Nothfelden

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Nothfelden

„Klein, aber fein.“ Dieses Prädikat nehmen die Nothfelder zu Recht für sich in Anspruch. Denn von dem 312 Meter hoch auf einem Plateau gelegenen 400-Seelen-Dorf bietet sich dem Betrachter ein Bilderbuchblick weit über das Wolfhager Land.

Das zur Stadt Wolfhagen gehörende Nothfelden hat derzeit 402 Einwohner. Nothfelden ist ein landwirtschaftlich geprägter Stadtteil von Wolfhagen. Es gibt keinen Lebensmittelladen, auch keine Bäckerei, Metzgerei oder eine Gaststätte. Vorhanden sind jedoch insgesamt acht Handwerks- beziehungsweise Dienstleistungsbetriebe.

Geografie

Nothfelden (310 m über NN.) liegt an den Landesstraßen 3312 und 3214 im Naturpark Habichtswald.

Geschichte

Der Ort wird urkundlich erstmals bereits im 10. Jahrhundert genannt und erscheint in den Urkunden des Klosters Hasungen als Niedern-Nothfeldt. Zur Unterscheidung des Ortes Obernothfelden, der jedoch schon um 1334 wüst fiel.

Zum Dekanat der Kirche auf dem Schützeberg und damit zum Amt Wolfhagen gehörend wird Nothfelden in der Reformationszeit, die 1517 begann als Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg schlug und die 1648 mit dem Westfälischen Frieden endete, kirchlich eine Filiale von Altenhasungen.

Eine historische Einwohnerstatistik nennt im Jahre 1537 26 Wohnhäuser (Wolfhager Salb.), im Jahre 1585 34 Haushalte und im Jahre 1895 334 Einwohner; 1970 wohnten 375 Menschen im Ort (vgl. Historisches Ortslexikon <www.lagis-hessen.de> - Stand: 12.11.2010).

Nothfelden gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg - bis zur Gebietsreform in Hessen zu Beginn der 1970-er Jahre - zum Altkreis Wolfhagen (WOH).

Am 1.2.1971 schloss sich Nothfelden dann mit weiteren ehemals selbständigen Gemeinden und Wolfhagen zu der heutigen Stadt Wolfhagen zusammen. Am 31.12.1971 kamen noch die Gemeinden Ippinghausen und Istha hinzu.

Am 16.10.2011 wurde der Dorfplatz in Nothfelden auf dem Grundstück direkt neben der Kirche offiziell eingeweiht, der mit viel Eigenleistung der Nothfeldener entstand. Eine Gedenktafel in einem Findling erinnert an die „Alte Schule“, die einst auf dem Grundstück des heutigen Dorfplatzes stand. Bis 1937 war hier die Schule in einem 1850 erbauten Fachwerkhaus untergebracht. Vervollständigt wird der heutige Dorfplatz durch einen Lindenbaum, den Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake zusammen mit Ortsvorsteher Wolfgang Vogel pflanzte.

Kirche

Die Kirche in Nothfelden

Architektonisches Wahrzeichen von Nothfelden ist die Chorturmkirche.

Das Gotteshaus hat einen gedrungenen, romanischen Chorturm mit beschiefertem Fachwerkoberbau und Laternenhaube von 1803.

Der Chorraum des einfachen Saalbauschiffes wurde 1751 mit Tieferlegung der Decke sowie Einzug einer Empore barock umgestaltet.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erhielt der Turm eine Laternenhaube.

Nachdem im Oktober 2004 ein rund drei Quadratmeter großes Stück der Lehmdecke ausbrach und abstürzte, hat die rund 350-köpfige Kirchengemeinde die komplette Decke wieder nach altem handwerklichen Vorbild erneuert.

Derzeit wird das Außengelände neu gestaltet.

Die Kirchengemeinde Nothfelden gehört mit den Gemeinden Altenhasungen und Wenigenhasunger zum Kirchspiel Altenhasungen.


Literatur

  • Heinrich Reimer, Historisches Ortslexikon für Kurhessen, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 14, 1926, S. 355

Politik

  • Bürgerliste (BL) Nothfelden
  • SPD Wolfhagen
  • Ortsvorsteher ist Wolfgang Vogel, der im Ortsbeirat von Iris Degenhardt-Meister, Herbert Hermann, Carsten Geiersbach, Christoph Nittel, Werner Grüning und Wilfried Boxan unterstützt wird. (Stand 30. September 2011)

Vereine

Für das rege gesellschaftspolitische Leben im Ort sind die Vereine Freiwillige Feuerwehr, Traditionsschützen, Jagdgenossenschaft, Förderverein Dorferneuerung, Liedertafel, Sozialverband VdK sowie die Kirmesburschen und -mädchen das tragende Fundament. Zudem die sehr aktive evangelische Kirchengemeinde.[1]

Freiwillige Feuerwehr

Ritterspiele

Ritterspiele

Tradition in Nothfelden haben die Ritterspiele: Alljährlich immer am ersten Augustwochenende lassen im Reich von „Könich“ Rollo I. von der Burg Rödersen alle Männer und Frauen aus allen Ständen ihr Tagwerk ruhen, um zum Turnierplatz in Nothfelden zu pilgern. Denn da messen sich wackere Recken aus Rollos Reich und den benachbarten Gauen im ritterlichen Kampf. Auch die kleinen Prinzen, Knappen, Pagen, Prinzessinnen und Burgfräulein sind mit dabei. Ausgerichtet wird das mittelalterliche Spektakel von der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr.

Traditionsschützen

Die Traditionsschützenbruderschaft wurde 1810 urkundlich erstmals erwähnt. Mit Schießen nichts am Hut war die Hauptaufgabe vielmehr die gegenseitige Hilfe sowie der Schutz des Ortes und seiner Einwohner. Apropos Hut: bei den Schützenfestumzügen ist für die Brüder das Tragen eines Hutes absolute Pflicht. Höhepunkt des Festes ist das Pritzen, wo der Pritschenmeister den neu aufgenommenen Brüder sowie neuen Stelleninhabern mit Schlägen auf das Hinterteil den Segen erteilt. Auch das jährlich stattfindende Schützenfest hat Tradition.

siehe auch

Der Schützeberg zwischen Wolfhagen und Nothfelden - ein zentraler Ort des Eco-Pfads Kulturgeschichte Wolfhagen.

Wandern

Weblinks

  1. sv-nothfelden




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