Nienhagen (Staufenberg)

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Nienhagen im Modell
(Foto: Wienecke)

Nienhagen ist ein Ortsteil der Gemeinde Staufenberg/ Nds. im Landkreis Göttingen.

Der Ort liegt in waldreicher Umgebung westlich des Kaufunger Walds am Fuße Steinbergs (542 m) im Naturpark Münden am Ingelheimbach, einem Zufluss der Nieste.

Nienhagen ist auch als Miniaturmodell zu besichtigen, nachdem im Jahre 2000 Reiner Werner und Erich Scheel die 96 Häuser des Ortes nachgebaut haben.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Als Nvwenhagen wurde der Ort im Jahre 1351 erstmals urkundlich erwähnt.

Später gehörte Nienhagen zu den Töpferdörfern in der Umgebung von Hann. Münden. Mit dem Ton vom Steinberg formten die Töpfer ihre Teller, Tassen und Schüsseln und es entstanden zum Teil reich verzierte Tonwaren.

Die Kapelle in Nienhagen stammt aus dem 16. Jahrhundert (der Taufstein aus 1599) und wurde im Jahre 1869 erneuert. Das Altarkruzifix hat der Künstler Gustav Eberlein geschaffen. Der in Spiekershausen geborene Bildhauer, Maler und Schriftsteller gehörte um die Jahrhundertwende vom 19. auf das 20. Jahrhundert zu den bedeutendsten Künstlern in Deutschland.

Dorfmuseum Nienhagen im Gollong-Haus

Das Gollong-Haus in Nienhagen ist das ehemalige Wohnhaus des Künstlerehepaares Gollong. Durch eine Stiftung wurde es zum Dorfmuseum.

Viele Exponate im Dorfmuseum Nienhagen stammen vom Künstlerehepaar Gollong

Zigarren, Tanzkappe, Keksdose: Im Wohnzimmer des Gollong-Hauses, des Dorf- und Heimatmuseums in Nienhagen, erinnern nicht nur die Möbel an die Vorbesitzer.
(Foto: Wienecke)

Die Erinnerung lebt weiter

Von Bettina Wienecke

Staufenberg. Möbel, Geschirr und sogar Zigarren, viele Exponate im Nienhagener Gollong-Haus, dem heutigen Dorf- und Heimatmuseum, erinnern an die Vorbesitzer, das Künstlerehepaar Erika und Christian Gollong.

„Er rauchte Zigarren, sie Zigaretten“, erinnert sich Erich Haldorn vom Kultur- und Heimatverein: „Der Garten, das Kochen am Herd sowie eine gute Zigarre waren für ihn das Wichtigste.“ „Die Möbel im Museum stammen wie der Tisch aus der Berliner Zeit Gollongs“, ergänzt Nienhagens Ortsbürgermeister Karl Kersten, der im Museum laut Aussage der Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins als „Mädchen für alles“ fungiert.

Komisches Talent

Auch in den Erinnerungen der ehemaligen Kollegen sind die Ballettmeisterin und der Schauspieler noch immer präsent. So hat Karl-Heinz Mauthe ab 1952 in Operetten, Singspielen und Kriminalstücken mit Christian Gollong auf der Bühne gestanden.

„Besonders in humorvollen Grotesken war Gollong durch seine Mimik erfolgreich. Er kam 1937 nach Kassel, ging dann nach Berlin und kam 1952 wieder nach Kassel zurück“, berichtet der 92-Jährige. „Von dem Geld, das er in seiner Berliner Zeit durch Rollen in Filmen verdiente, kaufte er sich Land in Nienhagen.“

Dies beschreibt auch die Chronik Nienhagens. „Das heutige Dorfmuseum hat Christian Gollong 1941 von einem Nienhäger Bürger gekauft und ab 1945 bis zu seinem Tode 1988 bewohnt“, heißt es da. Von der Beerdigung von Christian Gollong berichtet der pensionierte Schauspieler Mauthe aus Kassel: „Wir haben danach das gegessen, was er so gerne mochte. Mit Rippchen mit Sauerkraut haben wir ein Gollong-Essen veranstaltet.“

Karl Kersten traf 2001 mit einer inzwischen auch durch das Fernsehen bekannten Kollegin von Christian Gollong zusammen. Er überreichte der Schauspielerin Witta Pohl, die ihr erstes Theaterengagement 1957 in Kassel hatte, einen Scheck für ihren Verein Kinderluftbrücke.

Die Einnahme stammte von der 650-Jahr-Feier Nienhagens. „Mein Golli“ habe sie Christian Gollong genannt, berichtete Witta Pohl damals. Sein Fleiß, seine Zuverlässigkeit und Disziplin hätten sie geprägt. Ferner war sie von den Aktivitäten des Ortes, das Erbe von Christian Gollong zu bewahren, sehr angetan.

Gollong-Haus, Dorf- und Heimatmuseum in Nienhagen: Anita Schulte in der historischen Küche.

siehe auch:

Öffnungszeiten:

Der Kultur- und Heimatverein in Nienhagen ist der Betreiber des Museums, das gegenüber der Kirche liegt. Durch 15 ehrenamtliche Helfer im Alter zwischen 50 und 80 Jahren öffnet das Museum ganzjährig sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Literatur

  • Adolf Kraft, Erich Haldorn (Hrsg.) Nienhagen 1351-2001 - Ein Dorf erzählt aus seinem Leben, Kultur- und Heimatverein Nienhagen (Selbstverlag), Nienhagen 2001

Kirche

Sehenswürdigkeiten

Wandertipp "Vom Hopbach nach Hann. Münden"

Vereine

Wandern

Weblinks



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