Northeim

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Northeim
Northeim.jpg
Blick auf Northeim
(Foto: von Busse)
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Northeim
Höhe: 120 m ü. NN
Einwohner: 29.145 (31.12.2011)
Postleitzahlen: 37154
Telefonvorwahl: 05551
Kfz-Kennzeichen: NOM
Adresse der
Stadtverwaltung:
Scharnhorstplatz 1
Offizielle Website: www.northeim.de

Northeim ist eine Stadt in Südniedersachsen mit etwa 30.000 Einwohnern und Sitz des gleichnamigen Landkreises.

Die Stadtteile/ Ortschaften

Mit der Gebietsreform in den Jahren 1970 und 1974 wurden folgende Orte zur Stadt Northeim eingemeindet:

Geografie

Northeim liegt 20 Kilometer nördlich von Göttingen und 16 km südöstlich von Einbeck an der Autobahn A 7 und den Bundesstraßen Bundesstraße B 3, Bundesstraße B 241 und Bundesstraße B 248. Im Herbst 2007 wurde die Westumgehung von Northeim eingeweiht.

Durch die Stadt führt die Bahnstrecke Hannover–Frankfurt am Main bzw. Hannover–Würzburg (alte Nord-Süd-Strecke); hier beginnen die Südharzstrecke über Herzberg (Harz) nach Nordhausen und die Sollingbahn nach Ottbergen. Im Westen wird das Stadtgebiet von der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg gequert.

Im Osten der Stadt liegt der Flugplatz Northeim, von welchem man zu Rundflügen und Charterflügen abheben kann.

Geschichte

Aus der Stadtgeschichte

Northeim im Winter: Blick vom Wieterwanderweg auf die Stadt
(Foto: Wendt)

Hervorgegangen aus einem fränkischen Herrenhof an der Kreuzung zweier Handelswege entstand auf Wunsch des Grafen Otto von Northeim um 1100 das Kloster Sankt Blasien. In dessen Schutz entwickelte sich die Marktsiedlung Northeim.

Im Jahre 1252 erfolgte die Verleihung der Stadtrechte. Von 1384 bis 1554 war Northeim sogar Hansestadt. Die Stadt erwarb Markt und Münzrechte.

1539 wurde die vom Reformator Antonius Corvinus (auch "Anton Corvin" genannt) aufgestellte "Northeimer Kirchenordnung" von Rat und Bürgerschaft angenommen. Die Stadt wurde protestantisch, die neue Stadtkirche St. Sixti geistlicher Mittelpunkt, nicht mehr das Kloster.

Mit dem 30-jährigen Krieg, in dem Northeim mehrfach belagert und geplündert wurde, begann der wirtschaftliche Niedergang der Stadt. Erst mit dem Bau der Eisenbahn erfolgte eine neue Blütezeit. 1854 erhielt Northeim einen Eisenbahnanschluss, seit 1878 ist die Stadt Eisenbahnknotenpunkt, denn hier kreuzen sich die Nord-Süd-Trasse (Hamburg-Hannover-Kassel) mit der West-Ost-Linie (Halle-Nordhausen-Bodenfelde-Ottbergen-Ruhrgebiet). Industrieunternehmen und immer mehr Behörden siedelten sich an. Aus der Ackerbürgerstadt entwickelte sich eine moderne Verwaltungs- und Dienstleistungsstadt.

Northeim ist heute Kreissitz und Standort vieler überörtlicher Behörden (z.B. Bezirksstelle der Landwirtschaftskammer, Katasteramt, Klosterkammer, Polizeiinspektion Northeim/Osterode) und bedeutender Industrieunternehmen (z.B. Contitech mit vier Werken, Thimm-Verpackungen, Wilvorst).

Bahnhof Northeim

Bahnhof Northeim: Das Foto entstand um 1996.
(Foto: HNA)

Heutzutage steigt man am Bahnsteig 1 des Northeimer Bahnhofs in den InterCity Richtung Norden und ist als Fahrgast gut 50 Minuten später in der Landeshauptstadt. Mitte des 19. Jahrhunderts war diese Reisegeschwindigkeit undenkbar und Eisenbahn noch eine Sensation.

Am 31. Juli 1854 wurde Northeim mit der Eröffnung der Strecke von Alfeld nach Göttingen an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Es folgten die Südharzbahn nach Herzberg, die am 1. September 1871 in Betrieb ging, sowie die Sollingbahn nach Ottbergen, die am 15. Januar 1878 eröffnet wurde.

Der Northeimer Bahnhof blieb vom Zweiten Weltkrieg nicht verschont: so wurde das repräsentative Northeimer Bahnhofsgebäude, das um 1885 entstand, noch im April 1945 durch US-Bomber zerstört. Danach gab es zunächst Baracken.

Ende der 1960er-Jahre entstand das heutige Ensemble. Seit 1993 gibt es im Northeimer Bahnhof ein Reisezentrum, das die klassischen Schalter ablöste.

1988 wurde Northeim an das InterRegio-Netz der Bahn angeschlossen. Dieses Angebot löste die D-Züge ab und bedeutete mehr Komfort für die Bahnkunden. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2002 wurde der InterRegio abgeschafft. Seither hält der InterCity in Northeim.

Zum Fahrplanwechsel Ende 2009 wurden die InterCity bis auf wenige Ausnahmen gestrichen. RegionalBahnen und der Metronom sorgen nun für die Anschlüsse in Richtung Göttingen und Hannover.

