Nordhessen

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Ansichten aus Nordhessen
Kassel-Wilhelmshöhe
Kassel - an der Fulda ("Spitzhacke" von Claes Oldenburg)

Nordhessen ist gekennzeichnet durch eine Mittelgebirgslandschaft mit großen zusammenhängenden Waldgebieten rund um die Großstadt Kassel.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nordhessen umfasst insbesondere das Gebiet der ehemaligen Landgrafschaft Hessen-Kassel und des Fürstentums Waldeck. Nach 1866 ging das Kurfürstentum Hessen-Kassel (auch Kurhessen) in der preußischen Provinz Hessen-Nassau auf.

Und in Waldeck ? Nachdem hier der letzte regierenden Fürst von Waldeck nach dem Ersten Weltkrieg abgedankt hatte, entstand für kurze Zeit der Freistaat Waldeck innerhalb der Weimarer Republik, wobei die Bestimmungen des seit dem 19. Jahrhundert bestehenden Akzessionsvertrages mit Preußen weiterhin in Kraft blieben, bevor dieser 1926 von Preußen gekündigt wurde.

Die Stadt Kassel und die Landkreise

Die Metropole von Nordhessen ist die Stadt Kassel. Von 1277 bis 1866 hatte Kassel Hauptstadtfunktionen inne. Heute ist die Stadt Sitz des Regierungsbezirks Kassel und des Landkreises Kassel.

Nach Frankfurt und Wiesbaden ist Kassel mit 193.248 Einwohnern (Stand: 30. Juni 2007) die drittgrößte Stadt des Bundeslandes Hessen.

Die Stadt liegt an der Fulda, in früheren Zeiten eine wichtige Schifffahrtsstraße der hessischen Landgrafen.

International bekannt ist Kassel vor allem durch den Bergpark Wilhelmshöhe mit den Wasserspielen (heute Weltkulturerbe) und die seit 1955 stattfindende Kunstausstellung documenta.


Zur Geschichte Kassels in den Jahren von 1900 bis 1999 schrieb die HNA eine Serie: "100 Jahre Kassel".


Überwiegend im Norden von Kassel liegt der Landkreis Kassel mit der nördlichsten Stadt Hessens, Bad Karlshafen.

Überwiegend im Süden von Kassel liegen die Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Waldeck-Frankenberg, der Werra-Meißner-Kreis und der Schwalm-Eder-Kreis.

Landkreis Kassel

Die Sababurg in der Nähe von Hofgeismar

Überwiegend im Norden von Kassel liegt der Landkreis Kassel; im Westen des Kreisgebiets bildet hier das Diemeltal die Grenze zu Nordrhein-Westfalen, im Nordosten liegen der Reinhardswald und die Weser. Der Reinhardswald ist ein über 200 km² großes und bis 472 m hohes waldreiches Mittelgebirge im Weserbergland in Nordhessen zwischen Kassel im Süden und Bad Karlshafen im Norden sowie Hann. Münden im Osten und Hofgeismar im Westen. Die höchsten Erhebungen im Reinhardswald sind der Gahrenberg und der Staufenberg mit jeweils 472 m.

Eichen- und Buchenwälder im Reinhardswald erinnern an die Zeiten des Hutewaldes (der Waldweide), Hohlwege und Hügelgräber an eine Siedlungsgeschichte, die bis in die Bronzezeit zurückreicht.

Eine besondere Attraktion bietet das Dornröschenschloß Sababurg mit dem angegliederten Tierpark Sababurg und dem Naturschutzgebiet Urwald Sababurg.

Landkreis Waldeck-Frankenberg

Luftbild der Edertalsperre

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg wird im Norden durch den nordrhein-westfälischen Hochsauerlandkreis begrenzt, im Osten durch den Landkreis Kassel, im Nordosten und Süden durch den Schwalm-Eder-Kreis, sowie im Westen durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Kreisstadt ist die Stadt Korbach.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg liegt die Edertalsperre, etwa 35 km Luftlinie südwestlich von Kassel bei Hemfurth am Edersee, einem Ortsteil von Edertal. 200 m über dem 27 km langen See thront die trutzige Burg Waldeck, einst Stammsitz der Grafen von Waldeck, die hier bis ins 17. Jahrhundert residiert haben. Bad Wildungen ist Kurzentrum.

