Mittelalterliche Klöster im Schwalm-Eder-Kreis

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Bereits zwischen 600 und 700 n. Chr. sind es einzelne Mönche aus Irland und Schottland, die sich persönlich berufen fühlen, die christliche Heilsbotschaft auf dem Kontinent weiterzugeben. Nach ersten Missionserfolgen wurden auch die ersten Kirchen errichtet, so z. B. auf der fränkischen Grenzfeste auf dem Büraberg bei Fritzlar.

Eine planmäßige und gut organisierte Missionstätigkeit begann in dem heutigen Hessen unter dem heiligen Bonifatius (zu deutsch „Bekenner des Guten“), der von 672 bis 754 lebte. Laut päpstlicher Weisung erfolgte insbesondere mit der Errichtung des Klosters in Fritzlar im Jahre 724 (mit angeschlossener Klosterschule) die Gründung eines wichtigen missionarischen Stützpunkts.

Kloster Breitenau

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Haydau wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gegründet, nachdem Landgraf Konrad von Thüringen die Stadt Fritzlar überfallen hatte. Der brutalen Erstürmung und Plünderung die Stadt fiel auch eine Stiftskirche zum Opfer, so dass sich der Landgraf verpflichten musste dem Propst von Fitzlar eine Stiftung zu überlassen. Einer Gruppe von Zisterzienserinnen wurde im Jahr 1235 ein Gutshof in Haydau überlassen und das Kloster wurde zu einem wirtschaftlichen und kulturellem Zentrum insbesondere im 14. Jahrhunderts.

Deutlich früher entstand das Kloster Breitenau gegenüber dem Ort Guxhagen, von dem es durch die Fulda getrennt ist. Das ehemalige Kloster wurde im Jahre 1113 in der "breiten Aue" für Benediktinermönche, die aus Hirsau im Schwarzwald kamen, errichtet. Um 1120 wurde dann mit dem Bau der dreischiffigen romanischen Klosterkirche begonnen.

Die Angaben zur Gründungs- und Bauzeit des Doppelklosters am westlichen Rand des heutigen Ottrauer Ortsteils Immichenhain, in dem Nonnen wie Mönche lebten, varrieren von 1124 bis 1175. Die Gründung geht vermutlich auf die Adeliga Immecha, Witwe des Ritters Manegold, zurück. 1355 übertrugen die Grafen von Ziegenhain das ihnen gehörige am Kloster gelegene Dorf mit allen Rechten und Zubehör dem Kloster Immichenhain. Die Grafen behalten sich jedoch die hohe und niedere Gerichtsbarkeit über das Dorf Immichenhain vor. In der Folgezeit entwickelte sich das Kloster zum wichtigsten Grundherr am Ort, in dem es weiter Güter in Immichenhain und Umgegend erwarb.

In einer Urkunde von 1197 wird der Frielendorfer Ortsteil Spieskappel als "Cappel" erstmals erwähnt. In der Urkunde bestätigt Papst Coelestin III. den Besitz des Klosters Spieskappel am Ort. Von dem einstigen Prämonstratenser-Kloster (von ca. 1130/43 bis 1527) ist heute noch die dreischiffige Klosterkirche St. Johannes, eine Basilika aus dem 12. Jahrhundert, erhalten geblieben (im Jahre 1255 geweiht).

Mittelalterliche Klöster im heutigen Schwalm-Eder-Kreis

(eine Auswahl)

siehe auch