. Aber mir war nicht ganz wohl in meiner Haut. Ich hatte ja keine Ahnung, was uns erwartete. So ging es los, mit Korb, Sack und Rucksack. Ein paar schöne Kleinigkeiten zum Tauschen und einige Butterbrote gab uns unsere Mutter mit. In Butzbach stiegen die meisten Leute aus. Auch wir drei. Wie stinkt es denn hier? fragte ich die anderen zwei. Und dann sahen wir riesige Haufen verfaultes Obst auf dem Bahnsteig liegen. Zunächst hat uns das nicht weiter gestört. Frischen Mutes gingen wir ans Werk. Wir redeten, bettelten und tauschten ein bisschen. Dann hatten wir zwei den Korb und den Rucksack gefüllt und Luise hatte auch ihren Sack voll Obst.

Frohgemut machten wir uns gegen Abend wieder auf den Weg Richtung Bahnhof. Als wir in die Nähe des Bahnhofgeländes kamen, sahen wir schwerbepackte Gestalten, die langsam den Bahndamm entlang schlichen. Ganz vorsichtig fragten wir eine ältere Frau, warum sie so am Bahndamm herumschleicht. Sie sagte uns, dass die alliierten Besatzungstruppen den Leuten das Hamstergut meist wieder abnehmen würden. Das Obst wurde einfach auf einen Haufen geworfen und die Hamsterer waren das mühsam erstandene Gut wieder los. Das sollte uns aber nicht passieren. Wir versuchten dann, wie die erfahrenen Hamsterer, auf illegalem Wege in den Zug zu kommen. Jeder war bestrebt, sein wertvolles, sauer erworbenes Obst zu retten. Auch wir machten es so. Als der Zug in die Station einfuhr, sprangen wir aus unserem Versteck vor, um in das Abteil zu kommen. Aber so einfach ging es dann doch nicht. Der Zug war schon restlos überfüllt, und unser Gepäck wurde für uns so schwer, dass wir es kaum noch tragen oder heben konnten. Wieder rochen wir das verfaulte Obst auf dem Bahnsteig und Hunderte von Wespen umschwärmten es. Mit viel Mühe und Rücksichtslosigkeit erkämpfte ich mir einen Stehplatz im Zug. Meiner Schwester konnte ich die Hand reichen und sie nachziehen. Aber Luise, die Freundin meiner Schwester sie trug den Rucksack , wurde von Fremden einfach von hinten vom Trittbrett heruntergerissen. Ich schrie vor Empörung und Luise weinte vor Wut. Aber sie konnte dem abfahrenden Zug nur noch hinterher sehen.

Vor Erschöpfung weinten meine Schwester und ich und wir hielten uns an den Händen. Wir schauten uns ratlos an, denn wir wussten nicht, was wir jetzt machen sollten. Es war schon dunkle Nacht, als wir endlich an der Eifaer Eisenbahn-Haltestelle ankamen. Drei Kilometer trugen wir das Obst noch bis nach Hause. Ich war so müde, dass ich sterben wollte. Unsere Mutter weinte vor Freude, als sie uns wiedersah. Mit unserem Nachbarn besprachen wir dann noch, was wir unternehmen sollten mit Luise. Am anderen Mittag kam sie aber dann doch noch an. Wir waren alle erleichtert. Große Strecken hatte sie zu Fuß zurückgelegt und natürlich in der letzten Nacht nicht eine Minute geschlafen. Es waren die wertvollsten Zwetschgen, die ich jemals gegessen habe.


