Moischeid

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Moischeid ist ein Ortsteil der nordhessischen Gemeinde Gilserberg im Schwalm-Eder-Kreis mit ca. 330 Einwohnern [1].

Gemarkung

Moischeid liegt auf der Verkehrsachse zwischen Frankenberg und Schwalmstadt und ist ein Ort der durch seine aktiven Bürger geprägt ist. Landwirdschaft ist wie in anderen Orten nur noch auf wenige Höfe begrenzt. Die Höhenlage der Gemarkung beträgt durchschnittlich 330 m über NN. Die Gemarkung Moischeid hat eine Fläche von 764 Hektar.

Geschichte

Moischeid wird 1253 erstmals in einer Akte des Klosters Haina als "Munescheiz" erwähnt. Anlass war, dass die Familie Krug und ihre Ganerben den Ort dem Kloster übereignen. Die Krug behalten sich in Moischeid ihr Grafschaftsrecht und das Recht an einem Adelshof vor. Hinsichtlich des Gerichts behalten sie sich Fälle vor die an Hals und Hand gehen, alle anderen Fälle soll der Offizial des Klosters richten. Moischeid war wohl schon im Jahr 1253 Lehen der Grafen von Ziegenhain, die den Verkauf im Jahr 1301 bestätigen, als die Krug auch die Gerichtsrechte und den Adelshof an das Kloster Haina veräußern.

Danach wird der Ort mit verschiedenen Namen erwähnt, 1309 als "Moinscheit" und "Meyscheyd", 1315 als "Monsceit" und 1320 als "Moyscheit". Ab dem Jahr 1331 gehört der Ort "Munschet" zum Amt Gemünden.

Im Jahr 1350 erwerben die Grafen von Ziegenhain vom Kloster Haina das Gericht über die Orte Moischeid, Winterscheid, Lischeid und Gerwigshain, welche dem Amt Schönstein zugeschlagen werden und dort bis ins 19. Jahrhundert verbleiben.

Im Jahr 1576 hat Moischeid 26 Hausgesesse, 1585 sind es 32.

Im Jahr 1650 wird der Adelshof an Jakob Klaute veräußert. Ab 1715 ist die Familie von Stückrath, ab 1781 die Familie von Storck Besitzer des Adelshofes. Den Mittelpunkt des Adelshofes bidete ein barocker Fachwerkbau, das so genannte Schloss. Die Eigentümer waren meist in hohen Staats- oder Militärämtern und ließen das Gut daher von Pächter oder "Conduktoren" bewirtschaften.

1756 werden in 17 Höfe gezählt die insgesamt 40 Acker (etwa 10 Hektar) bewirtschaften. Die übrigen Landwirtschaftsflächen werden von Handwerken im Nebengewerbe bewirtschaftet.

Im Jahr 1776 gibt es in Moischeid 41 Häuser mit 272 Einwohnern. Es werden drei Schmiede, ein Wagner, ein Schreiner, ein Schneider, ein Schuhmacher, ein Ziegelbrenner, ein Branntweinbrenner, ein Wirt, ein Pottaschensieder, ein Maurer, sieben Tagelöhner und zwei Schäfer gezählt.

Von 1807 bis 1813 gehört Moischeid zum Kanton Jesberg. Von 1814 bis 1821 dann zum Amt Treysa.

Ab 1821 gehört Moischeid dann zum neu gebildeten Kreis Ziegenhain.

1838 hat Moischeid 441 Einwohner.

Im 19. Jahrhundert wanderten etwa 80 Bewohner des Dorfes, aufgrund der schweren Arbeit und der ärmlichen Verhältnisse im Dorf, nach Amerika aus.

Die Moischeider ließen auch ihren Wald, der ihnen in den vergangenen Jahrhunderten Holz und Zuflucht geboten hatte, nicht in Staatseigentum übergehen, sondern bildeten im Jahr 1883 eine "Waldinteressentengemeinschaft" mit 42 Anteilen, die bis heute fortbesteht.

1885 werden in Moischeid 350 Einwohner gezählt.

In den Jahren 1909 und 1910 ließ der letzte Besitzer des Adelshofes aus der Familie von Storck das Gut verkaufen. Viele Moischeider Bauern nutzten die Gelegenheit ihren eigenen Hof zu vergrößern. Der verblieben Resthof gelangt als Erbe an die Familie Knoch.

Von 1909 bis 1911 wurde die "Kellerwaldbahn" von Gemünden (Wohra) nach Zimmersrode erbaut. Die Strecke führte in einer großen Schleife um Moischeid herum. Während der Bauzeit lebten in Moischeid viele in- und ausländische Arbeiter und hatten Unterkunft in Gasthöfen und Privatquartieren. Moischeid erhält einen Haltepunkt an der Kellerwaldbahn.

Im Jahr 1925 legen in Moischeid 320 Menschen und 1950 sind es 464 Menschen.

1956 wurde am Adelshof das Schloss wegen Baufälligkeit abgerissen. Das Pächterhaus und einige Wirtschaftsgebäude blieben aber bestehen.

1961 hat Moischeid 400 Einwohner, davon sind 332 evangelisch und 65 römisch-katholisch.

Am 28. Mai 1972 wird die Kellerwaldbahn stillgelegt. Kurz darauf werden die Schienen abgebaut.

Seit dem 1. Januar 1974 hat die Gemeinde Moischeid ihre Selbständigkeit aufgegeben und ist ein Ortsteil der Gemeinde Gilserberg. Gleichzeitig wird Moischeid als Ortsteil der Gemeinde Gilserberg in den neu gebildeten Schwalm-Eder-Kreis eingegliedert.

Kirche

Die evangelische Kirche Ev. Kirche in Moischeid entstand in den Jahren 1725-26.

Sehenswert sind der spätgotische Taufstein stammt aus dem 16. Jahrhundert, wertvolle Holz-Einlegearbeiten an der Kanzel und barocke Bauernmalerei an den Emporen.

siehe auch

Vereine

In Moischeid gibt es sieben Vereine. In Feuerwehr, Fußballverein, Motorradclub, Gesangsverein, Bräterclub, Spinnstuben- oder Landfrauenverein organisiert sich ein Großteil des Gemeindelebens.

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 14.6.2013: Die Frauen haben die Hosen an

Weblinks


Ortsteile der Gemeinde Gilserberg

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