Nörten-Hardenberg, St. Martin

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Die Katholische Kirchengemeinde St. Martin in Nörten-Hardenberg im Landkreis Northeim gehört zum Dekanat Nörten-Osterode. Die heutige katholische Kirche (neuromanisch) entstand an der Stelle der Vorgängerkirche und wurde am 6. Oktober 1895 geweiht.

Geschichte

Eine herausragende Stellung unter den Martinskirchen, die der spätere Mainzer Erzbischof Bonifatius gründete, hatte St. Martin in Nörten-Hardenberg. Vermutlich lag das an der verkehrsgünstigen Lage des Gotteshauses. Das Archidiakonat (kirchliche Untereinheit eines Bistums) Nörten entstand und die Pfarrei wurde Sitz eines Archidiakons - dem Stellvertreter des Bistums.

1055 gründete der Mainzer Erzbischof Lupold (1051-1059) an St. Martin das Chorherrenstift St. Peter (und St. Martin). In der Gründungsurkunde des Stifts wird die Kirche erstmals schriftlich erwähnt.

1292 fiel die Kirche einem Feuer zum Opfer. Sie wurde in den folgenden Jahren wieder aufgebaut. Im Laufe der Nachwirkungen der Reformation und des 30-jährigen Krieges wurde Nörten mit dem Kloster mehrere Male geplündert und niedergebrannt. Im Jahr 1626 wurden Nörten und die Kirche durch die Söldner des Herzogs Christian von Braunschweig in Schutt und Asche gelegt. 1636 ordnete der Erzbischof von Mainz die Rückkehr der Chorherren an. Bis 1690 wurden Kirche und Kloster wiederaufgebaut.

1809 wurde das Kloster St. Peter aufgelöst. St. Martin blieb das einzige katholische Gotteshaus im Raum Südhannover. Seit dem Jahr 1823 gehört St. Martin zum Bistum Hildesheim.

Unter dem Pfarrer Carl Westermann wurde ein Baurat aus Hildesheim mit dem Entwurf für den Neubau des Gotteshauses beauftragt. Der Abriss der alten Stiftskirche begann am 2. April 1894. Die Grundsteinlegung erfolgte am 22. Mai 1894. Bauleiter war damals Engelhardt aus Bodensee, der später Stadtbaumeister Kölns wurde. Bei den Bauarbeiten ergeinete sich am 5. Oktober 1894 ein tragischer Arbeitsunfall. Ein Maurer aus Lindau stürzte vom Gerüst in den Tod. Kirche und Hochaltar wurden schließlich am 6. Oktober 1895 von Bischof Wilhelm geweiht. Weihnachten 1904 wurde erstmals auf der neuen Furtwängler- und Hammerorgel gespielt.

Ausgrabungen

Im September 2014 entdecken Wissenschaftler bei Ausgrabungen ein Massengrab und eine Krypta unter dem ehemaligen Altarraum der Kirche von 1293. Die Krypta, die in der gefundenen Größe eher unter einen Dom als unter eine Kirche in Nörten passen würde, stammt nachweislich aus der Zeit um 1130 bis 1140. Es gab Stimmen, die sich für den Erhalt der ausgegrabenen Krypta in der offenen Form eingesetzt hatten. Da aber das Geld für dieses Vorhaben nicht vorhanden war, wurde der historische Fund wieder zugeschüttet.[1]

Dekanat Nörten-Osterode

Kindergarten

  • Katholischer Kindergarten St. Josef

siehe auch

Weblinks und Quellen

Einzelnachweise

  1. Aus HNA.de vom 15. Oktober 2014: Die Krypta vor der katholischen Kirche Nörten-Hardenberg wird zugeschüttet
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