Museum Helmarshausen

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Das historische Rathaus - heute: Museum Helmarshausen

Mit der Ausstellung "Buchmalerei im Mittelalter" und einer Faksimilie-Ausgabe des Evangeliars Heinrichs des Löwen im Museum Helmarshausen (im alten Rathaus) erinnert der Heimatverein in Helmarshausen an die bedeutetende Epoche des Klosters in Helmarshausen.

Auch die Grundmauern der ehemaligen Klosterkirche in Helmarshausen wurden inzwischen auf dem ehemaligen Klostergelände rekonstruiert.

Geschichte

Das ehemalige Kloster Helmwardeshusen wurde im Jahr 997 gegründet und erhielt zunächst den Status einer freien Reichsabtei. In der von dem Mönch Rogerus gegründeten Kunstwerkstatt der Benediktinerabtei wurden Buchmalereien und Goldschmiedearbeiten hergestellt

Aus dem ehemaligem Benediktinerkloster in Helmarshausen stammen bedeutende Kunstwerke, etwa das Evangeliar Heinrichs des Löwen.

Etwa im Jahre 1188 schuf der Mönch Herimann das prachtvolle Evangeliar, das die Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes enthält und ursprünglich für die Braunschweiger Stiftskirche St. Blasius bestimmt war.

Nach einer Pressemitteilung in der HNA – Ausgabe Hofgeismar vom 24.9.2007 wanderten sechs Helmarshäuser im Jubliäumsjahr 2007 in Mönchsgewändern von Köln in die Klosterburgstadt und erinnerten damit an das Helmarshäuser Doppeljubliäum: Im Jahr 1107 erhielt nicht nur das ehemalige Benediktiner-Kloster die Gebeine des Heiligen Modoald von Trier. Im selben Jahr kam auch der Mönch Rogerus von Köln nach Helmarshausen und wurde hier als Künstler und auch als Autor einer lateinischen Schrift über die Kunsthandwerkstechniken des Mittelalters bekannt.

Das ehemalige Kloster Helmarshausen

Das Evangeliar Heinrichs des Löwen (Faksimile)
Klosterhof
Klosterhof
Die Krukenburg
Die restaurierte Schäferscheune

Bereits im Jahre 987 hatte Graf Eckhard von Reinhausen den Benediktinern einen befestigten Hof an der Diemel zur Errichtung eines Klosters übertragen und 1011 konnte die Abteikirche des Klosters von Bischof Meinwerk von Paderborn eingeweiht werden. Erste Ausgrabungen in den Jahren 1965 und 1966 brachten Erkenntnisse von der genauen Lage.

Im 12. Jahrhundert, zur Blütezeit des Klosters Helmarshausen, erfuhr die Klosterkirche mehrere Umbauten und der Grundriss wurde auf über 65 m verlängert. An die Kirche schlossen sich die Klostergebäude an.

Besonders Abt Thietmar II. (Ende des 11./ Anfang des 12. Jahrhunderts) führte das Kloster zur Blüte. In diese Zeit fällt auch die Goldschmiedetätigkeit des Mönchs Rogerus, der heute als bedeutenster mittelalterlicher Künstler anerkannt ist. Berühmt war das ehemalige Kloster in Helmarshausen aber gerade wegen seiner Buchmalereien (u. a. dem Evangeliar Heinrichs des Löwen).

Nachdem das Kloster Helmarshausen im Zuge der Reformation 1538 aufgelöst worden war, verfiel auch die Klosterkirche zunehmend, aus deren Steinen die noch auf dem Gelände erhaltene Scheune erbaut wurde. Die Klosteranlage diente in den Folgejahren offenbar als bequemer "Steinbruch". Auch die Krukenburg verlor ihre Bedeutung und verfiel.

Die Krukenburg

Die Krukenburg wurde im Jahre 1215 als Befestigungsanlage mit Ringmauer, Bergfried und Wohngebäuden auf dem Krukenberg errichtet. Sie diente dem Schutz der schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichteten Bergkirche, der Krukenburgkirche (auch: Johannis-Kapelle) sowie des damaligen Klosters Helmarshausen.

Bei der heute noch vorhandenen Ruine der Krukenburgkirche handelte es sich ursprünglich um einen Nachbau der Grabeskirche von Jerusalem im Auftrag des Bischofs von Paderborn. Dazu gehörte auch eine Nachbildung der Krypta mit dem Heiligen Grab.

Von dem bis heute erhaltenen Bergfried der Krukenburg, der im Jahre 1968 zum Aussichtsturm ausgebaut wurde, überblickt man das Diemeltal und den Reinhardswald bis hin zum Solling.

Schäferscheune

Das denkmalgeschützten Bauwerks wurde im Jahre 2001 saniert und das heutige Café "Schäferscheune" eingerichet, das zur Zeit (2012) nicht mehr bewirtschaftet wird. Ursprünglich wurde das Gebäude als Vorwerk zur Krukenburg und zu deren Verteidigung im 13. Jahrhundert errichtet.

Literatur

  • Hermann Schmidt, Die Abteikirche des Benediktinerklosters Helmarshausen, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1968, S. 30 ff.
  • Bücherliste des Heimatvereins
  • Thilo F. Warnecke, Der Eco Pfad Archäologie Helmarshausen - Spurensuche in Nordhessen - in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2007, S. 100 ff.

siehe auch

Weblinks