Mittelalterliche Klöster und Kirchen im Landkreis Kassel

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Marienbasilika Wilhelmshausen - rückwärtige Ansicht

Mit der Epoche des Mittelalters wird gemeinhin die Zeit von etwa 500 bis 1500 (vor der Reformation) bezeichnet.

An dieses Zeitalter erinnern im heutigen Landkreis Kassel auf vielfältige Weise die Spuren ehemaliger Klöster und zahlreiche erhaltene Kirchen, von denen hier einige vorgestellt werden.

Zu den mittelalterlichen Klöster gehörten etwa das Franziskanerkloster Hofgeismar, das Kloster Hasungen, das Kloster Helmarshausen, das Kloster Lippoldsberg, das Kloster Kaufungen, das Kloster Marienhof, das Kloster Merxhausen oder das Kloster Wahlshausen.

Dabei gehört das ehemalige Benediktinerkloster auf dem Hasunger Berg in Burghasungen bei Zierenberg zu den ältesten und zugleich zu den reichsten und schönsten Klöstern in Hessen.

Und aus dem ehemaligem Benediktinerkloster St. Maria und Petrus in Helmarshausen stammen bedeutende Kunstwerke, etwa das Evangeliar Heinrichs des Löwen aus dem Jahr 1173, von dem ein Faksimile in Helmarshausen zu besichtigen ist.


Kloster Helmarshausen und Krukenburgkirche

Start und Ziel für den Eco-Pfad Helmarshausen: der ehemalige Klosterhof.
Ruine der Krukenburg

Das ehemalige Kloster Helmarshausen (damals Helmwardeshusen) wurde im Jahr 997 gegründet.

Aus dem ehemaligem Benediktinerkloster St. Maria und Petrus in Helmarshausen stammen bedeutende Kunstwerke, etwa das Evangeliar Heinrichs des Löwen aus dem Jahr 1173, von dem ein Faksimile in Helmarshausen zu besichtigen ist.

Heute erinnern nur noch Überreste des ehemaligen Klosters an die ehemalige klösterliche Goldschmiedewerkstatt, die Malschule oder das Skriptorium, wo im Mittelalter bedeutende Buchmalereien und Handschriften entstanden.

Der Eco-Pfad Archäologie Helmarshausen führt interessierte Besucherinnen und Besucher auch zum Gelände des ehemaligen Klosters Helmarshausen und zur Krukenburg mit der ehemaligen Krukenburgkirche.

Die Krukenburgkirche (auch: Johanneskirche oder Johanniskapelle) wurde um das Jahr 1120 unter dem Paderborner Bischof Heinrich II. auf dem Krukenberg bei Helmarshausen nach dem Vorbild der Jerusalemer Grabeskirche mit einem kreisförmigen Mittelbau errichtet. Aber nicht nur die Grabeskirche wurde nachempfunden; in der heute verschütteten Krypta unterhalb der Kirche befand sich auch eine Nachbildung des Heiligen Grabes.

1126 wurde die Kirche dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht und wird daher auch "Johanneskapelle" genannt.

Zum Schutz der Kirche wurde etwa 1215 rund um das Gotteshaus eine Befestigungsanlage mit Ringmauer, Bergfried und Wohngebäuden errichtet. Die Burg - im Jahre 1220 erstmals als Krukenburg erwähnt - war zeitweise im Besitz der Paderborner, Kölner und Mainzer Erzbischöfe. ____

siehe dazu:


Kloster Hasungen

Museum Kloster Hasungen
Die steinerne romanische Basilika der Klosteranlage Bursfelde an der Weser. Im Jahre 1505 trat das Kloster Hasungen der Bursfelder Kongregation bei.

Das ehemalige Kloster Hasungen in Burghasungen bei Zierenberg war ein Benediktinerkloster auf dem Hasunger Berg, eines der reichsten und schönsten Klöster in Hessen.

Anlaß zur Gründung des Stifts Hasungen und des späteren Klosters war das Grab des heiligen Heimerad, der auf dem Berg wirkte. Nach seinem Tod entwickelte sich im Mittelalter ein bekannter Wallfahrtsort. Hier ließ Erzbischof Siegfried I. von Mainz neben dem Grab ein Kanonikerstift gründen und eine Kirche erbauen, die im Jahre 1074 eingeweiht wurde.

