Nienover

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Nienover ist ein Ortsteil der Gemeinde Bodenfelde im Landkreis Northeim am Rande des Naturparks Solling-Vogler in Südniedersachsen.

Der Ort liegt nördlich von Bodenfelde im Tal des Reiherbachs im Solling.

Geschichte

Die Ortsteile von Bodenfelde blicken auf eine lange Siedlungsgeschichte zurück.

Die ehemalige Gemeinde Nienover – entstanden aus den ursprünglichen Ortschaften Nienover, Amelith und Polier – wurde im Jahre 1144 erstmals urkundlich erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt endete der Einfluss der Grafen von Northeim und somit auch der Einfluss der Reichsabtei Corvey, wo diese zeitweise Vögte waren. Das Corveyer Güterregister aus dem 9./10. Jahrhundert weist Besitzungen des Klosters bis zu einer Linie Calden-Gimte nach Süden aus. In der folgenden Epoche beherrschten die Grafen von Dassel die Region. 1180 machten sie die Burg Nienover zu ihrem Stammsitz. Vor der Burg bauten sie eine Stadt. Diese wurde um 1270 zerstört und ist seitdem Wüstung. 1303 mussten die Grafen die Burg an die Welfen verkaufen. Die Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. An ihrer Stelle erbauten die Welfen ein Jagdschloss. Nach einer Nutzung durch die Universität Göttingen wurde es 2005 an ein privates Gestüt verkauft.

Seit dem Mittelalter wurden die Solevorkommen bei Bodenfelde zur Salzgewinnung genutzt, die im 17. Jahrhundert ihr Ende fand.

Der Solling war im Mittelalter auch ein wichtiger Standort von Glashütten. Zwischen 1776 und 1778 zur Zeit von Georg III. entstand die Glashütte Amelith bei Nienover. Bereits seit dem 15. Jahrhundert waren im waldreichen Amtsbereich von Nienover Wanderhütten nachgewiesen und die Glasmacher mit ihren Familien sollten an ihren Arbeitsplatz gebunden werden. Die Glashütte entwickelte sich zur bedeutendsten des Gebiets und produzierte Gläser und Spiegel, die bis nach Russland, Schweden, in die Niederlande oder nach Großbritannien exportiert wurden.

Nienover gehörte ab dem Jahre 1885 zum damals neu gegründeten Kreis Uslar, der im Zuge der Gebietsreform der preußischen Provinz Hannover durch Zusammenlegung der Ämter Uslar, Nienover, Lauenförde und Adelebsen hervorging, bevor er 1932 in den Kreis Northeim eingegliedert wurde.

Bescheidenen wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr die Gegend im 19. Jahrhundert durch die Holzverkohlungsindustrie, die Holzflößerei sowie den Bau der Eisenbahnlinien Bodenfelde - Göttingen und Bodenfelde - Northeim.

Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform in Niedersachsen entstand am 1.3.1974 aus den Ortschaften Bodenfelde, Nienover und Wahmbeck die Gemeinde „Flecken Bodenfelde“, benannt nach einer historischen Bezeichnung für eine Gemeinde mit stadtähnlichen Rechten, die schon früh über Marktrechte verfügte.

Literatur

Sehenswürdigkeiten

siehe auch

Wandern

Der nahe Solling ermöglicht zahlreiche Ausflüge in die Natur und die großen Waldgebiete laden zum Wandern ein.

Interessant ist auch eine Wanderung durch das Hutewaldprojekt am Reiherbach. Mit dem im Sommer 2000 begonnenen Projekt wurde im südlichen Solling eine neue Form der Beweidung gestartet. Ein Wanderweg führt durch das Hutewaldgehege, mit dem Lebensräume zahlreicher gefährdeter einheimischer Tiere aber auch Pflanzenarten bewahrt werden sollen.

Wüstungen im Bereich von Nienover

Auf dem Gelände vor dem Schloss gründeten die Grafen von Dassel bereits um 1180 eine umwallte Siedlung, die um 1270 zerstört wurde. Seit 1996 wird die Anlage archäologisch untersucht. Im Erdboden haben sich der Stadtwall, Keller, Reste der Straßen und andere Zeugnisse der mittelalterlichen Besiedlung von Nienover erhalten.

Weitere Ausgrabungen erfolgen in der Wüstung Winnefeld, an der Wüstungskirche Schmeessen und in der Glashütte am Lakenteich.

Die ehemalige Dorfsiedlung Winnefeld mit Resten der Winnefelder Kirche liegt unmittelbar an der Bundesstraße B 241, nahe dem Forstamtsgehöft Winnefeld.

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Marcus Angebauer u. a., Herrenhäuser, Schlösser, Burgen & Gutshöfe, Band 2 - Fotografische Spaziergänge zwischen Diemel, Schwalm, Eder, Fulda, Werra und Weser, Verlag M. Faste, Kassel 2004

Weblinks


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