Museum für Waldarbeit (Diemelstadt)

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Wie früher Bäume fielen

Im Keller des Gemeinschaftshauses Rhoden entsteht ein Museum für Waldarbeit

Diemelstadt. Wo früher die Gemeinschaftsgefrieranlage stand, soll nun der Wandel in der Waldarbeit innerhalb der letzten 70 Jahre dokumentiert werden. Im Keller des Rhoder Gemeinschaftshauses entsteht ein kleines Museum. Das Projekt wird mit zahlreichen Spenden, unter anderem von der örtlichen Gewerbegemeinschaft, unterstützt.

Die Bezirksgruppe des Waldeckischen Geschichtsvereins unter der Leitung von Ludwig Schäfer hat sich des Themas angenommen. Zusammen mit Heinrich Friele hat Schäfer dafür gesorgt, dass eine Sammlung historischer Arbeitsgeräte der Waldarbeiter nicht in alle Winde zerstreut wird. Diese Sammlung hatte der frühere Forstamtsleiter Heinz Scharf zusammen mit August Müller, Walter Stiene und dem verstorbenen Ludwig Friele zusammengetragen.

„Der Lehrbetrieb war die erste Schule weltweit. Wir waren in vielen Ländern bekannt. Das sollte nicht untergehen”, appellierte Scharf.

Die Waldarbeiterschule war kürzlich an den Verein „Durchboxen im Leben” verkauft worden war. Für die Forst- und Arbeitsgeräte, die in der so genannten „Mitternachtsklause” untergebracht waren, musste deshalb eine neue Bleibe gefunden werden.

Der Raum im Keller des Gemeinschaftshauses hatte nach dem Abbau der Gefrieranlage eigentlich Archiv werden sollen. Nun wurden die Wände und Decken neu gestrichen und massive Holzplatten angedübelt, die die historischen Arbeitsgeräte wie Sägen, Äxte und Keile der Waldarbeiter aufnehmen sollen. Das Projekt wurde von Umweltminister Dietzel aus Lottomitteln mit 1800 Euro unterstützt. Weitere Spenden kamen von der Gewerbegemeinschaft mit der Spielstation (400 Euro), von der Waldeckischen Domanialverwaltung (250 Euro) und von einem Ehepaar, das nicht genannt werden möchte (300 Euro). Malermeister Harald Grineisen gewährte einen Rabatt von 200 Euro bei den Malerarbeiten.

Die historischen Arbeitsgeräte sind dem Geschichtsverein als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt worden. Leider sei eine wertvolle Sammlung von Motorsägen bereits „nach Hanau gegangen”, bedauerte Heinrich Friele. Das habe auch Minister Dietzel nicht mehr rückgängig machen können. „Diese Sammlung hätte auf jeden Fall hierher gehört”, betonte Friele noch einmal und regte an, leer stehende Fachwerkhäuser in der Langen Straße als Museum zu nutzen. Die Waldarbeiterschule in Rhoden habe auf vielfältige Weise zur Arbeitserleichterung im schweren Beruf des Waldarbeiters beigetragen, erinnerte der frühere Forstamtsleiter Heinz Scharf.