Mittelalterliche Klöster im Werra-Meißner-Kreis

Aus Regiowiki

Kirchenruine Abterode
Kloster Germerode
Klosterkirche Reichenbach
Ehem. Klostergebäude in Witzenhausen

Für die Entwicklung des kulturellen und sozialen Lebens im Bereich des heutigen Werra-Meißner-Kreises war die Gründung mittelalterlicher Klöster von grosser Bedeutung. Vorausschauende Landesherren waren sich dieser Funktion wohl bewusst. Sie stifteten Klöster in ihrem Bereich und statteten sie zumeist mit weitreichenden Ländereien aus.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtlicher Hintergrund

Klöster waren im Mittelalter regelmäßig nicht allein geistliche und religiöse Stützpunkte des Glaubens sondern auch Bestandteil der weltlichen Gesellschaft, etwa als Lehnnehmer des jeweiligen Landesherrn und Lehnsherren für die Bauern. Ihnen oblag die Krankenpflege oder die Gewährung von Unterkunft für Reisende. Sie betrieben Handwerk, Landwirtschaft und Handel. Und sie entwickelten neben der Landwirtschaft und Pflanzenzucht auch die Kräuter- und Heilkunde. Die Klöster waren nicht zuletzt bedeutende Zentren der Bildung und Kultur, wo vielfältige kulturelle Arbeiten entstanden, etwa Kopien, d. h. Abschriften alter Bücher und oftmals wurde auch eine Klosterschule betrieben.

In späteren Jahren kam den Klöstern dann in den Städten des Spätmittelalters oftmals noch die Kranken- und Altenpflege innerhalb der Städte zu. Die Rolle der Klöster als Zentren der Kultur und Technik sank jedoch zunehmend. Im Zuge der Reformation wurden zahlreiche Klöster im Bereich des heutigen Werra-Meißner-Kreises aufgehoben.

Klostergründungen im heutigen Werra-Meißner-Kreis

Die älteste und als Reichsabtei zugleich bedeutendste klösterliche Niederlassung im Werraland war das Cyriakuskloster in Eschwege, das bereits um das Jahr 1000 von Sophia, der Tochter Kaiser Ottos II. und seiner Ehefrau Theophanu, begründet wurde. Sophia war später Äbtissin des Stifts in Gandersheim.

Auf dem Höhepunkt des Ordenswesens siedelte sich dann im Jahre 1278 der noch junge Mönchsorden der Augustinereremiten (ein Bettelorden) in Eschwege an und gründete hier ein Augustinerkloster.

Bereits einige Zeit zuvor - im 11. Jahrhundert - hatte Ruthard, Abt des Klosters Fulda um 1076 im Meißnervorland die Abtei "Abbetesrode" mit der Klosterkirche gegründet, die dem heiligen Vincentius und dem heiligen Bonifatius geweiht wurde. Im Bereich der Abtei entstand im Laufe der Zeit eine ringförmige Ansiedlung. Heute ist noch die Ruine der ehemaligen Kirche erhalten.

Mitte des 12. Jahrhunderts stiftete Graf Rugger III. von Bilstein in Germerode ein Prämonstratenserdoppelkloster, das später als reines Nonnenkloster fortgeführt wurde. Das Klostergebäude in Germerode gilt heute als ein bedeutendes Beispiel spätromanischer Ordensarchitektur in Nordhessen.

Ebenfalls im Werra-Meißner-Kreis (bei Hessisch Lichtenau) liegt die ehemalige Klosterkirche Reichenbach. Nach der Auflösung eines ehemaligen Nonnenklosters gaben die Grafen von Ziegenhain dem im Mittelmeerraum entstandenen Deutschen Ritterorden hier erstmals die Möglichkeit eine Niederlassung auf deutschem Boden zu begründen. Der Deutsche Orden erhielt im Jahre 1207 die Klosterkirche und gründete hier in den Jahren 1221 - 25 eine Kommende.

Im Jahre 1291 ließen sich schließlich die nach der Benediktinerregel lebenden Wilhelmiten-Mönche - anstelle von Zisterzienserinnen - in Witzenhausen nieder und erbauten ihr Wilhelmiten-Kloster am Ufer der Werra.

Mittelalterliche Klöster im Werra-Meißner-Kreis

siehe auch

Persönliche Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Portale Regionen
Portale Themen
Werkzeuge