Naturkundemuseum

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Ottoneum

Die naturkundliche Sammlung im Naturkundemeuseum in Kassel ist eine der ältesten Europas und enthält kulturhistorische Kostbarkeiten.

Zu den Ausstellungsstücken gehören das "Herbarium Ratzenberger", älteste systematische Pflanzensammlung Europas (angelegt anno 1556 von Kaspar Ratzenberger), die "Schildbachsche Holzbibliothek" aus dem 18. Jahrhundert sowie der "Goethe-Elefant", eines der ersten präparierten Großsäugerskelette.

Das im Ottoneum (in Kassel am Steinweg) eingerichtete Museum baut auf Kernbeständen der landgräflichen Sammlungen auf.

Im Jahre 2010 bestand des Museum 125 Jahre.

Museum

Zu den Attraktionen gehören der Goethe-Elefant und die Holzbibliothek

Kein Museum ist Selbstzweck. Überall werden die Schätze gesammelt und präsentiert, damit die Besucher aus der Beschäftigung mit ihnen auch Erfahrungen für ihr eigenes Leben machen können. Aber nur wenige Ausstellungshäuser locken die Besucher an, um sie nach dem Rundgang mit geschärften Blick direkt in die Welt hinaus zu schicken. Dieses Prinzip gilt vorrangig für die Arbeit des Naturkundemuseums. Es hätte sein Ziel verfehlt, würde es nicht zum Gang in die umgebende Natur ermuntern.

Die Sammlung des Naturkundemuseums gehört zu den ältesten in Kassel. Bereits im 16. und 17. Jahrhundert schufen die Landgrafen Wilhelm der Weise und Moritz der Gelehrte den Grundstock. Die selbstbewussten und gelehrten Fürsten wollten die Welt erkunden und in gewisser Weise sich untertan machen. So sammelten sie Belege für die Schönheiten und Merkwürdigkeiten, die Natur, Handwerk und Kunst hervorgebracht hatten. Es entstanden die Kunst- und Wunderkammern, in denen sich neben Bildern, Plastiken, astronomischen Geräten auch seltene Steine, anatomische Modelle und präparierte Tiere befinden konnten. Diese Kammern waren die Keimzellen unserer heutigen Museen.

Erst im 18. und 19. Jahrhundert setzte sich der Trend zur Spezialisierung durch. Die Sammlungen spalteten sich in Abteilungen auf. Die landgräfliche Kunst- und Naturaliensammlung, die seit 1779 mit im Museum Fridericianum beheimatet gewesen war, erhielt 1884 ein eigenes Haus - das Ottoneum, das Landgraf Moritz 1603-1606 als das erste eigenständige, geschlossene Theater in Deutschland hatte errichten lassen.

Das Ottoneum hat nur kurze Zeit als Theater gedient. Umbauten haben die Spuren der ursprünglichen Nutzung verschwinden lassen. Immerhin wurden bei der überfälligen Sanierung des Gebäudes in den Neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts die inneren Schönheiten der Architektur weitgehend wieder freigelegt.

Man könnte das Ottoneum heute trotzdem als Theater bezeichnen, zumindest sind viele seiner auch sehr exotischen Exponate kulissenartig angeordnet. Und somit bilden sie stumm eine theatralische Belehrung der Besucher, die oft aus Schulklassen bestehen und dabei die Welt in ihrer Verschiedenheit betrachten und verstehen können. Jedoch das wahre, das Staatstheater Kassel steht nur unweit daneben am Rande der Karlsaue mit Landgraf Karl seinem "Gartentheater"; die Orangerie im Nordosten und Tempel im Südwesten, inmitten der Schwaneninsel.

Die Sanierung wurde auch zur Neuordnung der Sammlung genutzt. Dabei wurden die historischen Stücke, die von internationalem Rang sind, im Erdgeschoss konzentriert. Den Mittelpunkt bildet der "Goethe-Elefant". Es handelt sich um das erste in Deutschland präparierte Elefantenskelett, an dem Goethe Untersuchungen über den Zwischenkieferknochen anstellte.

Ebenso berühmt sind die erste systematische Pflanzensammlung aus dem späten 16. Jahrhundert, das Herbarium von Ratzenberger, und die Schildbachsche Holzbibliothek, die aus Holzbüchern besteht, in denen sich neben Beschreibungen des jeweiligen Baumes auch Proben der Rinde, Blätter und Blüten sowie Früchte befinden.

Bei der Neuordnung wurde auch versucht, die Sammlungsstücke so zu ordnen, daß sich für die Besucher Zusammenhänge ergeben und sie beobachten können, welche Tiere in Waldlandschaften zusammenleben. Der Ausstellungsausbau des Museums ist wegen der Finanzprobleme nicht abgeschlossen. So blieben Flächen frei, auf denen Sammlungsteile improvisiert (aber nicht endgültig) gezeigt werden - wie die Welt der Schmetterlinge - oder auf denen Sonderschauen zu sehen sind - wie die über ausgestorbene und aussterbende Tierarten ("Wohin mit der Arche Noah?") oder die mit Muschelkalkfossilien aus Nordhessen.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr, Tel. 0561/7874014

siehe auch

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