Museumspark

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Die Stadt von den Museen her neu denken

Acht Maßnahmen für die Zeit bis 2009 von der Landesregierung genehmigt

Zwei kulturelle Zentren - verbunden durch eine Achse: Die Vision der Planer ist es, im Laufe der nächsten Jahre die Museen und Parks in der Innenstadt und in Wilhelmshöhe so auszubauen, dass sie sich die Waage halten und gegenseitig befruchten. In der Mitte eingekreist ist der Bahnhof Wilhelmshöhe.

Ziel aller Sanierungs- und Umbauarbeiten ist es, die Schätze, über die Kassel in seinen Museen, Schlössern und Parks verfügt, wirkungsvoller herauszustellen und in neue lebendige Zusammenhänge zu bringen. Die Umgestaltung der Museen in Wilhelmshöhe und in der Innenstadt wird auch sichtbare Folgen für die Stadt haben. Das heißt: Die Stadt wird von den Museen her neu gedacht. Man hofft, die jährliche Gesamtbesucherzahl von 350 000 auf 850 000 steigern zu können.

Die Umgestaltung wird insgesamt mindestens 200 Millionen Euro kosten. Grundlage dafür ist ein Masterplan, der von dem Büro Albert Speer und Partner (AS&P) für die nächsten zehn Jahre erarbeitet wurde. Die Landesregierung hat den Kostenrahmen in Höhe von 98,3 Millionen Euro bis 2009 gebilligt und den darin acht festgelegten Maßnahmen zugestimmt:

1) Sicherung und Sanierung des Herkules-Bauwerkes (21 Millionen Euro). Während der Bauzeit will man sich bemühen, Teile der Anlage zugänglich zu lassen. Vor allem soll, sobald es möglich ist, ein Durchgang durch das Oktogon geschaffen werden.

2) Neubau eines Besucherzentrums am Herkules (1,7 Millionen Euro). Dort sollen die Gäste alle Informationen zum Herkules, zum Bergpark und zu den Museen erhalten sowie Bücher, Karten und Andenken kaufen können.

3) Sanierung des Landesmuseums am Brüder-Grimm-Platz (11,6 Millionen Euro). Das Museum soll zu einem Haus der Landesgeschichte ausgebaut werden.

4) Sanierung der Neuen Galerie (16 Millionen Euro), die zu einem reinen Museum der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts werden soll.

5) Sanierung der Löwenburg (19,5 Millionen Euro). Die romantische Burg soll stärker geöffnet werden. Auf dem Turnierplatz soll es Veranstaltungen geben.

6) Ausbau und Sanierung des Weißensteinflügels (24 Millionen Euro).

7) Sanierung des Ballhauses (3,1 Millionen Euro).

8) Sanierung des Stationsgebäudes der Linie 1 (1,4 Millionen Euro) und Ausbau zu einem Besucherzentrum.

In einem zweiten Schritt (nach 2009) wird an folgende Projekte gedacht:

Ausbau des Kirchflügels von Schloss Wilhelmshöhe zum Museum. Dort könnte die Antike Platz finden. Die Verwaltung, Bibliothek und Werkstätten sollen in ein Gebäude (Neubau?) auf dem Marstallgelände umziehen.

Die documenta-Halle soll so umgestaltet werden, dass sie das documenta-Archiv aufnehmen kann. Gleichzeitig soll das Kulturhaus Dock 4 für die documenta umgebaut werden. Auch sollen Fridericianum und Dock 4 durch einen gemeinsamen Platz verbunden werden.

Solange es kein eigenes Technikmuseum an anderer Stelle gibt, soll die Orangerie Standort für das Museum für Technikgeschichte bleiben.

Stadt und Land wollen sich genau abstimmen, wenn das städtische Brüder-Grimm-Museum ausgebaut wird. Ebentuell mit einem Partner aus der Wirtschaft soll eine Art Märchenpark im Henschelgarten geplant werden.

Die künftige Kasseler Museumslandschaft soll neben dem Standort Bergpark inklusive Herkules und Schloss auch aus einem Museumspark in der Innenstadt bestehen.

Idee dabei: Vorhandenes Potenzial der Kasseler Museen besser sichtbar zu machen, die Wirkung der zahlreichen Kulturschätze durch eine bessere Präsentation zu verstärken.

Auf dem Stadtplan sehen die beiden im Masterplan vorgesehenen innerstädtischen Themenschwerpunkte wie zwei Dreiecke aus, die die Bezugsachsen zwischen den Museumsstandorten herstellen sollen.

Das eine Dreieck unter dem Stichwort „documenta - Moderne“ verbindet Standorte für moderne Kunst: Kulturbahnhof, Neue Galerie und documenta-Halle. Das andere Dreieck unter dem Stichwort „Geschichte und Geschichten“ verbindet Sepulkralmuseum, Brüder-Grimm-Museum und Stadtmuseum miteinander.

Im Mittelpunkt der innerstädtischen Museumsstandorte wird das Hessische Landesmuseum am Brüder-Grimm-Platz stehen. Hieran soll exemplarisch sichtbar werden, dass die Museen künftig nach dem Prinzip der „offenen Türen“ angelegt sein sollen. Besucher sollen erst mal hineinkommen können und sich dann entscheiden, was sie besichtigen wollen.

Das Erdgeschoss des Landesmuseums soll also zu einem offenen Kommunikationsbereich umgebaut werden. Dort wird ein Café Verweilmöglichkeiten anbieten. In einer Multimedia-Präsentation bekommen Besucher im Entree nach Vorstellungen der Planer ein „Geschichtspanorama“ gezeigt. Um Platz im Erdgeschoss des Gebäudes zu schaffen, soll die dort jetzt gezeigte vor- und frühgeschichtliche Sammlung teilweise ins Untergeschoss verlegt werden. Inhaltlich werden im ganzen Haus Kultur und Geschichte Hessen-Kassels präsentiert.

Vom Erdgeschoss aus soll nach den Plänen ein öffentlicher Zugang zum benachbarten Murhard-Park geschaffen werden. Über einen Gang soll das Museum außerdem mit der nebenan gelegenen Torwache verbunden werden, in der nach jetzigen Überlegungen der Planer eine Bildergalerie des 19. Jahrhunderts gezeigt werden könnte.

Der Turm des Landesmuseums soll öffentlich zugänglicher Aussichtsturm werden.

Für diesen ersten Bauabschnitt der Sanierung des Landesmuseums mit dem Ausbau des Unter- und des Erdgeschosses stellt das Land 11,6 Millionen Euro zur Verfügung.