Niedermöllrich

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Kirche in Niedermöllrich

Niedermöllrich ist ein Ortsteil der nordhessischen Gemeinde Wabern mit 787 Einwohnern.

Lage und Gemarkung

Niedermöllrich liegt direkt an der Eder. Die Gemarkung hat eine Fläche von ca. 657 Hektar. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 254.

Geschichte

Innenraum der Niedermöllricher Kirche

Niedermöllrich wird 1209 im Besitzverzeichnis des Stiftes St. Peter zu Fritzlar zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ab 1225 hält der Deutsche Orden Besitzungen in Niedermöllrich. 1272 erscheint Niedermöllrich in einer Urkunde als "Inferior Mildrike"

Im Mittelalter gehört Niedermöllrich zum Amt Felsberg.

1585 und 1747 hat Niedermöllrich jeweils 58 Haushalte.

Im Siebenjährigen Krieg lagerten vom 23. bis 27. Juli 1762 die alliierten Truppen (preußische Verbündete) unter Herzog Ferdinand von Braunschweig mit ca. 70.000 Soldaten zwischen Niedervorschütz und Niedermöllrich. Das Lager reichte nach alten Plänen ungefähr entlang der heutigen B 254 auf der gesamten Länge zwischen den beiden Orten. Diese Armee schlug in den Schlachten von Wilhelmsthal (26. Juni 1762) und Lutterberg (23. Juli 1762) die Franzosen und besetzte nach deren Rückzug das Gebiet der damaligen Landgrafschaft Hessen-Kassel. Die Franzosen waren damit aus dem kurhessischen Gebiet endgültig zurückgedrängt.

1895 leben in Niedermöllrich 530 Einwohner.

Am 17. August 1913 fand unter der Leitung des Lehrers Strohmeyer in Niedermöllrich die erste Generalversammlung des Turnvereins statt. Schon im darauf folgenden Jahr brachte der Ausbruch des Ersten Weltkrieges drastische Reduzierungen im gerade begonnenen Turnbetrieb mit sich. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte der Verein wieder regen Zulauf und es wurden neben dem Turnen nun auch Ballsportarten wie Fußball und Handball angeboten.

Im Jahr 1939 hat das Dorf 599 Einwohner.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde bereits 1945 versucht den Fußballsport im Dorf wieder aufzunehmen. Hierzu schloss man sich mit den Fußballern der Nachbarorte Harle und Lohre zusammen und 1946 konnte dann wieder ein regulärer Spielbetrieb aufgenommen werden. Schon 1947 wurde dann der Sportplatz am rechten Ederufer angelegt.

Der Fußballverein nannte sich ab 1958 "FC Edertal Niedermöllrich 1913 e.V." und trennte sich von den Fußballern der Nachbarorte.

1961 leben in Niedermöllrich 832 Menschen.

Ab 1. April 1972 endet die Selbständigkeit der Gemeinde Niedermöllrich und das Dorf wird ein Ortsteil der Gemeinde Wabern.

1991 schließt sich der FC Edertal mit dem SC Rhünda zusammen und lässt so einen Teil der nach dem Krieg bereits bestandenen Spielgemeinschaft wieder aufleben. Die Fußballspielgemeinschaft dauert bis heute fort.

In den Jahren 2006 und 2007 führt der, auf einem Feld in der Gemarkung Niedermöllrich, durch den Monsanto-Konzern, geplante Anbau von gentechnisch veränderten Mais zu mehreren Demonstrationen und Protestveranstaltungen. Der Anbau von gentechnisch veränderten Mais ist durch das Bundesamt für Verbraucherschutz für die Jahre 2008 bis 2011 genehmigt worden. Ob letztlich gentechnisch veränderter Mais angebaut wird, bleibt abzuwarten, zumal gegen die Genehmigung eine Klage gegen das Bundesamt für Verbraucherschutz vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig eingereicht wurde.

Eisenerz-Bergwerk

Mundloch - Eisenerzbergwerk Niedermöllrich
Eingangsbereich - Eisenerzbergwerk Niedermöllrich

Zwischen Niedermöllrich und Cappel gab es ein Bergwerk.

  • Bereits 1867 wurde das kleine Bergwerk als Holzhäuser Grube III vermerkt.Gefördert wurde dort allerdings nichts. Offenbar ging es den Betreibern zunächst nur darum, das Erzvorkommen zu sichern.
  • Erst im Zweiten Weltkrieg änderten sich die Vorzeichen. Die Nationalsozialisten wollten Deutschland unabhängig von anderen Ländern machen. So wurde versucht, auch noch den letzten Rest an Rohstoffen aus dem Boden zu holen.
  • Es wurde Eisenerz aus dem Stollen geholt, der direkt am Ufer der Eder beginnt. Von 1939 an lief der Betrieb drei oder vier Jahre.
  • Ein Lokschuppen, eine Verladerampe, ein Wetter- und ein Förderschacht gehörten unter anderem zu der Anlage. Später diente der Tunnel den Niedermöllrichern als Schutz vor Bombenangriffen.
  • Der Stollen heute: Eine Gruppe aus dem Dorf hat dafür gesorgt, dass Teile des alten Stollens wieder zugänglich sind. Den Stollen verschließt jetzt ein Tor mit der bergmännischen Aufschrift „Glück auf!“. Für Besucher kann es zu besonderen Anlässen geöffnet werden. In der Regel wird es aber verschlossen sein. Durch die Sitzbänke vor dem Eingang kann der Stollen dennoch zu einem Ausflugspunkt an der idyllischen Eder werden.
  • Eisenerzbergwerk Niedermöllrich

Kirche

Die ev. Kirche in Niedermöllrich gehört zur evangelischen Kirchengemeinde Niedermöllrich-Lohre-Niedervorschütz im evangelischen Kirchenkreis Homberg.

Der heutige Kirchbau stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und entstand in klassizistischer Bauweise.

Die Orgel aus 1847 stammt aus der Werkstatt des Orgelbauers Friedrich Bechstein aus Rotenburg an der Fulda und wurde 1986 von der Siegener Orgelbauwerkstatt Hans Peter Mebold restauriert.

Radwege

siehe auch

Vereine

In Niedermöllrich gibt es fünf Vereine.

Weblinks und Artikel

Aus der HNA vom 10.08.2010: Ein Bergwerk lebt auf


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