Schwalm-Eder-Kreis

Der Schwalm-Eder-Kreis liegt in Nordhessen in einem Dreieck zwischen den Städten Kassel, Marburg und Bad Hersfeld.

Auf einer Fläche von 1538 qkm erstreckt er sich vom Zusammenfluss der Eder und der Fulda im Norden über das Stölzinger Gebirge im Osten, die Schwalm und das Knüllgebirge im südlichen Bereich und den Kellerwald im Westen. Kreisstadt ist Homberg (Efze).

Im Schwalm-Eder-Kreis liegt das Knüllgebirge, südlich von Kassel und westlich von Bad Hersfeld. Es wird begrenzt durch die Eder und die Schwalm im Norden und im Westen sowie die Fulda und die Jossa im Osten und im Süden. Höchste Erhebung ist das Knüllköpfchen.

In der Landschaft des Hochknülls liegt die kleinste Stadt Hessens: Schwarzenborn.

Die Region Schwalm-Eder

Homberg (Efze)

Leider fehlt in dem Wiki-Beitrag (siehe Link unten) zu Nordhessen - bei der geographischen Beschreibung des nordhessischen Bereichs, der Hinweis auf das "Flüsschen" Schwalm, das einstmals (wie auch die Region) für die "Kasseler", bzw. hessische Landgrafen, wie Landgraf Karl und Landgraf Friedrich II. eine relativ große Bedeutung hatte; aber auch früher - mit der in gewisserweise "abgeschlossen" auftretenden Tracht der Schwalmbevölkerung, eine Sonderstellung in Hessen oder sogar in Deutschland hatte.

Hierüber hat der Hessische Rundfunk in Frankfurt/Main mehrere Dokumentar- und Brauchtumsfilme produziert, hat aber auch andere in seinem "Magazin" darüber berichtet; aber er drehte auch schon vor über 20 Jahren an vielen nordhessischen authentischen Orten wie Bad Karlshafen und Wabern einen Fernsehfilm für die ARD, mit dem Titel: "Der Sommer der ein Winter war"; auch mit dem Unterthema: "Hessische Soldaten für England im Amerikanischem Unhabhänigkeitskampf Ende des 18.Jahrhunderts".

Karlshof in Wabern

Auch durchfließt die Schwalm - mit/in der so bezeichneten "Waberschen Ebene", ein für die seinerzeitliche "Landgräfliche Freizeitgestaltung" - der Reiherjagd, wichtigen nordhessisches Bereich; diese "Lustbarkeit" und Besonderheit von Jagd ging seinerzeit vom landgräflichen "Landschlösschen" Karlshof in Wabern aus. - Hier befand und befindet sich auch heute noch, ein erheblicher "Landwirtschaftlicher Besitz", auch als so genannter "Gutshof" bezeichnet; der seinerzeit sicher einen Wert an sich - auch für den "landgräflichen Schlossbetrieb" - darstellte. -

Die Schwalm - also das Flüsschen - entspringt in Mittelhessen im nördlichen Vogelsbergmassiv, südlich von "Schwalmtal-Brauerschwend", dabei westlich der Stadt Lauterbach und durchfließt quasi noch als größerer Bach den Wiesental-Bereich bei Heidelbach, um dann dort bei entsprechendem "Wasseranfall" - wie z.B. der Frühjahrsschneeschmelze, in der sogenannte "Heidelbach-Sperre" aufgestaut zu werden; hier wie auch in einer ähnlichen Vorrichtung bei Schwalmstadt-Ziegenhain, kann damit flussabwärts Hochwasser vermieden werden.