Schon nach dem Tod Heimerads 1019 war eine Kapelle auf seinem Grab errichtet worden. Im Jahre 1505 trat das Kloster Hasungen der Bursfelder Kongregation bei. Wenige Jahre später wurde das Kloster im Zuge der Reformation im Jahre 1527 aufgehoben und die Mönche abgefunden.

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siehe dazu: Kloster Hasungen

Stiftsbasilika in Oberkaufungen

Stiftsbasilika Kaufungen
Seitenansicht

Die Stiftskirche in Oberkaufungen gilt als das bedeutendste spät-ottonische Bauwerk im nördlichen Hessen.

Das Kloster der Benediktinerinnen und die dreischiffige Stiftsbasilika "Zum Heiligen Kreuz" wurden in den Jahren 1018 - 1025 aufgrund einer Stiftung des Kaisers Heinrich II. und seiner Gemahlin Kunigunde errichtet.

Bis heute erhebt sich die mächtige Stiftskirche "Zum Heiligen Kreuz" über dem alten Ortskern von Oberkaufungen. Kaiserin Kunigunde hatte Anfang des 11. Jahrhunderts das Kloster gestiftet, nachdem sie ein Gelübde abgelegt hatte: bei einem Besuch der Kaufunger Pfalz war sie erkrankt und rang mit dem Leben. Sollte sie jemals wieder genesen, so gelobte die fromme Frau, so würde sie an dieser Stelle ein Kloster stiften. Bereits ein Jahr später, im Jahre 1018, wurde mit dem Bau der Klosterkirche begonnen.

Im Jahre 1025 ist die Stiftskirche des Heiligen Kreuzes schließlich geweiht worden, ein Jahr nach dem Tode ihres Gemahls, Kaiser Heinrich II. am 13. Juli 1024. In diesem Jahr trat Kunigunde auch in das Kloster ein.

Im Zuge der Reformation in Hessen wurde das Kloster unter Landgraf Philipp I. aufgehoben. Seit der Übergabe des Stiftes an die Althessische Ritterschaft im Jahr 1532 pflegt das Ritterschaftliche Stift Kaufungen die religiöse Tradition dieser Stätte.

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siehe dazu: Stift Kaufungen


Klosterkirche Lippoldsberg

Klosterkirche in Lippoldsberg
Blick in die restaurierte Klosterkirche (2008)

In Lippoldsberg befindet sich das ehemalige Nonnenkloster Lippoldsberg mit der Klosterkirche St. Georg und Maria, einer der bedeutensten romanischen Basiliken in Deutschland. Eine aufwändige Restaurierung der Kirche fand im Jahre 2008 ihren Abschluss. Bereits im Jahr 2003 wurde die Kirche als „Kulturgut von nationaler Bedeutung“ von der Bundesrepublik Deutschland anerkannt.

Die romanische Klosterkirche wurde Mitte des 12. Jahrhunderts (1138 - 1151) als dreischiffige Basilika mit einem Grundriß errichtet, der auf einem strengen Quadratsystem beruht. Sie gilt als eine der ältesten vollständig eingewölbten Kirchen in Deutschland und verfügt über ein Gewölbe aus beeindruckenden Gurtbögen. Durch Doppelarkaden mit runden Bögen sind die Seitenschiffe vom Mittelschiff abgetrennt. Alle drei Chöre werden von halbrunden Apsiden abgeschlossen.

