Moritz von Baumbach

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Der unglückliche Staatsdiener Moritz Ernst von Baumbach-Kirchheim - Leben zwischen Ernennung und Entlassung

Im holländischen Maastricht wurde er geboren, am 23. Februar 1789. Der Vater von Moritz Ernst von Baumbach-Kirchheim, Wilhelm Lebrecht von Baumbach, war zu dieser Zeit Mitglied des holländischen Dragonerregiments in Maastricht.

Moritz war zu der Zeit, als die Franzosen Maastricht belagerten, erst vier Jahre alt, aber trotzdem behauptete er später, sich an die Belagerung, die er mit seiner Mutter Caroline und einer jüngeren Schwester im Keller des Gouverneurs der Stadt, Prinz Friedrich von Hessen, überlebte, erinnern zu können.

Als er sieben war, starb seine Mutter. Moritz' Vater heiratete ein Jahr später Amalie von Buttlar, die sich liebevoll des kleinen Moritz und dessen Geschwister annahm. Nach der Erziehung durch einen Hauslehrer ging der 17-Jährige auf die Universität. Von 1803 bis 1805 pendelte Moritz von Baumbach zwischen Kirchheim, Fulda und Nentershausen hin und her. In Kirchheim deswegen, weil dort das Gut der Familie lag, in Fulda, weil sein Vater die Stelle eines Oberstallmeisters beim Prinzen von Oranien in Fulda angenommen hatte, und letztlich in Nentershausen, weil dies der Ort des Baumbach'schen Stammgutes war.

Studium an der Universität Marburg, schließlich Obergerichtsdirektor. Dass ein Mann mit seinen Fähigkeiten zu Höherem berufen war, zeigte die Ernennung Baumbachs zum Kurfürstlich-Hessischen Justizminister am 3. März 1848. Dieser Titel war aber gleichzeitig auch ein Dilemma für Moritz Ernst von Baumbach-Kirchheim. Hätte er sich in dieser Zeit unmittelbar nach der Februarrevolution der Ernennung widersetzt, hätte man ihm politische Feigheit nachgesagt. Ohne jeglichen Enthusiasmus nahm er das Amt an. Später schrieb er in seinen Erinnerungen, diese seien die mühe- und verdrussvollsten Jahre seines Lebens gewesen.

Die politisch unübersichtlichen Wirren der folgenden Zeit brachten für Moritz Ernst von Baumbach-Kirchheim viel Auf und Ab. Er wurde am 23. Februar 1850 als Justizminister entlassen, nahm zwei Wochen später das Amt des Präsidenten des Obergerichts von Marburg an und musste dieses Amt nach 42 Jahren im Staatsdienst im Dezember 1850 niederlegen.

Kurz nach seinem Amtsantritt am 2. März 1850 bekam Moritz von Baumbach die Ehrenbürgerschaft der Stadt Kassel verliehen. Der Mann, der so lange seinem Staat gedient hatte, wurde krank, und auch ein altes Magenleiden meldete sich wieder. Moritz Ernst von Baumbach-Kirchheim verbrachte einige seiner frühen Jahre in Kassel, wo er am 15. Juni 1871 im Alter von 82 Jahren auch starb.

Text: Ralph-Michael Krum / HNA

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