Niedermeiser

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Die Kirche in Niedermeiser

Niedermeiser ist ein Stadtteil der nordhessischen Kleinstadt Liebenau im Landkreis Kassel mit ca. 770 Einwohnern.

Gemarkung und Lage

Der Ort liegt im Landkreis Kassel nahe der ehemaligen Kreisstadt Hofgeismar. Die Gemarkung Niedermeiser hat eine Fläche von 1.180 Hektar.

Niedermeiser liegt an der Warme, in die hier der Ruhrbach mündet.

Bei dem Ort findet sich im Ruhrbachtal ein kleiner, nur etwa 3,50 m hoher Wasserfall, allerdings der einzige frei fallende und natürliche Wasserfall in Nordhessen.

Geschichte

Bodenfunde lassen auf eine Besiedelung seit der Jungsteinzeit schliessen. Erstmals wurde der Ort in einer Urkunde des Jahres 1015 als "Mesheri" erwähnt. Die Urkunde bezieht sich auf einen größeren Landtausch, den der Edelmann Esie von Mesheri mit dem Bischof von Paderborn vornahm. In einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich II. aus dem Jahr 1019 an das Kloster Kaufungen ist auch von "Eskeberge oc Meiskere, villis in pago Hassia" die Rede.

Im Jahr 1074 wird Niedermeiser in der sogenannten jüngeren Gründungsurkunde des Klosters Hasungen als "Kirchmeischere" erwähnt und gehörte als Gerichtsort zum Gericht Malsburg.

Die Herren von der Malsburg, ab 1124 die Burgmannen des Erzbistums Mainz auf der Schartenburg, hatten auch Besitz in Niedermeiser, ebenso waren etwa das damalige Erzbistum Paderborn oder das Kloster Corvey in Niedermeiser begütert, wie aus alten Urkunden hervorgeht. In einem Lehnsregister aus dem Jahre 1305 werden die Edelherren von Schoeneberg erwähnt, denen auch eine Mühle am Ort gehörte.

Häufig war das Gebiet Schauplatz für Auseinandersetzungen zwischen den Lehnsherren von Desenberg, von der Malsburg und dem Landgrafen von Hessen. Von einer kriegerischen Auseinandersetzung Anfang des 15. Jahrhunderts waren auch die Orte Ober- und Niedermeiser („Meyse unde Meysen“) betroffen.

Nach dem Zierenberger Salbuch von 1571 hatte der Ort 90 Wohnhäuser und unterlag zu einem Viertel der Gerichtsbarkeit der Spiegel von Desenberg, zu einem Viertel der Herren von der Malsburg und zur Hälfte dem Landgrafen von Hessen.

Überliefert ist, dass im Jahre 1686 außer den Armen am Ort auch französische réfugiés (hugenottische Glaubensflüchtlinge) unterstützt wurden, die unter Landgraf Karl seinerzeit in der Landgrafschaft angesiedelt wurden.

Die Dorfkirche wurde im Jahre 1774 anstelle eines Vorgängerbaus errichtet. Ein neues Schulhaus entstand im Jahre 1806. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden hier 165 Schulkinder gezählt.

Kunstpräsentation in Niedermeiser

Nach der kurhessischen Verwaltungsreform im Jahre 1821 - mit einer Trennung von Verwaltung und Gerichtsbarkeit – gehörte Niedermeiser zum Kreis Hofgeismar und zum Justizamt Grebenstein.

Laut einer Volkszählung im Jahre 1852 hatte Niedermeiser 953 Einwohner in 140 Wohnhäusern, darunter zehn jüdische Familien mit 65 Familienmitgliedern mit eigener Schule und Synagoge am Ort. Ein wichtiger Erwerbszweig war zu dieser Zeit die Leineweberei.

Im Zuge der hessischen Gebietsreform zu Beginn der 1970-er Jahre wurde der Ort ein Stadtteil von Liebenau und gehört seither zum Landkreis Kassel.

Im Jahre 1974 beging Niedermeiser seine 900 Jahrfeier mit einem mehrtägigen Fest.

Kirche

Die Dorfkirche, ein schlichter Saalbau, wurde 1774 zur Zeit des Landgrafen Friedrich II. anstelle eines Vorgängerbaus errichtet. Der spätgotische Kirchturm ist deutlich älter; er stammt aus dem Jahr 1593 und wurde 1742 verändert.[1]

Literatur

  • Hans Weimann, Niedermeiser - Ein Beitrag zur Ortsgeschichte, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1963, S. 26 ff.
  • Volker Petri, Wilhelm Martins "Chronica von Niedermeiser" (1854), in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1981, S. 85 ff.

Radwandern

Tourenvorschlag: Der Start in Niedermeiser ist an der Brücke über die Warme. Von dort in den Weg nach Zwergen einbiegen und ab Zwergen weiter auf der Landstraße bis nach Liebenau. Von dort bietet sich als weiterer Streckenverlauf der Diemelradweg an.

- siehe auch www.diemelradweg.de -

siehe auch

Streuobstlehrpfad

Auf der Streuobstwiese zwischen Niederlistingen und Niedermeiser mit 1000 Obstbäumen erfahren Spaziergänger Interessantes über Naturschutz und Obsternte. Auch Führungen entlang der Apfel-, Kirsch- und Birnbäume können vereinbart werden.

Spitzname

Der Spitzname der Dorfbewohner ist “Klijjensäcke” (Säcke mit Kleie).

Vereine

Wandern

  • Die Rundwanderung durchs Ruhrbachtal führt von Niedermeiser nach Niederlistingen und eine Rundwanderung - Länge: 5,3 km, ca. 1,25 Stunden - auch zum Ruhrbach-Wasserfall.
    siehe dazu auch: Rundwanderung durchs Ruhrbachtal
  • Die Exkursion "Orchideen am Bodenberg" bei Niedermeiser ist ein pflanzenkundlicher Spaziergang, der sich mit der besonderen Ökologie von Magerrasen befasst.

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Informationen zur Kirche in Niedermeiser auf www.ekkh.de

Weblinks


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