Northeimer Sagen und Legenden

Kirchen

Northeim - Kirche St. Sixti
(Foto: Uli Hagemeier)

Literatur

Medien

Museen

Partnerstädte

  • Tourlaville (Frankreich) seit 1967
  • Prudnik (Polen)
  • Gallneukirchen (Österreich)

Persönlichkeiten

Scharnhorst-Kaserne

Das ehem. Kasernengelände - heute Behördenzentrum
(Foto: Gödecke)

Northeim hat als Garnisonsstadt mit der Scharnhorst-Kaserne bis zum Ende des 20. Jahrhunderts eine gewichtige Rolle gespielt.

„Die Kaserne ist geräumt” meldeten die Northeimer Neuesten Nachrichten in ihrer Ausgabe vom 17. Oktober 1992. Mit Sack und Pack hatten am Tag zuvor die letzten 15 Soldaten unter Regie von Hauptmann Gerd-Henning Renneberg die Northeimer Scharnhorst-Kaserne verlassen. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass der Gebäudekomplex gegen Ende des Jahrtausends zum neuen Domizil der Stadtverwaltung werden würde, nachdem das Finanzamt, zeitweise als Interessent im Gespräch, umdisponiert hatte.

Wenige Tage vor dem Auszug der letzten Soldaten war der Namenszug Scharnhorst-Kaserne aus dem Betonsockel des Eingangsbereichs gemeißelt und dem Stadtarchiv zur Aufbewahrung übergeben worden.

Seenplatte

Die "Northeimer Seenplatte" ist das herausragende Beispiel einer integrierten Entwicklung. Hier werden mit Beendigung des Kiesabbaus im Bereich der Flüsse Leine und Rhume, auf der Basis freiwilliger Landesaufgaben, schrittweise umfangreiche Grundwasserseen von höchster Wasserqualität gestaltet.

Dieses Luftbild der Northeimer Seenplatte entstand 2005.
(Foto: Gödecke)

Der "Große See" ist der umfangreichste der Northeimer Seen. Die Wasserfläche ist vornehmlich für das Segeln und Surfen vorgesehen, es befinden sich hier aber auch - vorwiegend an seinem West- und Nordufer - ruhige Wanderwege, Liegewiesen und Angelplätze.

Zwei Northeimer Segelsportvereine sind seit Jahren aktiv, ebenso zwei Windsurfingclubs. Für Badegäste stehen am Großen See eine großflächige Liegewiese und eine speziell ausgewiesene Badestelle zur Verfügung.

Ein weiteres Anliegen von Ornithologen und Behörden, aber auch einer wachsenden Öffentlichkeit, ist der Schutz der Vogelwelt. Die Leineaue zwischen Northeim und Salzderhelden war schon, bevor der Mensch die Flusslandschaft durch Siedlungs- und Bewirtschaftungsmaßnahmen tief greifend veränderte, ein bedeutsames Brut- und Rastgebiet für Wasser und Watvögel.

Das Gebiet hat sich im Laufe der Jahre - während und nach der Kiesgewinnung - wieder zu einer bedeutenden Lebensstätte feuchtland- und wassergebundener Tier-und Pflanzenart entwickelt.

Auch zahlreiche Amphibien und seltene Insekten sind hier heute heimisch. Um zu verhindern, dass der Wasservogelzug durch den weiteren Verlust großflächiger Rastplätze stark beeinträchtigt wird, ist im Sommer 1977 die förmliche Ausweisung eines Naturschutzgebietes von 80 Hektar Größe begonnen und mit Verordnung vom 15. Februar 1984 vollendet worden.

Die Vogelwelt im Naturschutzgebiet kann von einer Aussichtsplattform am Weißen Budenweg aus beobachtet werden.

Straßen in Northeim

Bürgermeister-Peters-Straße

Stolpersteine in Northeim

Am 9. Februar 2007 verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig sogenannte Stolpersteine in Northeim, die an jüdische Mitbürger der Stadt erinnern, die Opfer des Holocaust wurden. Die Aktion kam aufgrund der Initiative und der historischen Recherchen des Northeimer Ratsherrn und Geschichtslehrer Hans Harer sowie zahlreicher Northeimer Bürgerinnen und Bürger und mit der Unterstützung der KZ-Gedenkstätte Moringen zustande.

siehe auch

Im Turm der früheren städtischen Brauerei ist heute eine Gaststätte zu finden.
(Foto: HNA)

Vereine

Wussten Sie schon ...

Die St. Sixti-Kirche aus der Dachdeckerperspektive.
(Foto: Oschmann)
  • ... dass die Turngemeinde Northeim im 19. Jahrhundert eine eigene Feuerwehrabteilung besaß? Von 1864 bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 1886 wurden Turner für Rettungseinsätze im so genannten „Steigercorps“ eingesetzt. (Heiko Fahlbusch, TGN-Pressewart)
  • ... dass die Stadt Northeim auf eigene Kosten 1892 eine Lehrerfortbildungsanstalt in der Wieterallee einrichtete. Sie wurde 1926 geschlossen. In dem Zeitraum wurden laut einer Chronik von Karl Dageförde 1216 Studenten ausgebildet. (Hans Ramsthaler, Northeim)
  • ... dass der Northeimer Freizeitsee deutlich größer als der Maschsee in Hannover ist? Und dass an den Stegen und Landliegeplätzen des Northeimer Segelclubs (NSC) weit mehr als 100 Segelboote liegen? (Hainer Falkenhain, Vorsitzender des NSC)

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Northeim
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