Bei Borken-Kerstenhausen - dem Bereich der AS-Borken der Autobahn A49/B3 - verlässt die Schwalm durch die sogenannte Schwalmpforte zwischen "Hundsburg" und der vermutlichen Keltenwohn- oder Kultstätte der "Altenburg" den "Kellerwald-Bereich", um nun "Wabern" und der Eder zuzueilen. Nordöstlich von Wabern dann - bei der "Ruine Altenburg" und ebensolchem Dörfchen, mündet die Schwalm dann in die Eder; um später mit/in Eder, Fulda auch dann der Weser die Nordsee "aufzufüllen".

- Zur "Entwirrung" noch etwas: Der Begriff "Altenburg" tritt gerade in Nordhessen häufig auf, aber nicht nur hier; so auch bei dem Städtchen Niedenstein südwestlich von Kassel. Aber auch der Kohleabbau im 20.Jahrhundert seinerzeit in Borken, verwandte den Ausdruck für viele der Abbaustätten. Jedenfalls dieses fast eigenständige "Massiv" des nördlichen und "auslaufenden" Kellerwaldes, muss von der Schwalm südwestlich umflossen werden, um dann in das Becken nördlich von Borken einzufließen.

Hessisches Braunkohle- und Bergbaumuseum in Borken

- Für den schon angeführten Kohleabbau wurden auch einige "kleinere" Verlegungen notwendig. Trotzdem konnte der Schwalm ihr eigener Charakter erhalten bleiben; vom Bergbau ist in der Landschaft außer schönen Seen und den unter Denkmalschutz" stehenden Resten des Kraftwerks kaum noch etwas zu sehen. Aber die hier in Borken vorhandene starke Bergbauverbundenheit, ließ ein sehr schönes und informatives Braunkohlebergbaumuseum entstehen; mit einem in einem historischen und prächtigen Fachwerkhaus, "Altes Amtsgericht" untergebrachten "Gebäudeteil". Aber auch einem Freigelände, dem so genannten "Themenpark" mit Elektro-Zügen und Großbaggern; hier steht auch ein "Minikraftwerk". Dies alles auch für informative Vorführungen.

- Auch ein so genannter "Bergbaurundwanderweg" mit Fragmenten der Großgeräte wurde erstellt und gepflegt. In Borken selbst stehen an wichtigen Stellen - von einem renomierten Künstler geschaffene "Plastiken", aus Bergbau- und Kraftwerksmaterialien, auch Werkzeugen. Diese sind typisch für die einzelnen dort notwendigen Berufe und Tätigkeiten ausgestaltet und sollen auf die traditionsreiche Vergangenheit hinweisen. Sicher, auch die Traditionen werden von den ehemaligen Bergleuten im "Bergmannschor" und dem "Bergmannsverein" gepflegt; ebenso sind auch die "Ehemaligen Kraftwerker" stolz auf Ihre getane Arbeit und machen regelmäßig und auf Wunsch Vorführungen im "Kraftwerk in Kleinformat" mit fast realer Ausgestaltung auf dem Freigelände; dies tun übrigens auch die Bergleute in ihrem Unterirdischen Teil des "Gebäudeteils" im/am "Altes Amtsgericht". -

Aber auch wurde die "Region Schwalm" im 19.Jahrhundert von Malern "entdeckt", die hier quasi in derem Zentrum Ziegenhain (mit der alten Wasserfestung der Grafen von Ziegenhain) - im südlicher gelegenen Willingshausen, eine regelrechte oder auch so genannte "Malerkolonie" bildeten.

Noch heute sind deren Bilder - von den mit der Schwälmer Tracht bekleideten dörflichen Menschen und/in ihrem direkten Lebensumfeld abgebildet - sehr bekannt; auch war im früheren Kasseler Hessisches Landesmuseum eine komplette so genannte Stube in einem Schwälmer Bauernhaus nachgebildet und zu besichtigen oder - man kann auch sagen zu bestaunen.