Erzbischof Lippold (auch: Luitpold) von Mainz, der im 11. Jahrhundert lebte, gab dem Ort Lippoldsberg seinen Namen. Er errichtete hier zwischen Weser und Schwülme eine erste Holzkirche. Über die nahe Weserfurt führte ein alter Weg vom Rhein über Geismar, dem heutigen Hofgeismar bis nach Thüringen. Sein Nachfolger, Erzbischof Siegfried von Mainz, vergrößerte den Besitz an der Weserfurt und errichtete hier Mitte des 11. Jahrhunderts eine Steinkirche. Die Klostergründung erfolgte um das Jahr 1093 durch Erzbischof Ruthard von Mainz. Ab dem Jahre 1100 wurde das Frauenstift als Benediktinerinnen-Kloster fortgeführt. Die konstanteste Einnahmequelle des Klosters waren die Einkünfte aus dem weitreichenden Klosterbesitz, hinzu kamen aber auch der Kirchenzehnt aus den beigeordneten Dörfern, Spenden und Schenkungen. Von den Lippoldsberger Nonnen wurden auch zahlreiche Bücher und Schriften kopiert, zum eigenen Bedarf, aber auch im Auftrag für andere Klöster.

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siehe dazu: Kloster Lippoldsberg


Wallfahrtskirche in Gottsbüren

Wallfahrtskirche in Gottsbüren
Innenansicht - freigelegtes Wandgemälde

In Gottsbüren - heute ein Stadtteil von Trendelburg - steht die 1330/ 31 erbaute historische Wallfahrtskirche, die im 14. Jahrhundert zu der heutigen dreischiffigen Hallenkirche erweitert wurde.

Bekannt wurde der Ort im Reinhardswald im 14. Jahrundert durch das "Wunder von Gottsbüren". Angeblich wurde der Leichnam Christi in den Wäldern um Gottsbüren gefunden und in der Kirche aufgebahrt, nach anderer Darstellung wurde eine geweihte Hostie, die "Heilig-Blut-Hostie" aufgefunden. Bis zum Jahre 1399 wurden daraufhin Wallfahrten nach Gottsbüren durchgeführt, nachdem Erzbischof Balduin von Trier schon 1331 die kirchliche Erlaubnis erteilt hatte. Das Kloster Lippoldsberg versuchte mit der Entsendung von Nonnen der Flut von Pilgern gerecht zu werden und ein Großteil der Einnahmen aus dem Pilgerstrom fiel an die „Mutterkirche“ in Lippoldsberg.

Schon bald wurde mit dem Bau der bis heute erhaltenen Wallfahrtskirche in Gottsbüren begonnen. Denn schon bald konnte die zunächst vorhandene kleine Dorfkirche die Wallfahrer nicht mehr fassen. So entstand in den Jahren 1330/ 31 die bis heute erhaltene Wallfahrtskirche, die im 14. Jahrhundert zu der heutigen dreischiffigen Hallenkirche erweitert wurde. Und dem Schutz der Wallfahrer diente die schon 1334 ganz in der Nähe errichtete Zapfenburg (Sababurg), die ebenfalls mit den reichlichen Spendengeldern errichtet werden konnte.

Sehenswerte Wandmalereien aus dieser Zeit wurden im Jahre 1961 in den Seitenschiffen der Wallfahrtskirche freigelegt.

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siehe dazu: Wallfahrtskirche Gottsbüren


Marienbasilika Wilhelmshausen

Klosterkirche St Maria in Wilhelmshausen

Keimzelle des Ortes Wilhelmshausen, heute ein Ortsteil von Fuldatal, ist das ehemalige Kloster Wahlshausen, ein ehemaliges Nonnenkloster, das ab 1310 in ein Zisterzienser-Männerkloster umgewandelt wurde. Das einzige von den Klostergebäuden noch erhaltene Bauwerk ist die ehemalige Klosterkirche „St. Maria“.

Um das Jahr 1140 gründeten Kaiser Konrad III. und der Erzbischof von Mainz das Kloster Wahlshausen, das im Zuge der Reformation im Jahre 1527 (nach anderer Darstellung erst 1554) aufgehoben wurde. Bei der Klostergründung unterstand das Kloster dem Erzbistum Mainz, ab 1293 dann dem Erzbistum Paderborn von dem ein Zisterzienserkloster für Mönche eingerichtet wurde. Nicht bekannt ist, ob die ursprünglich hier lebenden Nonnen das Kloster gegründet haben und welchem Orden sie angehörten. Die Mönche bewirtschafteten das Kloster bis zu dessen Auflassung im Zuge der Reformation.

