Mountbatten

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Lord Louis, Prinz von Battenberg, 1. Lord Mountbatten of Burma, Kgl. Großbrit. Admiral, letzter Vizekönig von Indien (1900-1979). Er war Onkel von Prinz Philip (Gemahl der heutigen britischen Königin Elisabeth II.) und Großonkel von Kronprinz Charles. Der Prinz von Battenberg fiel am 27. August 1979 einem Bombenanschlag der nordirischen Untergrundorganisation IRA zum Opfer. Repro: Klaus Jungheim (Copyright: HNA)

Von Klaus Jungheim (HNA)

Der 80. Geburtstag der englischen Königin Elizabeth II. im Jahr 2006 wurde auch in der Stadt Battenberg besonders verfolgt. Battenberg hat nämlich durch ihren Ehemann, Prinz Philip Mountbatten (siehe: wikipedia.de), Herzog von Edinburgh, eine namensverwandtschaftliche Beziehung zu der Königsfamilie. (Battenberg englisch = Mountbatten)

Seit vielen Jahren nimmt Battenberg regen Anteil am königlichen Geschehen in England. Glückwunsch-Schreiben zu freudigen Ereignissen im Königshaus werden versandt. Stets erhält die Verwaltung ein Antwortschreiben aus England, formuliert von dem jeweiligen Privatsekretär. Auf die enge Beziehung zum englischen Königshaus sind die Battenberger sehr stolz. So hat die Stadt neben dem Geburtstag der Königin jüngst zum Wiegenfest von Prinz Philip schriftlich gratuliert. Außerdem ist er schon zweimal in das Obere Edertal eingeladen worden. Bislang ist er dem noch nicht gefolgt. Aber wer weiß....

Prinz Philip Mountbatten, Herzog von Edinburgh, stammt allerdings nicht direkt aus der Bergstadt. Der Name des einst ausgestorbenen Grafengeschlechts von Battenberg war 1851 vom Großherzog von Hessen in Darmstadt für eine standesgemäße Verbindung von Alexander Prinz von Hessen und der Hofdame Julie von Haucke durch Erlass wieder aktiviert worden. Sie trug fortan den Titel Prinzessin von Battenberg.

Dieser später durch Umzug nach England übertragene Titel wurde 1917 - während des Ersten Weltkriegs - auf der Insel durch Prinz Ludwig von Battenberg in die englische Sprache übersetzt: Mountbatten. Prinz Ludwig ist der älteste Sohn von Alexander und Julie und ist Großvater von Prinz Philip. Der Name Mountbatten wurde 1960 in die königliche Namensregelung aufgenommen.

In der offiziellen, viergeteilten Flagge des Prinzen Philip Mountbatten, des Herzogs von Edinburgh, sieht man im so genannten Stangenfeld die schwarzen Wittgenstein-Battenberger Pfähle, während darüber die dänischen und griechischen Wappenzeichen und im rechten Unterfeld das Schloss von Edinburgh dargestellt sind. Prinz Philip ist der einzige Sohn von Prinz Andreas von Griechenland, der mit Prinzessin Alice von Battenberg verheiratet war. Die Familie seines Vaters ist dänischer Abstammung. Verbindungen haben die Mountbatten-Battenberger übrigens auch zum schwedischen und zum spanischen Königshaus.

Regelmäßig seit dem 19. Februar 1960 sendet Battenberg Glückwunsch-Schreiben an das englische Königshaus. Seinerzeit zur Geburt von Prinz Andrew, Bruder von Prinz Charles. Auch Kondolenz-Schreiben bei Trauerfällen gehen aus dem Oberen Edertal nach London. So 2002 zum Tod der englischen Königinmutter Queen Mum. Sie war im Alter von 101 Jahren gestorben. Und im April 2005 gratulierte die Stadt Battenberg dem englischen Thronfolger Prinz Charles und seiner Ehefrau Camilla zu ihrer Hochzeit.

Die Verbindung zwischen Battenberg und dem englischen Königshaus ist auch im Battenberger Stadtmuseum dokumentiert. Ausgangspunkt ist die Heirat von Prinz Alexander und Julie von Haucke. Authentisch wird die Geschichte durch den Besuch Alexanders mit seiner Familie in Battenberg. Mit dem Brief, den er anlässlich seines Aufenthaltes schrieb, besitzt das Stadtmuseum eine eingehende Beschreibung der Verhältnisse in der Bergstadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dieses einmalige Zeugnis wurde für die Ausstellung vertont. Was die Stadt Battenberg letztlich durch diese Hochzeit sowie deren Nachfahren mit dem englischen Königshaus verband und durch den Namen Mountbatten weiterhin verbinden wird, erfahren die Besucher auch in einer hochmodernen Diaschau.

Nach dem Besuch des Stammvaters Alexander in Battenberg kam es 100 Jahre später zu einem weiteren herrschaftlichen Aufenthalt in der Bergstadt. Am 2. Mai 1959 reiste Lord Louis, Prinz von Battenberg, 1. Lord Mountbatten of Burma, Königlich-Großbritischer Admiral, letzter Vizekönig von Indien (1900 bis 1979) nach Battenberg. Er war der Onkel von Prinz Philip und Großonkel von Kronprinz Charles.

Mitgereist waren seine Gemahlin Edwina, Prinzessin von Battenberg, und Tochter Pamela, Prinzessin von Battenberg. Mit dabei auch Prinz Ludwig von Hessen und bei Rhein und seine Ehefrau Margaret, Prinzessin von Hessen und bei Rhein. An der Rezeption des Hotels Rohde wurden sie von der Hotelgehilfin Anni Jesser begrüßt. Sie stammte aus dem Sudetenland, war von zarter Gestalt und österreichischem Charme, witzig und schlagfertig.

Stamm-Mutter der Mountbattens: Julie von Haucke, Prinzessin von Battenberg (1825-1895)

Der Überlieferung nach soll sich dabei folgendes Begrüßungsgespräch entwickelt haben:

"Guten Tag! Ich bin Louis, Prinz von Battenberg."
"Wie bitte? Ich habe nicht recht verstanden."
"Ich bin Louis, Prinz von Battenberg!!!"
Anni Jesser machte einen kleinen Hofknicks: "Sie gestatten: Ich bin die Kaiserin von China!"

Lord Louis war von 1943 bis 1946 Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Südostasien, wobei er sich im Burma-Feldzug auszeichnete. Ihm fiel als letztem Vizekönig von Indien die schwierige Rolle zu, innerhalb kürzester Zeit im Jahr 1947 diese britische Kolonie in die Unabhängigkeit zu entlassen. Entsprechend dem Mountbattenplan erfolgte am 15. August 1947 die Teilung dieser Kronkolonie in die zwei Dominions Indische Union und Pakistan.

Lord Louis, Prinz von Battenberg, nahm ein trauriges Ende. Er wurde am 27. August 1979 Opfer eines Attentats der IRA. Während eines Urlaubs in seinem Sommerhaus in Sligo in der Republik Irland wurde er von einer Bombe getötet, die in seinem Boot platziert worden war. Die Provisional IRA übernahm die Verantwortung für den Anschlag. Diesem Attentat fielen drei weitere Menschen zum Opfer.

siehe auch