Nationalspieler

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Kassel und seine Fußball-Nationalspieler

Beim ersten Spiel einer deutschen Fußballnationalmannschaft stand mit Gustav Hensel ein echter Kasseler vom damaligen KSV Hessen Kassel auf dem Platz - er war sogar am ersten Tor beteiligt. Auch zur Weltmeistermannschaft 1954 gehörte ein Kasseler. Da ihm mit Fritz Walter ein Fußballidol vor der Nase saß, reichte es für Karl-Heinz Metzner in der Schweiz aber nur zur Reservebank. Der dritte der hier vorgestellten Nationalspieler, Heini Weber, turnte beim TV 1860 Marburg, bevor er den Fußball für sich entdeckte. Am 28. Mai 1928 gab er beim 4:0 gegen die Schweiz sein Debüt.

Gustav Hensel, der erste Rechtsaußen

Am 5. April 1908 bestritt die Mannschaft des Deutschen Fußball Bundes ihr erstes Länderspiel. Der schnelle Rechtsaußen mit dem harten Schuss hieß Gustav Hensel und spielte beim Casseler Fußball-Verein.

Seine Gefährlichkeit stellte Hensel auf dem Baseler Fußballplatz prompt unter Beweis - er leitete das erste Tor einer deutschen Nationalmannschaft ein. Hensel flankte in der sechsten Minute vor das schweizerische Gehäuse. Fritz Förderer vom Karlsruher FV schoss den Ball aufs Tor, Fritz Becker von den Frankfurter Kickers sprang dazwischen und schoss ein.

Hensels Spurt nützte nicht viel, Deutschland, damals trainerlos, verlor 3:5. Trotz guter Leistung wurde Hensel nie mehr nominiert. Am 29. August 1933 starb Gustav Hensel in Bremen, wo er als Weinhändler gearbeitet hatte.

Heini Weber, der Umgeschulte

Heini Weber, geboren am 21. Juni 1900, turnte beim TV 1860 Marburg, bevor er den Fußball für sich entdeckte. Seine vier Schwestern versteckten gegen den Willen der Eltern seine Spielkleidung in der Gartenlaube, wo Heini sie holte und sich klammheimlich in Richtung Sportplatz davonstahl.

Mit 16 Jahren stürmte er bei Marburg 1917, mit 21 wechselte er zum VfB Leipzig. Der Stürmer wurde zum Verteidiger umgeschult, kam 1923 nach Kassel. Für den SV Kurhessen spielte er 22 Mal in der westdeutschen Auswahl und lief ab 1928 zwölf Mal für die Nationalmannschaft auf, zwei Mal als Kapitän.

Am 28. Mai 1928 gab er sein Debüt beim 4:0 gegen die Schweiz, beim 0:6 gegen Österreich trug er zum letzten Mal den Adler; Knieprobleme beendeten seine Fußballerkarriere.

Der Augenoptikermeister gründete 1930 in der Hohenzollernstraße, der heutigen Friedrich-Ebert-Straße, ein Optik-, Foto- und Radiofachgeschäft, siedelte 1949 in die Wilhelmsstraße um. Heini Weber starb 1977.

„Gala“ Metzner, der Faire

Da sich Bundestrainer Sepp Herberger auf Horst Eckel, Karl Mai, Max Morlock und Fritz Walter, die Eckpfeiler seines Spielsystems, festgelegt hatte, blieb für Karl-Heinz Metzner bei der Weltmeisterschaft 1954 nur die Rolle des WM-Touristen. Dennoch: Als ihm am 5. Juni die Einladung des Deutschen Fußball-Bundes ins Haus flatterte, die ihn zur WM-Vorbereitung in die Sportschule Karlsruhe-Schöneck einlud, konnte er sein Glück kaum glauben. Der am 9. Januar 1923 geborene Außenläufer und Halbstürmer des KSV Hessen stand schon seit 1941 im Notizbuch Herbergers.

Der Krieg hatte eine große Karriere von „Gala“ Metzner, der seinen Spitznamen seiner feinen Spieltechnik verdankte, verhindert. Metzner kehrte mit einem Oberarmdurchschuss aus dem Krieg zurück. Bauingenieur konnte er nicht mehr werden, arbeitete stattdessen als Technischer Zeichner bei der Bundesbahn und spielte bis 1961 für den KSV Hessen. Bei einem Angebot von Hannover 96 verweigerte der KSV die Freigabe.

Besonnen, fair und ruhig. So beschreibt Metzners Witwe Brunhild ihren Mann, der am 25. Oktober 1994 starb. Nur über eines konnte er sich wirklich aufregen - wenn nach der WM die Helden von Bern gefeiert und die Ersatzspieler darüber vergessen wurden.

Historische Sportfotos

Historische Sportfotos von den Kasseler Nationalspielern Hensel, Metzner und Weber unter: Historische Sportfotos