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siehe dazu: Marienbasilika Wilhelmshausen


Kirche in Vaake

Die Vaaker Kirche

Die heute evangelische Kirche in Vaake aus Sandsteinmauerwerk stammt in ihrer heutigen Form aus dem 14. Jahrhundert. Sie liegt unmittelbar am Weserufer in Vaake.

Die Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert, der quadratische Ostchor, der an das Kirchenschiff angrenzt, offenbar schon aus dem letzten Drittel des 13. Jahrhunderts. Ursprünglich war die Kirche dem heiligen Paulus geweiht worden.

Die Kirche stand im Zusammenhang mit dem ehemaligen Augustinerinnenstift Hilwartshausen. Durch Stiftungen und Rodungen erhielt das bereits im Jahre 960 gegründete Kloster in den Folgejahren umfangreichen Grundbesitz im oberen Wesertal, der im Jahre 1003 auch im nahegelegenen Vaake urkundlich festgehalten worden ist.

Als im Jahre 1937 mit Malerarbeiten in der Kirche begonnen werden sollte, wurden im Chor sehenswerte Wandmalereien aus dem frühen 15. Jahrhundert entdeckt, die von dem Kunstmaler Walter Schliephacke freigelegt wurden.

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siehe dazu: Dorfkirche in Vaake

Altstädter Liebfrauen-Kirche in Hofgeismar

Altstädter Kirche in Hofgeismar
Westeingang

Die Anfänge der Altstädter Kirche in Hofgeismar reichen zurück bis in das 12. Jahrhundert. Die Kirche ist eines der Wahrzeichen der Stadt Hofgeismar im Landkreis Kassel. Im Jahre 1223 wurden der Siedlung „Hove Geismari“ durch den Mainzer Erzbischof Siegfried II. Stadtrechte verliehen, nachdem sie sich bereits zum Mittelpunkt eines Kirchsprengels entwickelt hatte. Zum weltlichen Machtbereich des Erzbistums Mainz gehörte damals auch der Bereich zwischen Diemel und oberer Weser.

Geschichtliche Urkunden erwähnen seit dem 13. Jahrhundert einen Archidiakonatssitz an der Altstädter Liebfrauenkirche, die der Gottesmutter Maria geweiht worden war. Angegliedert war ein Chorherrenstift, das bereits im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Die Archidiakonate waren Verwaltungsbezirke im Erzbistum Mainz, denen Pröpste vorstanden.

Diese verwalteten nicht nur das Kirchengut sondern übten auch die geistliche Gerichtsbarkeit aus. Etwa 30 Pfarreien gehörten bis zur Reformation zu diesem Kirchensprengel.

In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde das ursprüngliche romanische Gotteshaus unter Beibehaltung des Westturms zu einer dreischiffigen, gotischen Hallenkirche umgebaut und der Chor im 19. Jahrhundert durch einen Neubau ersetzt.

Die Kirche beherbergt den sehenswerten Hofgeismarer Passionsaltar, vermutlich aus der ehemaligen Franziskanerkirche in Hofgeismar.

Der Kirchturm soll im Mittelalter ursprünglich eine achteckige Pyramide getragen haben, die offenbar höher war als der Unterbau. Im 18. Jahrhundert wurde diese durch den heutigen, wesentlich niedrigeren "Helm" mit einer Wetterfahne aus dem Jahr 1738 ersetzt.

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siehe dazu: Hofgeismar - Altstädter Kirche


Kirche „St. Katharina und Elisabeth“ in Grebenstein

Die Stadtkirche in Grebenstein

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Stadt Grebenstein im Jahre 1311 als „noua municio“ Greuenstein.

In den Jahren 1320 und 1340 wurde die Stadtkirche ("St. Katharina und Elisabeth") als Hallenkirche mit Kreuzrippengewölbe erbaut, mit einem Turm aus behauenen Quadersteinen. Sie wurde als dreischiffige, spätgotische Kirche konstruiert. Auf Achteckpfeilern ruht das Kreuzgewölbe des Kirchenschiffs. Mit Chor und Sakristei wurde der Kirchbau offenbar 1350 beendet.

