Molkerei Lindenberg

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Jedes Stück Butter wurde damals in der Privatmolkerei Lindenberg in Handarbeit verpackt.
Die Molkerei Lindenberg war ein Industriebetrieb im Kasseler Stadtteil Forstfeld. Im Dezember 2004 war die Firma insolvent. Ein Jahr später wurde der Betrieb geschlossen. Der Standort an der Kupferhammerstraße verfiel seither immer mehr. Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Molkerei am Forstbachweg steht inzwischen unter Denkmalschutz.

Geschichte

Gegründet wurde die Privatmolkerei im Jahr 1909 von Ernst Krell. Krell war von Haus aus Metzger und machte sich mit einem Großhandel für Butter, Käse und Fettwaren selbstständig. In seinem ersten Laden an der Wolfsschlucht in der Kasseler Innenstadt produzierte er noch in Handarbeit Butter. Die stellte er zusammen mit zwei Brüdern in Butterfässern her, portionierte und verpackte sie in Pergamentpapier.

1922 kaufte er auf dem Höhepunkt der Inflation eine ehemalige Farbenfabrik auf dem Lindenberg. Krell baute um, modernisierte die Fabrik und machte daraus eine Molkerei. Hier wurde unter anderem die gesamte Milch der Meißnerregion verarbeitet. Nach dem Krieg baute sich Krell eine zweite Einnahmequelle auf. An der Kurfürstenstraße entstand die Hessische Lebensmittel-Kaufstätte mit Stehimbiss und Schlachterei. Bis zu 800 Essen wurden hier täglich verkauft.

Der Imbiss lief bis in die 1970er-Jahre, den Lebensmittelgroßhandel führten die Nachfolger des Firmengründers fort. Von Kassel aus wurden kleinere Lebensmittelgeschäfte von Northeim bis Fulda beliefert. Mit dem Sterben der Tante-Emma-Läden lohnte sich dieser Großhandel offenbar nicht mehr.

Zuletzt hatte die Molkerei noch 45 Mitarbeiter, die durch die Insolvenz im Jahr 2004 ihren Job verloren. Bis zum Schluss waren in der Molkerei knapp 40 Millionen Kilogramm Milch pro Jahr zu H-Milch, Quark und Joghurt verarbeitet worden.

Zum charakteristischen Logo der Molkerei Lindenberg mit dem Kasseler Wappen und einer Kuh gibt es folgende Anekdote: Die Kleeblätter im rechten Teil des Logos fehlten angeblich deshalb, weil die Kuh auf dem Wappen sie gefressen hatte.

siehe auch

Weblinks und Quellen