Von der Landgrafentreue der Ziegenhainer

Zur Landgrafentreue der Ziegenhainer wird noch berichtet in dem Heimatlesebuch von 1929, dass zum einen es das geflügelte Wort gibt: "Fest wie Ziegenhain"; und dass im "Schmalkaldischen Krieg" Heinz Lüder in unbestechlicher Hessentreue erklärte: "Nur dem freien Landgrafen gebe ich den Schlüssel der Festung zurück!" Und so sei Ziegenhain vor der Schleifung bewahrt worden.

Heute ist von der Befestigungsanlage noch ein Teil des Wassergrabens vorhanden, Mauern und Wälle sind abgetragen. Das Schloss ist schon seit vielen Jahrzehnten Teil einer Strafanstalt.

Früher war man im Volk und auch in der Wissenschaft der Meinung, dass das "Rotkäppchen" der Brüder Grimm, bzw. das der "Märchenfrau" Dorothea Viehmann - von der Knallhütte und "Zwehren" (korrekt Niederzwehren), dort in der Schwalm gelebt habe und seinem roten "Trachtkäppchen" den Namen zu verdanken hätte. Heute hat Volk und Wissenschaft keinen Sinn für Märchen.

- H.-J.Schulz, 20.04.06 -

Werra-Meißner-Kreis

Hoher Meißner: Ostblick von der Kalbe

Der Werra-Meißner-Kreis liegt im östlichen Nordhessen. Kreisstadt ist die Stadt Eschwege.

Im Werra-Meißner-Kreis liegt der "Hohe Meißner", ein bis zu 753 m hohes Bergmassiv und der König der nordhessischen Berge. Zusammen mit großen Teilen des Kaufunger Waldes und des Söhrewaldes bildet er den Naturpark Meißner-Kaufunger Wald.

Über 1.000 Jahre hinweg, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, wurde in Bad Sooden-Allendorf in Siedehäusern aus Sole - aus einem Vorkommen unter der Stadt - Salz gewonnen. Erst die Aufhebung des Salzmonopols nach der Annexion Hessens durch Preußen im Jahre 1866 und der damit einher gehende Preisverfall, führten allmählich zur Aufgabe der Salzherstellung.

Zur nordhessischen Geschichte nach 1945

Literatur

Märchenland

Dorothea Viehmann

1755 kam die "in aller Welt wohl berühmteste hessische Frau", so Dr. Bernhard Lauer, Direktor des Kasseler Brüder-Grimm-Museums, als Tochter der hugenottischen Familie Pierson im Gasthaus "Zum Birkenbaum", der heutigen Knallhütte bei Rengershausen zur Welt. Bis 1787 lebte sie auf dem Anwesen, schon damals Brauerei und Gasthaus, ehe sie mit ihrem Ehemann, dem Schneider Nikolaus Viehmann, nach Niederzwehren zog. Das Dorf lag damals noch vor den Toren Kassels.

Es war einmal ein Zufall. Der ließ Jacob und Wilhelm Grimm im Jahre 1813 die Gastwirtstochter und Schneidersfrau Dorothea Viehmann kennen lernen. Sie sollte die wichtigste Märchenbeiträgerin des Bruderpaars werden, das ihr im Vorwort des zweiten Bands der berühmten Kinder- und Hausmärchen (1815 erschienen), ein literarisches Denkmal setzte. Malerbruder Ludwig Emil fügte später ein bildliches hinzu. Es ist hier zu sehen.

Politik

Sehenswürdigkeiten

Ausflugstipps

Greifvogelschau im Wildpark Edersee

Ausflugstipps in Nordhessen:

Nordhessens beliebteste Bauwerke

Zu den beliebtesten hessischen Bauwerken zählten laut einer Umfrage des Hessischen Rundfunks im Jahre 2008 aus dem Bereich Nordhessens:

Dreiflügelige Schlossanlage mit vorgelagerten Wachpavillions: Schloss Wilhelmsthal

Tier- und Wildparks in Nordhessen

Zuguterletzt

Spezialtitäten

siehe auch

Schloss Wilhelmshöhe


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