Der Turm der heute evangelischen Kirche in Grebenstein ist als Wehrturm angelegt und erhielt erst nach einem verheerenden Brand im Jahre 1637 eine schiefergedeckte „welsche Haube“. Bis heute erhalten geblieben sind zwei Sakramentshäuschen aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

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siehe dazu: Evangelische Stadtkirche Grebenstein


St. Georg-Kirche in Immenhausen

Evangelische Stadtkirche
Innenansicht

Die evangelische Stadtkirche entstand als spätgotische, dreischiffige Hallenkirche - ähnlich wie im benachbarten Grebenstein.

Die erste Stadtkirche war offenbar anstelle einer romanischen Vorgängerkirche errichtet worden, wurde aber bei kriegerischen Auseinandersetzungen durch Truppen des Erzbistums Mainz weitgehend zerstört. Mit dem Wiederaufbau und der Errichtung der heutigen Kirche wurde im Jahre 1409 begonnen. Bis heute erhalten geblieben sind ein Taufstein aus dem Jahr 1497 und das Chor­gestühl aus der Zeit des beginnenden 17. Jahrhunderts.

Sehenswert sind die mittelalterlichen Wandmalereien im Kirchenschiff und im Chor der Kirche.

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siehe dazu: Kirche St. Georg - Immenhausen


Marienkirche in Trendelburg

Rathaus und evangelische Stadtkirche
Evangelische Stadtkirche

Die evangelische Stadtkirche in Trendelburg bildet mit dem Fachwerkrathaus und dem Marktplatz das historische Stadtzentrum.

Die Kirche in Trendelburg enstand vor der Reformation. Bereits im Jahre 1458 wurde die ehemalige Marienkirche mit Fresken aus dem Mittelalter in gotischer Bauweise errichtet.

In der Kirche befand sich einst das Erbbegräbnis der Familie von Stockhausen.

Die Kirche aus Sandstein wurde als Hallenkirche mit drei gleich hohen Kirchenschiffen sowie zwei Seitenschiffen gestaltet.

Der seitlich angebaute Kirchturm erhielt eine Laternenhaube aus 1789, die 2007 renoviert wurde. 1889 wurde der Haupteingang der Kirche nach Westen verlegt.

Die heute freigelegten Wandmalereien, etwa ein monumentaler Chistophorus, waren über Jahrhunderte mit weißer Farbe überdeckt.

Einige der heutigen Kirchenfenster stammen von dem Künstler Hans-Gottfried von Stockhausen, der in Trendelburg geboren wurde, etwa das Chorfenster aus dem Jahr 1960 (Leben und Passion Jesu).

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siehe dazu: Evangelische Kirche Trendelburg


St. Cresentius in Naumburg

St. Crescentius in Naumburg

Mit der Errichtung der katholischen Stadtpfarrkirche in Naumburg wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts begonnen. Aus dieser Zeit sind noch Teile des unteren Turmes, des Chores und der Südwand erhalten geblieben. Die Kirche beherbergt auch die Naumburger Madonna, die um das Jahr 1340 entstanden ist.

Darüberhinaus stammt das jetzige Kirchengebäude aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der Westturm mit heute brocker Turmhaube entstand im Jahre 1512.

Die Kirche wurde dem Heiligen Crescentius geweiht, der um das Jahr 406 beim Germanenüberfall auf Mainz den Märtyrertod erlitten hat.

Durch die lange Zugehörigkeit der Stadt Naumburg zum Erzbistum Mainz entstand nach der Reformation eine katholischen Enklave im überwiegend protestantischen Nordhessen. 1544-1588 gehörte die Stadt zum Fürstentum Waldeck und auch in Naumburg wurde die evangelische Religion eingeführt. 1612/ 15 wurde die Bevölkerung rekatholisiert.

Dem großen Stadtbrand in Naumburg im Jahre 1684 fiel das gesamte Kirchengebäude einschließlich der Inneneinrichtung zum Opfer und es dauerte einige Jahre bis die Kirche am 26. Juni 1692 mit einem Hochaltar wieder eingeweiht werden konnte; vor dem Brand waren fünf Altäre vorhanden.