Am 30. Mai 1981 ein Abschied ohne Tränen

Mit Ablauf des Winterfahrplanes 1980/81 wird der Reisezugverkehr auf dem Streckenteil (Berleburg-) Abzweigstelle Hörre Frankenberg eingestellt, lautete eine Verfügung, die damals den betroffenen Dienststellen zuging. Es war für niemanden etwas Neues, diese Entscheidung musste einmal kommen. Seit Jahren war die Strecke immer wieder im Rationalisierungs-Gespräch. Schon in den 50er Jahren konnte man in den Kursbüchern lesen: Einstellung des Reisezugverkehrs vorgesehen! Der Verkehr nach Berleburg ist in der Anfangszeit sehr rege gewesen, doch schon in den 30er Jahren ging er mehr und mehr zurück. 1936 bemängelte die Reichsbahndirektion Kassel den sehr schwachen Personenverkehr zwischen Hatzfeld und Berleburg. Das Schreiben von damals schloss mit der Bemerkung: Der Betriebsverlust ist derart hoch, dass eine Verminderung des Personenzugbetriebes sehr ratsam erscheint. Doch die Obere-Edertal-Bahn fuhr kräftig weiter.

Der Zweite Weltkrieg brachte ihr wieder einen Aufschwung, der Verkehr stieg stark an. Besonders in der Nachkriegszeit wurden enorme Verkehrsleistungen erbracht, bis dann zu Beginn der 50er Jahre der Verkehr mehr und mehr auf die Straße abwanderte. Was eigentlich auch gar nicht verwunderte, denn viele Bahnhöfe lagen weit ab vom eigentlichen Ort. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h ging es immer geruhsam zu, zumal die Strecke keine nennenswerten Steigungen aufwies. Interessant war die Durchfahrt durch den 325 Meter langen Dodenauer Tunnel und durch das Eisenwerk Hasenclever, wo ein werkseigener Wärter die Schranken bedienen musste. Die ersten gravierenden Veränderungen erfuhr die Obere-Edertal-Bahn Anfang der 50er Jahre, als die Bundesbahn-Direktionen Kassel und Essen Untersuchungen über die Wirtschaftlichkeit der Strecke in Auftrag gaben.

Am 2. November 1954 führte man den vereinfachten Nebenbahnbetrieb ein, nur Hatzfeld und Allendorf blieben mit Fahrdienstleitern besetzt. Nun ging es bergab. Nach und nach wurden die auf den Stationen noch tätigen Eisenbahner abgezogen, die Bahnhöfe Schwarzenau und Arfeld geschlossen, im Dezember 1972 entfernte man dort die Nebengleise. Ab dem 1. Juni 1975 fielen die Reisezüge nach 16 Uhr aus, an Sonntagen gab es keinen Reisezugverkehr mehr, die Samstagszüge zwischen Berleburg und Hatzfeld wurden ab 28. Mai 1978 gestrichen. Damals waren die Fahrgastzahlen bereits rückläufig, die finanzielle Lage der Deutschen Bundesbahn verschlechterte sich seit dem Konjunktureinbruch 1973/1974 rasch.

So kam dann das Ende: Am 29. Mai 1981 um 14.55 Uhr verließ der letzte Zug nach Frankenberg den Bahnhof Berleburg. Der letzte lokbespannte Reisezug war mit einer schwarzen Fahne und einem Abschiedsgruß versehen. Einen Tag später, am 30.Mai 1981, fuhr der letzte Reisezug des Streckenteils Hatzfeld Frankenberg mit vielen Fahrgästen: Wären alle Züge so gut besetzt gewesen, dann gäbe es den Schienenpersonenverkehr dort vielleicht noch heute. Es war ein Abschied ohne Tränen, um den Titel eines Films über diese Strecke zu zitieren. Diesen Streifen hatte das Amateur-Film-Team Dodenau kurz vor der Stilllegung gedreht. Bei aller Liebe zur Eisenbahn war die Obere-Edertal-Bahn nicht mehr zu retten - zumindest, was den Personenverkehr anbetraf.

Autoren dieser Serie: KLAUS JUNGHEIM, WALTER SELLMANN, HERBERT WIEGAND UND GERHARD MOLL (HNA; 2000)

siehe auch

Persönliche Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Portale Regionen
Portale Themen
Werkzeuge