Mordsteine

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Bann gegen finst’re Geister

Die Mordsteine zeugen von einem fast 400 Jahre alten Verbrechen

Stumme Mahner: Die Mordsteine, etwas bemoost, verraten noch heute, was vor fast 400 Jahren im Wald bei Bonaforth geschah. Fotos: Gaubatz

Sie wurden im Steinbachtal bei Bonaforth von Räubern überfallen, ausgeplündert und ermordet. Der Mündener Kaufmann Johann Kessler und sein Schwiegersohn Georg Schmalkalden von Saltz fielen im Jahre 1614 einem brutalen Raubmord zum Opfer. Zwei steinerne Zeugen berichten noch heute von diesem Verbrechen.

Zu Fuß zu erreichen

Wer sie aus nächster Nähe betrachten möchte, findet sie am besten vom Rastplatz Steinbachtal an der B496 aus. Von dort führt ein kleiner Wanderweg in den Wald. Man folgt ihm wenige Meter, bis man auf der linken Seite ein Hinweisschild zu den so genannten Mordsteinen erblickt.

Diesen kleinen Trampelpfad geht man nun weiter. Ab der Franzosenbrücke sind es nur noch wenige Schritte, bis man schließlich auf der rechten Seite die beiden Mordsteine entdecken kann.

Schrecken der Wanderer

Karl Brethauer und Gerhard Meyer beschäftigten sich mit den Steinen und ihrer Geschichte. In „Gesammelte Aufsätze“ von Karl Brethauer wird die Entstehung der Steine mit einem Aberglauben erklärt: Die Erschlagenen fänden im Grab keine Ruhe, heißt es. Die Seelen der Verstorbenen blieben am Tatort und würden Wanderer erschrecken. Mit den Mordsteinen, auch Sühnestein genannt, hoffte man, den Zauber brechen zu können.

Aberglaube in Symbolen

Auf der Rückseite der Steine befindet sich ein Kleeblatt- Kreuz. Dieses wird durch einen Dolch durchbohrt. Damit sollen böse Geister ferngehalten werden. Außerdem sind ein verwittertes Wappen und die Zahl „1614“ auf beiden Steinen eingemeißelt.

Mit den Jahren waren die Mordsteine umgestürzt und zeitweise auch vergessen worden. Im Jahr 1925 veranlasste der damalige Oberförster Hans Zeidler, dass die Steine gereinigt und wieder aufgestellt wurden.

35 Jahre später ließ der Stadtforstmeister Hellmut Reuß die Mordsteine von Bildhauer Hermann Schmidt auf einen Sockel stellen. Auch die Inschriften hat Hermann Schmidt im Auftrag von Reuß nachgearbeitet. (rax)

mehrere Bedeutungen: Freches Mädchen, Frosch, Geldbeutel.

Auch Heulsuse.