Naturpark Kellerwald-Edersee

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Nationalpark Kellerwald-Edersee
Wanderweg im Kellerwald
Wanderweg im Kellerwald

Der Naturpark Kellerwald-Edersee ist ein junger Naturpark. Er besteht seit dem 1. Juni 2001, liegt im nördlichen Teil des Bundeslandes Hessen und erstreckt sich über Teile der Landkreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder. Er hat eine Größe von rund 40.631 Hektar.

Gebiet

Das Gebiet des Naturparks Kellerwald-Edersee ist ein Mittelgebirgszug im Nordhessischen Bergland mit ausgedehnten bodensauren Buchenwäldern, die in dieser großen Ausdehnung und Ungestörtheit für die Bundesrepublik und für Europa nahezu einmalig sind. Diese Besonderheit des Kellerwaldes kann unter den Naturparken als Alleinstellungsmerkmal eingestuft werden.

Waldschutzgebiet

Innerhalb des Naturparks Kellerwald-Edersee liegt das "Waldschutzgebiet" südlich des Edersees und nimmt mit 4.746,3 Hektar 12 % der Naturparkfläche ein. Dieses Gebiet liegt innerhalb des 5.724 Hektar großen FFH-Gebietes, welches als Nationalpark ausgewiesen werden soll.

Namensgebung und Nutzung

Der Kellerwald ist durch zahlreiche Waldwiesentäler, Rodungsinseln mit kleinen Haufendörfern und städtischen Strukturen von Bad Wildungen und Reinhardshausen geprägt.

Die kleinteilige Landwirtschaft, die Waldnutzung, der Bergbau und das Hüttenwesen bildeten Jahrhunderte lang die Lebensgrundlagen. Der Name "Kellerwald" ist vermutlich aus der Zeit der intensiven Waldnutzung zur Holzkohleherstellung abgeleitet. Der Wald war zu dieser Zeit stark dezimiert und devastiert. Die Landschaft trug den Namen "Köhlerwald" oder "Kahler Wald".

Kurbetrieb

Die seit Jahrhunderten bekannten Heilquellen in Bad Wildungen haben die Entwicklung eines ausgedehnten Kurwesens begründet, seit einigen Jahrzehnten ausgedehnt auf die Orte Reinhardshausen und Bad Zwesten. Der Kur- und Badebetrieb hat sich zum wichtigsten Wirtschaftszweig in der Kellerwaldregion entwickelt.

Baudenkmale

Zahlreiche weithin sichtbare Baudenkmale aus dem Zeitraum von ca. acht Jahrhunderten wie das Schloss Waldeck, das Jagdschloss Friedrichstein, die Zisterzienser Klosteranlage in Haina, zahlreiche Dorfkirchen, Wassermühlen, Burgen, Ruinen und Türme, Gutshöfe und von Fachwerk geprägte Städte und Dörfer prägen die Landschaft.

Technische Bauwerke

Technische Bauwerke aus jüngerer Zeit wie die Sperrmauer des Edersees mit Hochspeicherbecken, das Kraftwerk samt Energiefernleitungen und Unterbecken bei Affoldern, Sendetürme der modernen Nachrichtentechnik am Hohen Lohr, großvolumige Gewerbebauten der Kunststoffindustrie und Klinikgebäude, Dammbauten und Viadukte der stillgelegten Eisenbahnlinie von Bad Wildungen nach Korbach und die großzügig trassierten Bundesstraßen B3, B252 und B253 mit Geländeanschnitten und Dammbauten haben das Landschaftsbild stark verändert und teilweise überformt.

Geologie, Flora und Fauna

Der geologische Untergrund besteht aus karbonischen und devonischen Grauwacken, Tonschiefern, Quarziten, Kieselschiefern und Diabas. Die Vielfalt der geologischen und geomorphologischen Strukturen sowie die hohe standörtliche Vielfalt haben zu einem hohen Artenreichtum von Fauna und Flora sowie von Lebensgemeinschaften geführt.

Auf den Steilhängen des Edersee-Nordufers befinden sich die besonders eindrucksvollen und geschützten Eichenbestände auf trockenen, warmen Standorten mit seltenen Vertretern der Fauna und Flora entlang des Knorreichenstie­gs.

Der nördliche Teil des Naturparks wird vom Trog des Eder-Durchbruchtales gebildet. Dort ist mit Errichtung der Sperrmauer die ca. 27 Kilometer lange Edertalsperre entstanden. Diese Wasserlandschaft ist zu einem Schwerpunkt des Tourismus und des Erholungsverkehrs geworden, insbesondere im Bereich von Bringhausen und Waldeck bis zur Sperrmauer.

An der Südostabdachung des Kellerwaldes liegen in offener landwirtschaftlicher Flur entlang der Seitenbäche zur Schwalm bäuerlich geprägte Dörfer mit Mühlen, Türmen als Teilen von Befestigungsanlagen, herrschaftlichen Wohnsitzen, Kornspeichern und Gutshöfen. Diese von ausgedehnten Äckern und von Grünland begleiteten Bachtälern geprägte Landschaft im Einzugsbereich von Gilsa und Urff als Nebenbäche der Schwalm wird überragt von dem südwest-nordost gerichteten Höhenzug mit Jeust und Wüstegarten als südlichem Rand des Kellerwaldes.

Gemeinden

Insgesamt haben 10 Gemeinden Anteil am Naturpark:

  • Gemeinden des Landkreises Waldeck-Frankenberg:

Bad Wildungen, Edertal, Frankenau, Gemünden, Haina (Kloster), Vöhl und Waldeck

Bad Zwesten, Gilserberg, Jesberg

Quellen

siehe auch

Weblinks