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siehe dazu: St. Crescentius Naumburg


Stadtkirche in Wolfhagen

Wolfhagen – Stadtkirche und Alte Wache
Portal der Stadtkirche in Wolfhagen

Mit dem Bau der Stadtkirche in Wolfhagen wurde um das Jahr 1225 begonnen, wobei zunächst ein Chor errichtet wurde, der im frühen 15. Jahrhundert durch einen gotischen Chorraum ersetzt worden ist.

1235 war der Kirchbau fertig und die Kirche wurde mit der Altarweihe ihrer Bestimmung übergeben.

Zur Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert wurde aus der Kirche ein protestantisches Gotteshaus.

Heute hat die Kirche die Gestalt einer dreischiffigen, gotischen Hallenkirche. Kirchenbesucher betreten die Kirche durch das gotische Westportal im Turm, dessen unteres Gewölbe um das Jahr 1303 erbaut worden sein soll und der wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts fertiggestellt wurde.

Außerhalb der Kirche liegt - an der Nordseite - die Marienkapelle.

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siehe dazu: Evangelische Stadtkirche Wolfhagen


Stadtkirche in Zierenberg

Zierenberger Stadtkirche
Altarraum der Zierenberger Stadtkirche

Im Mittelpunkt der Stadt Zierenberg steht die frühgotische evangelische Stadtkirche.

Die Wände der Hallenkirche sind fast vollständig mit mittelalterlichen Malereien geschmückt, die etwa 300 Jahre überstrichen waren und erst in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts wieder freigelegt worden sind.

Zierenberg wurde 1290 von Landgraf Heinrich I. im Warmetal gegründet und wird schon acht Jahre später als Stadt genannt. Heinrich I. gründete zum Ende des 13. Jahrhunderts die Stadt zur Befestigung seines Reiches. Mit dem Bau der Kirche wurde 1293 begonnen, wobei in der ersten Bauphase bis etwa zum Jahre 1343 der Chorraum und die unteren Geschosse des Turms errichtet wurden. Erst ab dem Jahre 1430 entstand das Langhaus der Kirche und die hier vorhandenen Wandmalereien, die dann offenbar - ebenso wie die älteren Malereien im Chor - im Zuge der zweiten Reformation in Hessen unter Landgraf Moritz übertüncht worden sind.

Im Jahr 1576 erhielten die Zierenberger die landgräfliche Erlaubnis, ihren Kirchturm mit den Steinen der ehemaligen Erzpriesterkirche St. Peter auf dem Schützeberg (bei Wolfhagen) zu vollenden. Die Wolfhager ließen sich dies nach der Überlieferung zunächst nicht gefallen und nahmen den Zierenbergern 60 bis 70 Wagen Steine weg, warfen sie in den Weg und beschwerten sich beim Landgraf, allerdings ohne Erfolg. Zahlreiche Reste der alten Kirche auf dem Schützeberg sind im Turm der Zierenberger Kirche zu finden, wo 1588 im oberen Umgang des Turmes auch das Portal der Schützeberger Kirche und eine Kreuzigungsgruppe eingebaut wurden. Auch die Sandsteinplatten von der Schützeberger Kirche deckten noch bis vor 100 Jahren einen Teil des Dachs der Zierenberger Kirche.

Die in den 1930-er Jahren wieder freigelegten Malereien aus dem 14. Jahrhundert (Chor) und 15. Jahrhundert (Langhaus) wurden inzwischen mehrfach restauriert; die letzte Restaurierung wurde im Jahre 2006 mit Festwochen in Zierenberg abgeschlossen. Die Malereien in der Kirche sind eindrucksvolle Zeugnisse spätmittelalterlicher Frömmigkeit.

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siehe dazu: Stadtkirche Zierenberg


Literatur

  • Eduard Brauns, Alte Kirchen im Kreise Hofgeismar, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1956, S. 32 ff.

siehe auch

Weitere mittelalterliche Kirchen: (Auswahl)

Blick zur Kirche in Burguffeln

Übersichten:

Übersicht zu mittelalterlichen Klöstern:

Weblinks