Mulang

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Mulang ist ein Ortsbezirk im Kasseler Stadtteil Bad Wilhelmshöhe (westlich).

Hier entstand seit ca. 1880 eine Villenkolonie. Heute sind noch etliche der alten Villenbauten erhalten.

Mulang ist benannt nach dem angrenzenden im Bergpark Wilhelmshöhe befindlichen chinesischen Dorf Mou-lang. Erbaut in den Jahren 1782 bis 1785 unter Landgraf Friedrich II. von Simon Louis du Ry, empfing es die von Süden, aus Hanau und Frankfurt, über die Fürstenallee (heute Heinrich-Schütz-Allee) kommenden Besucher des Fürsten.

Geschichte

Das erste Landhaus der späteren Kolonie wurde etwa 1867 erbaut (die Villa von Dr. Schmidt, ehemals kurfüstlicher Leibarzt). Die eigentliche Gründungsphase liegt in den Jahren 1882 bis 1895 und die Villenkolonie wuchs von der Burgfeld- und der Wigandstraße aus nach Westen in Richtung Schlossteich- und Kurhausstraße.

Noch teilweise prächtigere Häuser entstanden in den Jahren 1895 bis 1925, zum Teil im Jugendstil oder im Stil des Neoklassizismus und Neobarocks. Darunter die noch erhaltende Villa Gustav Henkel in der Kurhausstraße, die im neoklassizistischen 1890 erbaut wurde. Sie ist bis heute erhalten. Ebenfalls bis heute erhalten ist das großzügige Gründerzeithaus mit durchgehendem Fachwerk am Siebertweg und das Ridinger Schloss an der Löwenburgstraße. Modernere Häuser entstanden dann ab dem Jahre 1925, von Werkbund- und Bauhaus-Gedanken beeinflusst.

Zerstörten beziehungsweise abgerissenen wurden über die Jahre mehrere Gebäude. Darunter eine großzügige Villa an der Kurhausstraße, die ab 1935 al Kur- und Badehaus genutzt wurde. Dieses Kurhaus hatte den Zweiten Weltkrieg mit geringen Schäden überstanden. 1970 wurde der Kurbetrieb eingestellt und 1972 folgte der Abriss. An der Schlossteichstraße wurde als eines der ersten Häuser am Mulang eine Villa im Cottage-Stil gebaut. Heute steht an dieser Stelle eine Stadtvilla. Eines der ersten Villen im Mulang war an der Hugo-Preuß-Straße/ Ecke Steinhöferstraße. Ab 1910 wurde das Haus als Töchterpensionat genutzt.[1]

Erhalt

Pagode im chinesischen Dorf Mulang

Ein Managementplan, der im Zuge des Weltkulturerbe des Bergparks geschlossen wurde, bezieht auch den Schutz der benachbarten Villenkolonie mit ein. Die baulichen Strukturen sollen weitestgehend erhalten bleiben. Der Mulang zeichnet sich neben den vielen alten Villen auch durch großzügige, parkähnliche Anlagen aus.[2]

Lage

Das Gebiet Mulang liegt südlich des Schlossteichs, im Nord-Osten begrenzt durch Mulangstraße und Schlosspark, im Süd-Westen begrenzt durch Brabanter Straße und den Grünzug am Mittellauf der Drusel.

Persönlichkeiten

Bedeutende Persönlichkeiten wohnten einst in Mulang, darunter waren:

Rundgang

siehe: Rundgang durch die Villenkolonie Mulang

siehe auch

Als Mulang 5 wird dieses Gebäude in Kassel bezeichnet. Ursprünglich war das Haus ein asiatisch anmutender Kuhstall.

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Aus HNA.de vom 6. September 2014: Schutz für Villen: Stadt will historische Bausubstanz am Mulang sichern
  2. Aus HNA.de vom 16. Juli 2014: Schutz der Villenkolonie Mulang in Bad Wilhelmshöhe ist das Ziel

Weblinks