Mulang 5

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Das Gebäude Mulang 5 im Kasseler Bergpark.
Als Mulang 5 wird ein Gebäude in Kassel bezeichnet, das zum Dorf „Mou-lang“, das Landgraf Friedrich II. im Bergpark errichten ließ, gehörte. Ursprünglich war das Haus ein asiatisch anmutender Kuhstall.

Geschichte

Wann genau der Grundstein für den Bau gelegt wurde, ist nicht bekannt. Er wird auf die Jahre 1780 bis 1785 datiert. Die einzige erhaltene Bauskizze zeigt, wie das Haus ursprünglich aussah. Es hatte die für asiatische Bauten typische geschwungene Dachform, glasierte Ziegeln und eine bunte Fassade. In dieser Form diente es im künstlich errichteten Dorf als Kuhstall.

Mit dem Parkdorf wollte Friedrich II. die Parkanlage durch eine exotische Inszenierung ergänzen und vom Schloss aus das idyllische Landleben bestaunen. Obwohl es auch eine Mühle, einen Schafsstall, ein Küchen-, ein Hirten- und ein Milchhäuschen gab, wurde echte Landwirtschaft dort nie betrieben. Es wurden zwar wenige Tiere gehalten, die Gebäude waren aber mehr Spielerei. Das galt auch für eine Moschee, die sich ebenfalls im Dorf befand. Das für die Adligen zur Schau gestellte Landleben am Mulang, für das auch schwarze Arbeiter als „exotische Anschauungsobjekte“ angestellt wurden, war nur von begrenzter Dauer. Spätestens ab 1850 gab es keine Viehwirtschaft mehr. Die Gebäude waren - wie Mulang 5 - zum Teil im klassizistischen Stil umgebaut und aufgestockt worden. Wilhelm IV., der Sohn von Friedrich II., betätigte sich bei der Umgestaltung des Zierdorfes.

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Kuhstall von einem Pächter bewohnt worden. Waren zunächst Bedienstete des Hofes in den Mulang-Häusern untergebracht, sind es heute in der Regel Mitarbeiter des Landes, die den ersten Zugriff bei der Anmietung haben.

Baumaterial

Im Zuge der Sanierung des Gebäudes Mulang 5 kam 2016 der ursprüngliche Stallboden zum Vorschein. Auch stellten Experten bei Untersuchungen der Bausubstanz fest, dass sehr viel älteres Holz beim Bau des Hauses verwendet wurde. Bei der Holzaltersbestimmung wurden Balken entdeckt, die aus dem Jahr 1683 stammen. So altes Holz wurde in Gebäuden des Bergparks noch nie nachgewiesen. Es stammt vermutlich aus Gebäuden, die zuvor abgerissen worden waren. Die Zweitverwertung von Baumaterial war seinerzeit üblich.

siehe auch

Weblinks und Quellen